UNC Law’s KI-Richter entsprechen einem Supreme-Court-Urteil, nicht dessen Geist

- KI-Richter an der UNC Law erreichten bei einer simulierten Verhandlung am 22. Oktober dasselbe Ergebnis wie der echte Oberste Gerichtshof.
- Die Organisatoren gaben an, dass das System menschlich argumentierte, sich jedoch nicht wie ein Mensch verhielt.
- Die Demonstration ist für einen Rechts-KI-Markt relevant, dessen Volumen laut Grand View Research bis 2030 auf 3,9 Milliarden US-Dollar steigen soll. Hier wünschen sich Verbraucher und Mandanten Offenlegung, überprüfbare Antworten und menschliche Aufsicht, bevor sie vertrauensvolle Aufgaben an KI übertragen.
Drei ChatGPT-basierte KI-Richter erzielten bei einer simulierten Verhandlung am 22. Oktober an der School of Law der University of North Carolina dasselbe Ergebnis wie der Oberste Gerichtshof der USA. Das Ergebnis stimmte überein; der Austausch von Argumenten jedoch nicht, Reuters berichtet am Oktober 28.
Eine Abstimmung mit dem Verhältnis 2-1, die eine Entscheidung im Verhältnis 5-4 widerspiegelte
Bei „May It Please the Machine“ vertraten die Drittklässler Elijah Baetz und Reda Ansar Monsalvo Velázquez v. Bondi, einen Fall aus dem Einwanderungsrecht von 2025, wie UNC Law berichtete. Die Fragestellung lautete: Wenn sich eine Frist zur freiwilligen Ausreise von 60 Tagen auf einen Samstag fällt, verlängert sie sich dann bis Montag? Diese Frist markiert den Zeitpunkt, zu dem Personen, denen die Ausreise aus den USA in Eigenregie gestattet wurde, das Land verlassen müssen, um Strafen zu vermeiden.
Der Datenlibrarian Rolando Rodriguez entwickelte drei KI-Richter mithilfe eines einzigen ChatGPT-Modells. Jeder Richter verfolgte einen anderen Ansatz zur Gesetzesauslegung: Der Textualist hielt sich sehr streng an die wörtliche Bedeutung des Gesetzes. Der Pragmatiker stützte sich auf praktische und reale Ergebnisse. Der Progressive hingegen berücksichtigte eine breitere Perspektive, indem er sich ändernde gesellschaftliche Werte und moderne Rechtsgrundsätze einbezog. Um Fairness und Neutralität zu gewährleisten, arbeiteten alle drei ausschließlich mit anonymisierten Akten und blieben während ihrer Tätigkeit offline.
Die Verlängerung wurde vom Pragmatiker und Progressiven im Verhältnis von 2:1 befürwortet, während der Textualist dissentierte. In der tatsächlichen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gab es eine Spaltung von 5:4, wobei Richter Neil Gorsuch die Mehrheitsmeinung verfasste und die Richter Clarence Thomas und Samuel Alito dissentierten.
Die Maschinen argumentierten, unterbrachen jedoch nicht
Die KI-Richter stellten Fragen und präsentierten mögliche Szenarien, griffen aber niemals in die Arbeit der Anwälte ein. Nicole Downing, Assistant Dean für KI an der UNC Law School, erklärte, dass dies dazu diente, die Fähigkeit von KI zu testen, wie ein Richter in schriftlichen Urteilen zu argumentieren – nicht, um einen Richter zu ersetzen. Die klinische Professorin Annie Scardulla erläuterte, dass eine mündliche Verhandlung eigentlich ein „professionelles Gespräch“ ist. Dieser natürliche Hin-und-Her-Verlust fehlt bei den KI-Richtern.
Juraprofessoren bewerteten KI-Tutoren höher als ihre Kollegen
KI verspricht mehr als Werkzeug zur Lehre der Rechtswissenschaft für Studierende als für gerichtliche Entscheidungen. In einer blinden Studie bewerteten 16 Vertragsprofessoren von 14 US-Rechtsschulen 2.918 Vergleiche. Sie bevorzugten KI-geschriebene Antworten in 75,33 % der Fälle. Nur 3,53 % der KI-Antworten wurden als schädlich eingestuft, verglichen mit 12,06 % bei menschlich verfassten Antworten. Dennoch ist es eine Sache, Studierenden das Recht beizubringen. Eine andere ist es, Fälle zu entscheiden.
Kunden ziehen eine Grenze bei KI-Entscheidungen
Auch in der Öffentlichkeit gibt es gewisse Skepsis. Clio stellte in seiner Umfrage von 2026 fest, dass nur 26 % der US-Verbraucher bereit sind, KI Entscheidungen treffen zu lassen. Bei hochpersönlichen Angelegenheiten sank dieser Anteil auf 6 %. Zudem wünschten sich 82 % der Befragten, dass ihre Anwälte transparent darüber informieren, ob und wie KI eingesetzt wird.
Was die Vertrauenslücke für Anbieter von Legal AI bedeutet
Grand View Research bewertet den Markt für Legal AI im Jahr 2024 mit 1,4 Milliarden US-Dollar und prognostiziert bis 2030 ein Volumen von 3,9 Milliarden US-Dollar – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 17,3 % für den Zeitraum 2025–2030. Nordamerika hielt 2024 einen Anteil von 46 % am Umsatz. Die Nachfrage konzentriert sich auf Recherche, Dokumentenprüfung und Compliance, nicht jedoch auf automatisierte Urteilsfindung.

Thomson Reuters ermittelte, dass 77 % der Kunden qualitätssteigernde Maßnahmen durch KI als sehr wichtig oder unverzichtbar einstufen, aber nur 5 % angaben, dass die meisten Anbieter diese tatsächlich liefern. Gleichzeitig nutzten 34 % der Fachkräfte in Kanzleien nicht genehmigte Tools.
Die Genauigkeit bleibt uneinheitlich: In einem Benchmark zur gesetzgeberischen Forschung in mehreren Bundesstaaten erzielte Westlaw AI 58 %, Lexis+ AI 64 % und das benutzerdefinierte System STARA 83 %. Dies sind keine allgemeinen Bewertungen der rechtlichen Genauigkeit.
Wie Cryptopolitan berichtete, hat Google Gemini Enterprise for Legal in der Vorschauversion eingeführt und dabei auf nachvollziehbare Quellenangaben sowie den Schutz von Kundendaten geachtet. Die Lektion aus UNC ist klar: KI kann Anwälte beim Schlussfolgern unterstützen, doch die letzte Beurteilung muss weiterhin vom Menschen erfolgen.
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Häufig gestellte Fragen
Welchen Fall haben die KI-Richter der UNC Law entschieden?
Sie argumentierten im Fall Monsalvo Velázquez v. Bondi, einem Einwanderungsfall aus dem Jahr 2025, bei dem es darum ging, ob sich eine Frist zur freiwilligen Ausreise von 60 Tagen auf den nächsten Werktag verschiebt, wenn sie auf einen Samstag fällt. Das KI-Gremium entschied mit 2:1 zugunsten des Klägers und entsprach damit der Entscheidung des echten Gerichts von 5:4.
Wie groß wird der Legal-AI-Markt voraussichtlich werden?
Grand View Research schätzt den Wert im Jahr 2024 auf 1,4 Milliarden US-Dollar und prognostiziert bis 2030 ein Volumen von 3,9 Milliarden US-Dollar, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 17,3 % entspricht. Nordamerika hielt 2024 einen Anteil von 46 % am Umsatz.
Vertrauen Verbraucher darauf, dass KI rechtliche Entscheidungen trifft?
Der Bericht „Legal Trends“ von Clio vom 26. Oktober ergab, dass nur 26 % der befragten US-amerikanischen Verbraucher damit einverstanden sind, dass KI Entscheidungen trifft; bei hochriskanten persönlichen Angelegenheiten waren es nur 6 %, und 82 % wünschten eine Offenlegung, wenn ihr Anwalt KI einsetzt.
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Ibiam Wayas
Ibiam Wayas berichtet seit 2019 über Krypto-Nachrichten. Er studierte Informatik an der National Open University of Nigeria. Seine Arbeiten erschienen in verschiedenen Krypto-Nachrichtenplattformen, darunter Coinfomania, Crypto News Australia und AltcoinBuzz. Aufgrund seines Hintergrunds in der Informatik konzentriert er sich nun auf Nachrichten zu Kryptowährungen, Robotik und Langlebigkeit.
















