Taiwan wird angesichts steigender Technologieexporte vorerst keine Zinssenkungen vornehmen

- Es wird erwartet, dass die taiwanesische Zentralbank ihren Leitzins bis Anfang 2026 unverändert bei 2 % belassen wird.
- Der boomende KI-Sektor kurbelt die Wirtschaft des Landes an.
- Taiwan und die USA befinden sich in laufenden, freundschaftlichen Zollverhandlungen.
Die taiwanesische Zentralbank wird ihren Leitzins voraussichtlich bei 2 % belassen und in dieser Woche sowie im ersten Quartal des nächsten Jahres keine Zinssenkungen vornehmen. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines Booms technologiegetriebener Exporte und stabiler Wirtschaftsindikatoren.
Diese Spekulation kam auf, nachdem 29 von 30 befragten Ökonomen hervorgehoben hatten, dass die Bank voraussichtlich bei ihrer nächsten Quartalssitzung am Donnerstag, dem 19. Juni, den Leitzins unverändert lassen werde.
Alle Ökonomen, die Langzeitprognosen abgegeben haben, gehen davon aus, dass die Zentralbank ihren aktuellen Kurs bis Anfang 2026 beibehalten wird; dann wird mit einer moderaten Zinssenkung auf 1,875 % gerechnet.
Trumps Zollpolitik bedroht Taiwans Wirtschaftswachstum im Zeitalter des KI-Booms
Die durch den Boom der künstlichen Intelligenz ausgelöste steigende Nachfrage hat dazu beigetragen, Taiwans technologieorientierte und exportgetriebene Wirtschaft zu erhalten und die Aufträge für große Unternehmen wie die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), den weltweit führenden AuftragsfertigertracChips.
Das staatliche Statistikamt prognostizierte im vergangenen Monat, dass der KI-Boom das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um 3,1 % ankurbeln würde. Diese Prognose liegt jedoch unter der des Vorjahres, als ein Wachstum von 4,59 % vorhergesagt wurde, was auf die Unsicherheit durch die US-Zölle zurückzuführen ist.
Was die Inflation betrifft, so stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) des Landes im Mai mit 1,55 % weniger stark als erwartet – das langsamste Wachstum seit über vier Jahren. Die Zentralbank betrachtet eine Inflationsrate von 2 % als Warnschwelle und hat der Bekämpfung der Inflation höchste Priorität eingeräumt.
Unterdessen warnten taiwanesische Politiker vor den Auswirkungen der von US-dent Donald Trump angedrohten höheren Zölle auf ihre stark vom Handel abhängige Wirtschaft. Dennoch werden die Verhandlungen zwischen Taiwan und den Vereinigten Staaten zu diesem Thema fortgesetzt.
Angesichts der Unsicherheit bezüglich Trumps Zöllen ergab ein Forschungsbericht von Oxford Economics, dass die Zentralbank wahrscheinlich eine abwartende Haltung einnehmen wird, bevor Trump seine 90-tägige Aussetzung seiner „reziproken“ Zollsätze beendet, was Anfang Juli der Fall sein wird.
Der Bericht wies jedoch darauf hin, dass aufgrund möglicher erneuter Zollrisiken im dritten Quartal und einer anhaltenden Verlangsamung des Immobilienmarktes Analysten davon ausgehen , dass die Zentralbank bis Ende dieses Jahres mit Zinssenkungen beginnen wird.
Der Analyst Chiang Kuang-yu von Masterlink Investment Advisory hingegen führte aus, dass Taiwans Wirtschaft stabil sei und die Inflationsrate angemessen liege. Daher bestehe seiner Argumentation zufolge keine Notwendigkeit, die Zinssätze zu senken.
Die Entscheidung der Zentralbank des Landes wird einen Tag nach der Entscheidung der US-amerikanischen Federal Reserve, von der erwartet wird, dass sie die Zinssätze unverändert lässt.
Am Donnerstag wird auch die taiwanesische Zentralbank ihre aktualisierten Prognosen für Wirtschaftswachstum und Inflation für dieses Jahr veröffentlichen.
Taiwan führt „freundschaftliche“ Zollgespräche mit den USA
Taiwan pflegt weiterhin engen Kontakt mit den Vereinigten Staaten in Bezug auf die Zollgespräche, teilte die Regierung der Insel am Dienstag, dem 3. Juni, mit.
Der Staat, ein Zentrum der Halbleiterindustrie mit einem enormen Handelsüberschuss gegenüber den USA, sollte mit einer 32-prozentigen US-Einfuhrsteuer konfrontiert werden, bevordent Donald Trump im April alle seine „Gegenzölle“ für 90 Tage aussetzte.
Im Anschluss an die Zollgespräche forderte die Trump-Regierung die Länder auf, ihre besten Handelsangebote bis Mittwoch, den 4. Juni, einzureichen. Hintergrund ist, dass die Verantwortlichen die Gespräche mit mehreren Partnern vor einer selbst auferlegten Frist von fünf Wochen beschleunigen wollen, wie in einem Briefentwurf an die Verhandlungspartner dargelegt.
Es ist erwähnenswert, dass Taiwan und die Vereinigten Staaten in engem Kontakt bezüglich der Zollgespräche stehen. Das taiwanesische Kabinett erklärte jedoch, dass es aufgrund einer Vereinbarung zwischen beiden Seiten keine weiteren Details öffentlich bekanntgeben könne.
Sie versicherten der Öffentlichkeit, dass alle Fortschritte angemessen mitgeteilt würden, nannten aber keine Einzelheiten.
Im Mai verkündete die taiwanesische Regierung, dass sie die erste Runde substanzieller Zollgespräche mit den Vereinigten Staaten abgeschlossen habe, und stellte fest, dass die Atmosphäre offen und freundlich gewesen sei.
Da der Ausgang der Verkehrsgespräche Taiwans mit den USA ungewiss ist, hat die freundliche Atmosphäre im Land die Hoffnung auf ein zufriedenstellendes Ergebnis geweckt.
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Nellius Irene
Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.
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