Die gesamte Weltwirtschaft und alle Finanzmärkte sind nun dem US-Anleihenmarkt ausgeliefert

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Die gesamte Weltwirtschaft hängt heute von der Entwicklung des US-Anleihenmarktes ab.
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Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen schwankte stark und erreichte letzte Woche einen Höchststand von über 4,5 %.
- Trumps Zollausnahmen führten zwar kurzfristig zu Kursanstiegen, doch die Märkte gaben letztendlich nach.
Der US-Anleihenmarkt ist derzeit der bestimmende Faktor. Ihm ist es egal, wer Präsidentdent , was die Fed sagt oder wie laut die Händler nach Börsenbeginn an der New Yorker Börse schreien.
Alles – Kryptowährungen, Aktien, Technologie, Rohstoffe, ganze Volkswirtschaften – ist von der Entwicklung der US-Staatsanleihen abhängig. Und im Moment sieht es düster aus.
Die pessimistische Stimmung hat ein extrem niedriges Niveau erreicht. In der Woche bis zum 9. April ergab die AAII-Umfrage, dass 58,9 % der Privatanleger mit fallenden Aktienkursen in den nächsten sechs Monaten rechnen. In der Vorwoche lag dieser Wert sogar noch höher – bei 61,9 %.
Zum Vergleich: Während der schlimmsten Phase der Finanzkrise 2008 erreichte dieser Wert einen Höchststand von 70,3 %. Im Bärenmarkt 2022 lag er bei 60,8 %. Aktuell verzeichnen wir seit sieben Wochen in Folge eine pessimistische Stimmung von über 55 %. Das entspricht dem längsten jemals gemessenen Zeitraum, der 1990 verzeichnet wurde. Nicht einmal 2008 hielt die negative Stimmung so lange an.
Die Renditen schwanken, nachdem das Zollchaos den Anleihenmarkt getroffen hat
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel am Montag deutlich. Sie sank um etwa neun Basispunkte auf 4,403 %. Die Rendite zweijähriger Anleihen folgte dicht dahinter mit einem Rückgang auf 3,918 %. Das klingt nach wenig, aber ein Basispunkt entspricht lediglich 0,01 %.
dent Donald Trump hatte am Samstag verkündet, dass Smartphones, Computer, Chips und anderetronvorübergehend von den sogenannten Gegenzöllen ausgenommen seien. Seine Regierung erklärte, die Unternehmen bräuchten Zeit, um die Produktion in die USA zurückzuverlagern.
Doch am Sonntag erklärte Trumps Handelsminister Howard Lutnick, dies sei nicht von Dauer, nur um kurz darauf von Trump selbst dementiert zu werden. Die Unsicherheit hat sich dadurch nur noch verschärft.

Zuvor war die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen innerhalb von nur zwei Tagen um mehr als 50 Basispunkte explodiert. Ein solcher Sprung ist ungewöhnlich. Es war einer der stärksten Anstiege innerhalb von zwei Tagen überhaupt. Selbst nachdem Trump die Einführung neuer Zölle für 90 Tage ausgesetzt hatte, beruhigten sich die Renditen nicht. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen fiel kurzzeitig, schoss dann aber bis Freitag wieder über 4,5 %. Niemand wusste, was vor sich ging.
Manche Händler munkelten, ausländische Investoren – wie China und Japan – könnten ihre US-Staatsanleihen abstoßen. Wenn das passiert, viel Glück! Diese Länder besitzen Anleihen im Wert von Billionen. Selbst der Verkauf eines kleinen Teils würde den Markt zum Einsturz bringen.
Trump tat wie üblich so, als sei alles in Ordnung. „Der Anleihenmarkt läuft gut“, sagte er Reportern. „Es gab einen kurzen Zwischenfall, aber ich habe das Problem sehr schnell gelöst. Ich bin sehr gut in solchen Dingen.“
Übrigens ist jedes einzelne Wort dieser Aussage falsch. Der Anleihenmarkt hatte nicht nur einen kurzen Einbruch, sondern einen regelrechten Zusammenbruch. Er hat ihn nicht „gelöst“, sondern ausgelöst. Und nein, nichts wurde „sehr schnell“ gelöst.
Aktien reagieren auf Zollerhöhungen, verlieren aber weiterhin an Wert
Zurück zur Wall Street: Die Aktienkurse erlebten ein wildes Auf und Ab. Der Montag startete nach Trumps Ankündigung der Zollausnahmentron. Der Dow Jones legte um 300 Punkte bzw. 0,8 % zu. S&P 500 und Nasdaq stiegen um rund 0,9 %. Die großen Technologiekonzerne führten die Rallye an – Apple legte um mehr als 3 % zu, Dell um über 5 %. Der Technologie-ETF XLK gewann 1,5 %.
Doch die Erholung hielt nicht an. Der CNBC Magnificent 7 Index, der trac, fiel kurz darauf um rund 3 %. Apple gehörte zu den größten Verlierern: Laut Daten von Google Finance sank die Marktkapitalisierung innerhalb von nur drei Handelstagen um fast 640 Milliarden US-Dollar.
Letzte Woche schoss der Volatilitätsindex der CBOE am Donnerstag über die 50-Punkte-Marke. Das ist extrem hoch. Händler zogen sich von riskanten Positionen zurück. Einen Tag zuvor waren die Märkte nach Trumps 90-tägiger Aussetzung der Zölle in die Höhe geschnellt. Dieser Anstieg war der drittgrößte Tagessprung seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch innerhalb weniger Stunden waren all diese Gewinne wieder dahin.

Bitcoin, die unangefochtene Nummer eins unter den Kryptowährungen, kämpft weiterhin mit den Folgen der Korrektur und konnte die Marke von 85.000 US-Dollar nicht zurückerobern. Interessanterweise hat sich Bitcoin jedoch besser gehalten als alle anderen Anlageklassen, mit Ausnahme von Gold.

Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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