Spaniens Wirtschaft übertrifft europäische Konkurrenten mit dreifacher Aufwertung des Kreditratings

- Spanien erhielt von Fitch, Moody's und S&P eine Aufwertung seiner Kreditwürdigkeit.
- Für Spanien wird nun ein Wirtschaftswachstum von 2,7 % im Jahr 2025 erwartet, verglichen mit lediglich 1,2 % für den gesamten Euroraum.
- Das Land plant, innerhalb von drei Jahren fast eine Million neuedenthinzuzugewinnen.
Spanien erhielt letzte Woche von allen drei großen Ratingagenturen eine Aufwertung seiner Kreditwürdigkeit. Fitch und Moody's schlossen sich S&P an und würdigten damit, wie gut die Wirtschaft des Landes im Vergleich zum Rest Europas dasteht.
Am Freitag hob Fitch Spaniens langfristiges Rating aufgrund der guten Wachstumsaussichten von „A-“ auf „A“ an. Die Ratingagentur erklärte, höhere Produktivität, ein moderates Lohnwachstum und niedrigere Energiepreise hätten Spaniens globale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und die Bilanzen des Privatsektors gefestigt.
Fitch erklärte, die spanische Wirtschaft werde voraussichtlichtron, begünstigt durch die begrenzte Abhängigkeit von US-Zöllen und den anhaltenden Abbau der Auslandsverschuldung.
Moody's hob letzte Woche auch Spaniens Rating um eine Stufe an, von „Baa1“ auf „A3“. Die Entscheidung zeigt, dass sich Madrids Wirtschaftskraft verbessert dank eines ausgewogeneren Wachstums, Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt und einestronBankensektors
Spaniens Wirtschaft hat sich in letzter Zeit sehr gut entwickelt und profitiert von ausländischen Investitionen, Tourismus und Zuwanderung.
Spanische Regierungsvertreter sehen Migration anders als viele ihrer europäischen und US-amerikanischen Kollegen. Sie befürworten sie als Mittel zur Verbesserung der Gesellschaft, zur Bekämpfung der sinkenden Geburtenrate und zur Ankurbelung der Wirtschaft. Anderswo ist der Widerstand gegen Zuwanderung zum festen Bestandteil der Politik geworden und hat populistischen Parteien Auftrieb gegeben. Die meisten Spanier haben dies bisher akzeptiert, doch birgt es Risiken für den sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.
Die relativ neue rechtsextreme Partei Vox, die nicht sotronist wie ähnliche Parteien in Italien, Deutschland und Frankreich, hat das Thema Einwanderung für sich entdeckt. Laut dem Meinungsforschungsinstitut CIS ist es zu einer großen Sorge der Wähler geworden.
Ehrgeiziges Regularisierungsprogramm zielt auf 1 Million neue Einwohnerdent
Es ist nicht das erste Mal, dass Spanien versucht, den Aufenthaltsstatus von undokumentierten Arbeitskräften zu legalisieren. Zwischen 1986 und 2002 gab es bereits sechs ähnliche Initiativen, die 1,2 Millionen Menschen halfen. Dies ist jedoch die bisher ambitionierteste.
Durch dieses und ein weiteres, vorwiegend auf Lateinamerikaner ausgerichtetes Programm will Spanien in den nächsten drei Jahren fast eine Million neuedentgewinnen. Auch das System für Saisonarbeitervisa wird ausgebaut.
Spanien war früher ein Land, das Menschen verließen, um anderswo Arbeit zu finden. Erst Anfang der 2000er-Jahre, mit dem Wirtschaftswachstum, wurde es zu einem Einwanderungsland, da Ausländer Jobs übernahmen, die Spanier nicht ausüben konnten oder wollten. Zahlen der OECD belegen, dass Spanien in diesem Jahrhundert einen der schnellsten demografischen Veränderungen aller Industrieländer erlebt hat: Der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung stieg in weniger als 30 Jahren von 1,6 % auf 14 %.
Die Wachstumsprognosen übertreffen die Erwartungen der Eurozone
Die Regierung teilte Anfang dieses Monats mit, dass sie für dieses Jahr mit einem BIP-Wachstum von 2,7 % rechnet, was über der vorherigen Schätzung von 2,6 % liegt und deutlich über dem für den gesamten Euroraum erwarteten Wachstum von 1,2 %.
Anfang dieses Monats hat S&P Global auch Spanien ein besseres Rating verpasst und dabei auf eine „deutliche Verbesserung“ der Bilanzlage des Landes sowie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber wirtschaftlichen Schocks.
Judith Arnal arbeitet als Senior Fellow am Elcano Royal Institute, einem Thinktank in Madrid. Sie sagte, Spanien habe sich in den letzten Jahren als klarer Wachstumsführer unter den größten Volkswirtschaften der Eurozone herauskristallisiert.
„Spaniens Wachstum beruhte nicht nur auf dem florierenden Tourismus, sondern auch auf dynamischen Dienstleistungen außerhalb des Tourismus, wie etwa Unternehmens-, Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen. Dies markiert einen Wandel im Wachstumsmuster des Landes und zeigt, dass Spanien über wettbewerbsfähige Unternehmen verfügt, die auch jenseits traditioneller Sektoren exportieren können“, erklärte CNBC per E-Mail.
„Das Wachstum war eng mit der demografischen Entwicklung und der Schaffung von Arbeitsplätzen verknüpft. Mehr als die Hälfte der seit 2020 geschaffenen Arbeitsplätze wurden von Zuwanderern besetzt, was zwar das BIP-Wachstum insgesamt stützte, aber zu einem wenigertronAnstieg des BIP pro Kopf führte. Dies spiegelt ein eher extensives als intensives Wachstumsmodell wider“, fügte sie hinzu.
Mit Blick auf die Zukunft sagte Arnal, dass Spanien zwar aufgrund politischer Unsicherheit weiterhin eine führende Rolle im Wachstum der Eurozone, das Land aber mit mehr Stabilität noch besser abschneiden könnte.
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Noor Bazmi
Noor Bazmi ist Mitglied des Cryptopolitan -Nachrichtenteams und hat einen Abschluss in Medienwissenschaften. Sie berichtet über Blockchain, Kryptowährungen, künstliche Intelligenz, Big Tech, den Markt für Elektrofahrzeuge, die Weltwirtschaft und politische Kurswechsel. Um ein internationales Publikum zu erreichen, absolviert sie derzeit ein Marketingstudium.
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