In einem Schritt, der die Synchronsprecherbranche in Videospielen grundlegend verändern könnte, hat die Screen Actors Guild-American Federation of Television and Radio Artists (SAG-AFTRA) eine Vereinbarung mit dem KI-Unternehmen Replica Studios getroffen. Die Hollywood-Gewerkschaft, die eine Vielzahl von Künstlern vertritt, darunter auch Synchron- und Motion-Capture-Künstler, hat sich in den Bereich der künstlichen Intelligenz begeben, um deren Integration in die Spielewelt zu regulieren. Ziel ist es, den innovativen Einsatz von KI mit dem Schutz der Stimmen und Leistungen der Gewerkschaftsmitglieder in Einklang zu bringen.
SAG-AFTRA und Replica Studios – Eine wegweisende Partnerschaft
Im Rahmen der Vereinbarung zwischen SAG-AFTRA und Replica Studios hat die Gewerkschaft spezifische Regeln für den Einsatz von generativer KI in Videospielen festgelegt. Die Vereinbarung räumt Replica das Recht ein, digitale Kopien der Stimmen von Schauspielern zu erstellen, sofern diese ausdrücklich zustimmen. Dies markiert einen bedeutenden Wandel in der Branche, da Synchronsprecher nun die Verwendung ihrer KI-Stimmen aushandeln und die Kontrolle über die weitere Nutzung ihrer Stimmen in zukünftigen Spielen oder interaktiven Medienprojekten behalten können.
Diedent von SAG-AFTRA, Fran Drescher, betonte die Bedeutung des Abkommens für den Schutz der Künstler und erklärte: „Für die meisten Künstler ist ein SAG-AFTRA-tracder beste Schutz vor der unautorisierten digitalen Nachahmung ihrer Stimme, ihres Aussehens und/oder ihrer Darbietung.“ Diese Ansicht wurde von Duncan Crabtree-Ireland, dem nationalen Geschäftsführer und Chefunterhändler von SAG-AFTRA, bekräftigt, der die Bedeutung einer umfassenden Einwilligung und einer fairen Vergütung für die Stimmen und Darbietungen der Mitglieder hervorhob.
Dieser Schritt folgt einer kürzlich getroffenen Vereinbarung zwischen SAG-AFTRA und der Produzentengilde für Film- und Fernsehschauspieler, in der Bedenken hinsichtlich der potenziellen Bedrohung der Existenzgrundlage von Schauspielern durch KI geäußert wurden. Obwohl die AMPTP-Vereinbarung Bestimmungen zu KI enthielt, äußerten einige Mitglieder Vorbehalte, was den Weg für die Untersuchung der Auswirkungen von KI durch die Gewerkschaft seit 2018 ebnete.
Herausforderungen jenseits von Replica Studios – Das LLM-Dilemma
Der Vertrag von SAG-AFTRA mit Replica Studios ist zwar ein wichtiger Schritt, deckt aber nur einen Aspekt des umfassenderen KI-Geschehens in der Unterhaltungsindustrie ab. Insbesondere fehlen in der Vereinbarung Bestimmungen für große Sprachmodelle (LLMs), wie sie beispielsweise von Spielekonzernen wie Ubisoft und dem zu Tencent gehörenden Riot Games mithilfe der ACE-Technologie von NVIDIA eingesetzt werden. Die Gewinnung von Nutzern für LLMs bleibt ein kontroverses Thema, und Bedenken hinsichtlich einer fairen Vergütung betreffen nicht nur Videospiele, sondern auch Filme, Fernsehen und sogar Gerichtsverfahren, wie etwa die Klage der New York Times gegen OpenAI.
Da die Abteilung für interaktive Medien von SAG-AFTRA bereits im September einem Streik zugestimmt hatte, laufen die Gespräche über eine neue Vereinbarung weiter, insbesondere im Hinblick auf die Bedenken der Beschäftigten in der Spieleindustrie, die durch generative KI bedroht werden. Duncan Crabtree-Ireland äußerte die Hoffnung, dass die Vereinbarung mit Replica Studios Videospielunternehmen zu einer Zusammenarbeit bei der Erzielung einer Einigung anregen und so eine positive Richtung für die Verhandlungen einleiten würde.
Die Zukunft mit KI-Synchronsprechern gestalten
Die Zusammenarbeit zwischen SAG-AFTRA und Replica Studios markiert einen Wendepunkt im Umgang mit künstlicher Intelligenz in der Unterhaltungsindustrie. Die Vereinbarung ebnet den Weg zu informierter Einwilligung und fairer Vergütung für Synchronsprecher und trägt der sich wandelnden Videospiellandschaft Rechnung. Der Ausschluss großer Sprachmodelle wirft jedoch grundsätzliche Fragen hinsichtlich der Bereitschaft der Branche auf, die Herausforderungen der KI zu bewältigen. Angesichts der laufenden Verhandlungen, die durch dieses wegweisende Abkommen angeregt wurden, muss man über die zukünftigen Auswirkungen nachdenken: Wird diese Partnerschaft einen Präzedenzfall dent umfassende Vereinbarungen schaffen, und wie wird sich die Kreativbranche an den stetig wachsenden Einfluss technologischer Innovationen anpassen?

