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Kann Griechenlands 5-Prozent-Steuer Private Equity aus London abwerben?

VonAshish KumarAshish Kumar 3 Min. Lesezeit
Kann Griechenlands 5-Prozent-Steuer Private Equity aus London abwerben?
  • Berichten zufolge wechselt BC-Partners-Vorsitzender Nikos Stathopoulos von Großbritannien nach Griechenland, da das Unternehmen ein Büro in Athen plant.

  • Griechenland bietet qualifizierten Fondsmanagern sieben Jahre lang einen Steuersatz von 5 % auf Carried Interest, vorbehaltlich bestimmter Bedingungen.

  • Das Programm setzt voraus, dass der Arbeitgeber mindestens 3 Millionen Euro an jährlichen Betriebsausgaben in Griechenland tätigt.

Nikos Stathopoulos, Vorsitzender von BC Partners für Europa, soll laut Berichten von Großbritannien nach Griechenland umziehen, wo die Private-Equity-Gesellschaft ein Büro in Athen eröffnen will. Dieser Schritt fällt mit der Einführung steuerlicher Anreize durch Griechenland zur Gewinnung von Fondsmanagern zusammen. Die größere Frage ist jedoch, ob diese Anreize weitere Private-Equity-Investitionen in das Land bringen werden.

Ein Umzug, den das Unternehmen als geschäftsgetrieben und nicht als steuerbedingt darstellt

Bankingnews.gr berichtete am 5. November über den Umzug von Stathopoulos und bezog sich dabei auf informierte Quellen sowie eine Unternehmensmeldung. Es wird angemerkt, dass BC Partners mehr als 40 Milliarden US-Dollar an Fonds verwaltet und beabsichtigt, weitere Mittel für Investitionen in Griechenland zu sammeln.

Laut einer mit BC Partners vertrauten Person wurde der Umzug aufgrund spezifischer Geschäftsziele des Unternehmens initiiert und nicht wegen etwaiger steuerlicher Anreize aus Athen. Weder Stathopoulos noch das Unternehmen haben sich zu diesem Thema geäußert.

BC Partners investiert bereits in Griechenland, unter anderem in Pet City, ein auf den Einzelhandel mit Haustierprodukten spezialisiertes Unternehmen, sowie in Alphabet, das verschiedene Bildungsangebote bereitstellt. Die Eröffnung eines Büros in der griechischen Hauptstadt würde die Präsenz des Unternehmens im Land stärken, wobei das Büro selbst noch nicht eröffnet ist.

Welches Gesetz 5313/2026 bietet umziehenden Managern

Gemäß dem griechischen Gesetz 5313/2026 unterliegt die Carry-Compensation – ein Anteils am Einkommen, das Fondsmanagern aus Investitionen gewährt wird – einer Besteuerung mit einem Satz von 15 %. Manager, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen und ihren steuerlichen Wohnsitz wechseln, können jedoch für die ersten sieben Jahre ihres neuen steuerlichen Wohnsitzes, beginnend mit dem Jahr der Anwendung, einen reduzierten Steuersatz von 5 % in Anspruch nehmen.

Es gibt jedoch eine wichtige Bedingung: eine jährliche Ausgabenverpflichtung. Der griechische Arbeitgeber des Managers muss in Griechenland mindestens 3 Mio. € an Betriebskosten verursachen. Eine monatliche Ausgabe von 250.000 € erfüllt diese Anforderung innerhalb eines Jahres. Für kürzere qualifizierte Zeiträume werden die Ausgaben anteilig berechnet, so EY.

Damit Manager in Griechenland für die 5%ige Steuer auf den Carried Interest berechtigt sind, müssen sie die arbeits- und steuerrechtlichen Vorschriften einhalten und einen Antrag über myAADE stellen. Darüber hinaus sieht die Gesetzgebung einen weiteren Vorteil für ausländische Fonds vor, die unter das Schema fallen. Die Tatsache, dass die Verwaltung von Fonds aus Griechenland diese Fonds nicht automatisch zu griechischen Steuerinhabern macht.

Großbritannien hat sein Carried-Interest-Regime beibehalten

Das Vereinigte Königreich rechnet seit dem 6. April 2026 anfallende Beteiligungsanteile (Carried Interest) als Einkünfte aus Gewerbebetrieb, die der Einkommensteuer und den National Insurance Beiträgen der Klasse 4 unterliegen. Die HMRC-Verordnungen sehen vor, dass 72,5 % der qualifizierten Nettogewinne als steuerpflichtiges Einkommen behandelt werden. Dabei ist zu beachten, dass sich dieser Wert von 72,5 nicht auf einen Prozentsatz bezieht, sondern als Multiplikator dient, um zu bestimmen, wie viel steuerpflichtiges Einkommen ausgewiesen wird. Der Herbst-Haushaltsplan der britischen Regierung für 2026 enthielt keine neuen Regelungen zur Besteuerung von Carried Interest.

Da die britischen Steuervorschriften für Carried Interest weiterhin gelten, bieten die neuen griechischen Anreize eine weitere Option für die Manager dieser Fonds, die darüber nachdenken, an einen anderen Standort zu ziehen. Berichten zufolge ist Hedge-Fund-Manager Chris Rokos vom Vereinigten Königreich nach Griechenland gezogen. Sein Weggang hat in Athen Interesse geweckt, doch ist noch unklar, ob andere Fachkräfte ihm folgen werden.

Griechenland 5% Carried Interest Steuer vs. UK 2026 Regeln: Europäische Private-Equity-Fundraising

Fundraising begünstigt Europa, aber diese Zuflüsse sind keine griechischen Zuflüsse

Europäische Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds haben im ersten Halbjahr 2026 68 Milliarden Euro eingesammelt, ein Anstieg von 6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Mittelbeschaffung für Buyout-Geschäfte belief sich auf 54 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es noch 42 Milliarden Euro. Die tatsächlichen Investitionen gingen jedoch um 35 % auf 43 Milliarden Euro zurück.

In einer verwandten Umfrage gaben 43 % der Anleger an, ihre europäischen Allokationen aufgrund der US-Handelspolitik erhöhen zu wollen, während 30 % eine Verringerung ihrer US-Exposition erwarteten. Dies sind europaweite Zahlen und kein Hinweis auf neue Kapitalzuflüsse in griechische Fonds.

Binances Engagement in Griechenland ist ein separates Signal

Griechenland weckt Interesse über Private Equity hinaus. Cryptopolitan berichtete, dass Binance eine griechische Lizenz für die EU-Erweiterung beantragt hat, wobei mit Talentpool und Sicherheitsstandards argumentiert wurde.

Die Entscheidung von Binance stand nicht im Zusammenhang mit den Steuern auf Carried Interest. Dennoch weisen beide Entwicklungen auf die Ambitionen Athens als Finanzdienstleistungsstandort hin.

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Häufig gestellte Fragen

Warum zieht Nikos Stathopoulos nach Griechenland?

Eine Person aus dem Umfeld von BC Partners erklärte bankingnews.gr, dass die Entscheidung eher auf den Geschäftsplänen des Unternehmens beruhe als auf steuerlichen Anreizen. Sowohl Stathopoulos als auch das Unternehmen lehnten eine Kommentierung ab.

Was bietet das griechische Gesetz 5313/2026 bezüglich Carried Interest?

Es besteuert Carry als Kapitalgewinn mit einem pauschalen Satz von 15 %, der für qualifizierte Personen, die ihren Steuerwohnsitz bis zu sieben Jahre nach Griechenland verlegen, auf 5 % gesenkt wird, vorausgesetzt, ihr griechischer Arbeitgeber gibt jährlich mindestens 3 Millionen Euro im Land aus, laut dem Chambers Alternative Funds 2026 Guide.

Hat das Vereinigte Königreich seine Steuervorschriften für Carry in 2026 geändert?

Ja. Ab dem 6. April 2026 wird UK-Carry gemäß HM Revenue & Customs als Handelsprofit unter Einkommensteuer und National Insurance der Klasse 4 besteuert, und Morningstar berichtete, dass der Budgetplan im Oktober dieses Regime unverändert ließ.

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Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan.com übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf den auf dieser Seite bereitgestellten Informationen basieren. Wir empfehlen dringend, vor der Entscheidung für eine Anlage unabhängige Recherchen durchzuführen und/oder sich mit einem qualifizierten Fachmann beraten zu lassen.

Ashish Kumar

Ashish Kumar

Ashish Kumar ist ein Krypto- und Finanzjournalist mit acht Jahren Erfahrung in der Nachrichtenredaktion. Er berichtet über Entwicklungen in den Kryptomärkten, Regulierungen, DeFi und Ökosysteme von Börsen. Er arbeitete für Coingape, Todayq und Newsroompost. Ashish besitzt einen PGDP in englischer Journalistik vom IIMC. Zudem interviewte er Branchenexperten wie Arthur Hayes, Yat Siu, Austin Federa und weitere.

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