Hermes gewinnt NFT-Markenrechtsklage gegen MetaBirkins

Hermès
- Der Hermès-gegen-Rothschild-NFT-Prozess ist der erste Gerichtsprozess, der NFTs als geistiges Eigentum untersucht
- Die neunköpfige Jury sprach Hermès insgesamt $133,000 an Schadensersatz zu
- Das Verlieren des Rothschild-Falls könnte eine abschreckende Wirkung auf NFT-Künstler haben, die Markenrechte in ihren Projekten nutzen möchten
Hermes, das Luxusmodeunternehmen, hat seinen Fall gegen Mason Rothschild, den digitalen Künstler hinter den MetaBirkin-NFTs, gewonnen. Hermes International SA überzeugte eine Bundesjury in Manhattan davon, dass Rothschilds MetaBirkin-NFTs die „Birkin“-Markenrechte des Luxusunternehmens verletzt haben.
Hermes’ Sieg setzt rechtliche Präzedenzfälle für NFTs
Hermès verklagte Rothschild im Januar 2022, nachdem der in Los Angeles ansässige Künstler MetaBirkins, eine NFT-Serie, die auf der ikonischen Birkin-Tasche der Marke basiert, gestartet hatte. Der Modekonzern erklärte in der Klageschrift, Rothschild „stole die Goodwill in Hermès’ berühmtem geistigen Eigentum, um seine eigene Produktreihe zu konstruieren und zu verkaufen“, was zu Kundenverwirrung führen könnte.
Die Jury sprach Hermes am 8. Februar 133.000 US-Dollar Schadensersatz zu. Sie erklärte weiter, dass Rothschilds NFTs keine durch den First Amendment geschützte Rede seien.
Rothschild behauptete während des Prozesses, dass seine NFTs Kunstwerke seien, die durch den First Amendment geschützt seien. Das MetaBirkin-Projekt sei laut seinem Anwalt ein „künstlerisches Experiment“, das untersuche, wie die Gesellschaft Statussymbole bewertet.
Die Jury entschied jedoch, dass nicht-fungible Token enger mit Konsumgütern verbunden sind, die durch strenge Markenrechtsvorschriften geschützt sind, die Nachahmer davon abhalten sollen, von beliebten Marken zu profitieren.
Der Fall Hermes gegen Rothschild schafft einen wichtigen Präzedenzfall für Hersteller von nicht-fungiblen Token sowie den Rahmen für das geistige Eigentumsrecht (IP), das sich auf digitale Kunst bezieht.
In der Zukunft werden digitale Künstler wie Rothschild vorsichtiger sein müssen, wenn sie NFTs erstellen, die anderen Marken ähneln, um ähnliche Klagen zu vermeiden.
Rothschilds MetaBirkins bestehen aus hundert computerisierten Repliken der berühmten Birkin-Taschen von Hermes. Die NFTs haben das gleiche Aussehen wie ihre physischen Gegenstücke, aber ihre digitalen Gegenstücke sind mit hellem, karikaturhaftem Fell bedeckt.
Rothschild präsentierte die Serie zunächst als digitale Hommage an Hermes-Taschen, klärte später jedoch auf seiner Website auf, dass die NFTs nicht mit dem Luxusunternehmen verbunden sind.
MetaBirkins wegen NFT-Verletzung beschuldigt
Rothschild bestand darauf, dass sein Vorhaben lediglich Kunst sei, die einen breiteren Kommentar zur Modeindustrie biete, und dass der First Amendment seine künstlerische Rede schütze.
Der Prozess in der Klage Hermès gegen Metabirkins begann am 30. Januar nach einem einjährigen Rechtsstreit über Markenverletzungsvorwürfe.
Der Rogers-gegen-Grimaldi-Standard, oft als Rogers-Test bekannt, der das Gleichgewicht zwischen künstlerischer Freiheit und Markenverletzung bewertet, wurde während des Prozesses stark herangezogen.
Während des Prozents präsentierten Hermès und Rothschild Experten für Markenrecht und nicht-finanzielle Übertragungen (NFTs), die über Verbraucherirreführung und Markenverwässerung aussagten.
Montag, bei den Schlussplädoyers, wiederholte Hermès’ Anwalt Oren Warshavsky, dass Rothschilds MetaBirkin-NFTs die Verbraucher nicht nur in die Irre führten, indem sie annahmen, die beiden Unternehmen wären verbunden, sondern dass die Verwendung des Birkin-Namens in der NFT-Serie Hermès’ Marke schädigte.
Die Luxusmarke, die für ihre strenge Bewachung ihrer Birkin-Marke bekannt ist, fühlte sich durch den Haftungsausschluss nicht ausreichend geschützt und schickte dem Künstler ein Abmahnungsschreiben.
Da Rothschild nicht bereit war, den Bedingungen in Hermes’ Brief nachzukommen, reichte das Unternehmen am 14. Januar 2022 eine Präzedenzfall-Klage gegen den NFT-Künstler vor einem Bundesgericht in New York ein.
Hermes beschuldigte Rothschild unter anderem der Markenverletzung, Schädigung des geschäftlichen Rufs und Markenverwässerung gemäß dem New York General Company Law.
Hermes forderte auch monetäre Schäden, einschließlich aller Gewinne, die Rothschild aus dem Verkauf von MetaBirkin-NFTs erzielt hat. Darüber hinaus beantragte die Premium-Marke eine Unterlassungsverfügung, die den Designer von MetaBirkin daran hindert, in Zukunft irgendwelche Hermes-Marken zu verwenden.
Rothschild verkaufte die NFTs zunächst für etwa 450 Dollar pro Stück, aber ihr Wiederverkaufswert stieg in die Zehntausende. Während des Prozesses sagte ein Blockchain-Spezialist aus, dass Rothschild etwa 55,2 Ethereum-Token erstellt habe, die heute etwa 87.700 Dollar wert sind.
Die möglichen zukünftigen Ripple-Effekte des Prozessausgangs
Alfred Steiner, ein Anwalt für geistiges Eigentum und Künstler, behauptet, dass der Verlust von Rothschild eine abschreckende Wirkung auf NFT-Künstler haben könnte, die Marken in ihren Projekten verwenden möchten.
Die auf Technologie und geistiges Eigentum spezialisierte New Yorker Anwältin Emily Poler bemerkte, dass der Fall faktenbasiert ist und „es immer noch Möglichkeiten gibt, dass Kunstwerke durch die First Amendment geschützt sind.“
Rechtsexperten haben den Fall genau verfolgt, der sich auf anhängige und zukünftige NFT-Fälle auswirken könnte, die die häufig unklare Unterscheidung zwischen Kunstwerken und Konsumgütern untersuchen. Physische Birkin-Taschen kosten zwischen 12.000 und fast 200.000 Dollar, während Balenciaga und Nike Inc. Expansionspläne in Richtung NFTs und Metaverse ankündigen.
Die klügsten Krypto-Köpfe lesen bereits unseren Newsletter. Lust dabei? Mach mit.
Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan.com Wir übernehmen keine Haftung für Investitionen, die auf den auf dieser Seite bereitgestellten Informationen basieren. Wir empfehlen dringend, vor jeglichen Anlageentscheidungen eine unabhängige Recherche durchzuführen und/oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren.

Florence Muchai
Florence berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Gaming, Technologie und KI. Ihr Studium der Computerwissenschaften an der Meru University of Science and Technology sowie ihr Studium im Bereich Katastrophenmanagement und internationale Diplomatie an der MMUST haben sie umfassend mit Sprach-, Beobachtungs- und technischen Fähigkeiten ausgestattet. Florence war bei der VAP Group tätig und arbeitete als Redakteurin für mehrere Krypto-Medienhäuser.
















