Wird Google durch das harte Vorgehen der EU gegen Cloud-Dienste (DMA) einen unfairen Vorteil erlangen?

- Die EU ernennt AWS und Azure zu DMA-Gatekeepern – ein Novum für Cloud-Anbieter.
- Amazon und Microsoft erheben Einspruch, wobei Microsoft insbesondere den Ausschluss von Google Cloud bemängelt.
- Die Entscheidung ist vorläufig, eine endgültige Entscheidung wird im November erwartet.
Die Europäische Union verschärft ihre Regulierungsmaßnahmen für große Technologiekonzerne und richtet ihr Augenmerk diesmal auf künstliche Intelligenz und Cloud Computing.
Am Donnerstag kündigte die Europäische Kommission Pläne an, Microsoft Azure und Amazon Web Services als Gatekeeper im Rahmen des EU-Gesetzes über Digital Markets Act , DMA) zu benennen.
Die beiden Unternehmen sind die weltweit größten Cloud-Service-Anbieter.
Der DMA, ein Rechtsakt, der eine Reihe von Richtlinien festlegt, was große Plattformen tun dürfen und was nicht, um faire Märkte zu gewährleisten, wird von der EU zum ersten Mal auf Cloud-Anbieter angewendet.
Das Urteil macht auch sehrdent dass der Block die Unternehmen im Zentrum der KI-Branche überwachen will und nicht nur die alltäglichen Anwendungen.
In ihrer Ankündigungwies die Kommission darauf hin, dass AWS und Azure zu unverzichtbaren Diensten geworden sind, die Unternehmen mit ihren Kunden verbinden, obwohl sie die üblichen Größenanforderungen gemäß DMA nicht erfüllen.
Die Regulierungsbehörden argumentierten, dass beide Unternehmen wesentlich größer seien als ihre Konkurrenten.
Dies macht es für Kunden teuer und schwierig, zu einem anderen Cloud-Anbieter zu wechseln.
Die Kommission hob außerdem die wachsende Bedeutung von Partnerschaften und KI-Dienstleistungen bei Kaufentscheidungen für Cloud-Dienste hervor.
Dies hat es kleineren Wettbewerbern erschwert, Marktanteile zu gewinnen, da AWS und Azure weiterhin den größten Teil der rasant steigenden Nachfrage nach KI-gestütztem Cloud Computing innerhalb ihrer eigenen Ökosysteme abdecken.
Technologiekommissarin Henna Virkkunen sagte, Cloud-Dienste seien „zu einem Eckpfeiler der europäischen Wirtschaft und zu einer Voraussetzung für KI geworden“
Sie sagte auch, dass diese Dienste eine Schlüsselrolle für Europas digitale Zukunftund daher in fairen, offenen und wettbewerbsfähigen Märkten funktionieren müssen, die Vertrauen schaffen und dazu beitragen, Europas technologische Unabhängigkeit zu gewährleisten.
Gegenreaktion auf ungleiche Regeln
Diese Entscheidung hat die Unternehmen verärgert, wobei sich der größte Ärger darauf konzentriert, wie sich die Regeln auf den Wettbewerb auswirken werden.
Indem die Kommission AWS und Azure namentlich erwähnt, Google Cloud aber vorerst auslässt, hat sie eine unfaire Situation geschaffen.
Microsoft und Amazon werden nun mit zusätzlichen Ausgaben und Anforderungen zu kämpfen haben.
Sie müssen aufhören, ihre eigenen Waren und Dienstleistungen zu bevorzugen, ihre Systeme mit denen der Konkurrenz kompatibel machen und es den Kunden erleichtern, ihre Daten zu übertragen.
Google hingegen kann sein Geld darauf konzentrieren, das Geschäft auszubauen und Gemini AI in seine Cloud-Dienste zu integrieren.
Ein Microsoft-Vertreter schien in einer Stellungnahme gegenüber Euractiv Google ins Visier zu nehmen und behauptete, dass das Cloud-Geschäft in Europa wettbewerbsintensiv, dynamisch und ein wichtiger Motor des wirtschaftlichen Wachstums sei.
Der Vertreter führte weiter aus, dass der Markt negativ beeinflusst und der Wettbewerb verzerrt werden könnte, wenn der wachsende Einfluss von Google Cloud und Gemini nicht berücksichtigt werde.
Ein Sprecher von AWS erhob ebenfalls Einspruch und erklärte, die Entscheidung berücksichtige nicht die Bandbreite der für europäische Verbraucher verfügbaren Cloud-Lösungen und könne Investitionen abschrecken.
Der Sprecher erklärte außerdem, dass die EU Cloud-Dienste bereits durch das Datenschutzgesetz regelt, und argumentierte, dass zusätzliche, sich überschneidende Vorschriften im Rahmen des DMA den Zugang zu Spitzentechnologie einschränken und die Wettbewerbsfähigkeit Europas verringern würden.
Die frühe Einbeziehung von Google Cloud als unfair zu bezeichnen, verkennt den größeren Kontext.
Das mag Google kurzfristig einen Aufschwung bescheren, aber der Nutzen dürfte nicht bedeutend sein und nicht lange anhalten.
AWS und Azure dominieren weiterhin den Markt, und die meisten Unternehmen wechseln nur selten den Anbieter.
Google könnte ohnehin später noch hinzugefügt werden; diese Entscheidung ist nur vorläufig.
Darüber hinaus wird es für Verbraucher gemäß dem EU-Datenschutzgesetz, das 2027 in Kraft tritt, deutlich einfacher sein, den Cloud-Anbieter zu wechseln.
Jeglicher Vorteil, den Google jetzt erlangen könnte, dürfte angesichts destronDrängens der EU auf digitale Unabhängigkeit und der Unterstützung europäischer Cloud-Anbieter gering und von kurzer Dauer sein.
Was geschieht als Nächstes?
Dies ist nur eine vorläufige Entscheidung, nicht die endgültige.
Microsoft und Amazon haben noch Zeit, die Entscheidung anzufechten und schriftliche Stellungnahmen einzureichen, bevor die Kommission im November ihre endgültige Entscheidung verkündet.
Wird die Entscheidung bestätigt, haben beide Unternehmen anschließend sechs Monate Zeit, die DMA-Regeln vollständig zu erfüllen.
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Hania Humayun
Hania verstärkte Cryptopolitan mit langjähriger Erfahrung in der Analyse von Finanzen, Wirtschaftstrends und Prognosemärkten. Sie berichtete über Themen wie neue Technologien, KI und Fintech. Ihre Expertise als Architektin verleiht ihrem journalistischen Schaffen zusätzliche Dynamik und Präzision. Sie absolvierte ihr Architekturstudium am National College of Arts in Lahore
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