Russland will Amerika beim Bitcoinausmanövrieren. Der Plan? Eine nationale Bitcoin Reserve. Sollte Wladimir Putin dies vor Donald Trumps Amerika schaffen, wäre das nicht nur ein Gewinn für Russland, sondern könnte das wirtschaftliche Machtgleichgewicht grundlegend verändern.
Beide Länder schreiten rasant voran, doch ihre Strategien könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Putin Bitcoin als Waffe sieht, um sich von der US-Dominanz zu befreien, will Trump ihn nutzen, um Amerikas Finanzmacht zu stärken.
Russland wurde seit dem Einmarsch in die Ukraine vor einigen Jahren bereits mit über 18.700 Sanktionen belegt. Die Devisenreserven des Landes in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar sind eingefroren, was Putin nur wenige Handlungsoptionen lässt. Bitcoin bietet einen Ausweg. Auch Trump, der im Januar sein Amt antritt, hat es auf Bitcoin abgesehen. Die Frage ist: Wer kommt zuerst ans Ziel?
Putins Pläne
Anfang des Monats schlug der russische Abgeordnete Anton Tkatschew eine strategische Bitcoin -Reserve vor. Dabei geht es nicht um das Horten von Kryptowährungen, sondern ums Überleben. Bitcoin ist dezentralisiert, immun gegen Manipulationen und – was am wichtigsten ist – außerhalb der Kontrolle westlicher Finanzsysteme.
Tkatschews Vorschlag deckt sich mit Putins öffentlichen Äußerungen, in denen er Bitcoin als „nicht zensierbares Gut“ bezeichnet. Russland prüft bereits Bitcoin -freundliche Maßnahmen. Die Regierung sieht Kryptowährungen als Möglichkeit, internationale Finanzblockaden zu umgehen.
Da Länder wie El Salvador und Polen bereits Bitcoin in ihren Reserven halten, will auch Russland mitmischen. Putins Regierung erwägt sogar, Bitcoin BRICS + -Staaten schaffen
„Den Dollar als Instrument außenpolitischer Auseinandersetzungen zu nutzen, ist einer der größten strategischen Fehler der US-amerikanischen Führung“, sagte Putin. „Wir hatten keinerlei Absicht, die Dollarverwendung einzuschränken. Es war die Entscheidung der Vereinigten Staaten, unsere Transaktionen in US-Dollar zu beschränken.“
Trumps Ambitionen
Trumps Ambitionen beginnen unterdessen mit den 200.000 bitcoin, die die US-Regierung bereits beschlagnahmt hat – im Wert von etwa 21 Milliarden Dollar – und bauen darauf auf. Der US-Präsidentdent auch den Verkauf von Teilen der amerikanischen Goldreserven ins Gespräch, um weitere Bitcoin Käufe zu finanzieren.
Trump handelt dabei nicht allein. Senatorin Cynthia Lummis, eine langjährige Bitcoin Befürworterin, hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der den Erwerb von einer Million bitcoininnerhalb von fünf Jahren vorsieht. Das entspricht etwa 5 % des Gesamtangebots.

Die US-Regierung würde die Ankäufe mit Überschüssen der Federal Reserve und durch die Neubewertung staatlich gehaltener Goldzertifikate finanzieren. Doch Fed-Chef Jerome Powell scheint entschlossen, sich dagegen zu wehren.
Trumps Plan ist ebenso sehr eine Frage der Außenwirkung wie der Strategie. Er will Russland und China entgegentreten, die beide Kryptowährungen als Mittel zur Herausforderung des US-Dollars erforschen.
Die globalen Auswirkungen eines Bitcoin Rennens
Wenn Russland und die USA voll auf Bitcoinsetzen, wird die Welt die Folgen spüren. Die auf 21 Millionen Bitcoinbegrenzte Anzahl bedeutet, dass jede größere Akkumulation die Preise in die Höhe treiben wird. Kleinere Länder werden sich den Preis nicht mehr leisten können, während die beiden Supermächte um die Vorherrschaft ringen.
Kritiker befürchten, dies könne zu Marktmanipulationen führen, da jedes Land versuche, das andere auszustechen. Für Russland könnten Bitcoin Reserven andere sanktionierte Staaten wie Iran oder Nordkoreatrac. Solche Allianzen könnten ein paralleles Finanzsystem schaffen, das die von den USA angeführte Weltordnung untergräbt.
Andererseits würde die amerikanische Währungsreserve dazu dienen, die Finanzlage des Landes zu stabilisieren, insbesondere da immer mehr Länder die Dominanz des US-Dollars in Frage stellen.
Die Rivalität beschränkt sich nicht auf die Reserven. Beide Länder könnten ihre Bitcoin -Mining-Aktivitäten massiv ausbauen, um mehr Kontrolle über das Netzwerk zu erlangen. Russland verfügt über die Energieressourcen, die USA über die technologische Infrastruktur. Sollte eine der beiden Seiten einen großen Anteil der Bitcoin-Hashrate erlangen, könnte dies das Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten verschieben.
Putin und Trump: Eine komplizierte Dynamik
Die vermeintliche Freundschaft zwischen Putin und Trump ist geradezu bizarr. Trump hat Putin öffentlich gelobt und ihn als „intelligent“ und „tron“ bezeichnet, doch ihre Interaktionen wurden stets kritisch beäugt. Es gab Vorwürfe russischer Einmischung in die US-Wahlen 2016, die Trump gewann.
Seit seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2021 hat Trump eigenen Angaben zufolge nicht mit Putin gesprochen. Nach seinem Wahlsieg gratulierte Putin ihm jedoch und nannte ihn „intelligent und erfahren“. Bemerkenswerterweise hat Trump bisher noch keinen direkten Anruf getätigt, sondern nutzt stattdessen informelle Kanäle, um seine Botschaft zu übermitteln.

Die vorsichtige Art ihrer Kommunikation zeigt, dass keine der beiden Seiten der anderen vollständig vertraut. Trump seinerseits hat versprochen, den Ukraine-Krieg „innerhalb von 24 Stunden“ nach seinem Amtsantritt zu beenden. Obwohl er nicht offengelegt hat, wie er dies bewerkstelligen will, haben seine Äußerungen in Kiew für Verwunderung gesorgt.
Viele vermuten, dass ein Abkommen Russland begünstigen würde, insbesondere angesichts Trumps bekannter Zuneigung zu Putin. Ein Streit um Bitcoin würde die Beziehungen zwischen den beiden Ländern mit Sicherheit weiter defi.

