Facebooks Stablecoin Libra bereitet Regierungsbeamten und Banken weltweit weiterhin schlaflose Nächte. Ein Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) und Präsident dent Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, forderte die europäischen Banken auf, eine günstigere, schnellere und sicherere Alternative zu Libra zu entwickeln, berichtete ein deutsches Nachrichtenportal am 2. Januar 2020.
Libra zählt zweifellos zu den am meisten erwarteten Projekten des Jahres 2020. Die von Zuckerberg initiierte Maßnahme hatte jedoch bisher Schwierigkeiten , die Regulierungsbehörden zufriedenzustellen und Partner zu gewinnen . Seit ihrem Start stieß Libra auf Kritik und stellte die Zentralbanken weltweit vor eine Herausforderung . Um die Kontrolle über den Finanzmarkt zu behalten, entwickeln staatlich gestützte digitale Währungen als Alternative zu diesem privaten Stablecoin.
Nur eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) kann dem Stablecoin Libra nichts entgegensetzen, so ein EZB-Beamter
Laut Weidmann reicht das jedoch nicht aus. Man müsse dem bahnbrechenden Konzept des Stablecoins Libra eine deutlich effizientere, sicherere und kostengünstigere Zahlungsplattform entgegensetzen, sagt er.
Ich erwarte nicht, dass der Staat sofort eine Lösung findet, aber in einer verbraucherorientierten Wirtschaft müssen die Banken die Ersten sein, die auf die Bedürfnisse der Verbraucher eingehen, erklärt Weidmann.
Auf die Frage, ob er digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) für die Antwort auf Libra halte, antwortete er umgehend, es sei noch zu früh für eine solche Einschätzung. Weidmann ist der Ansicht, dass Banken, um eine solche Entscheidung treffen zu können, die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen, die damit verbundenen Risiken ermitteln und deren Kontrollierbarkeit prüfen müssen. Erst dann könne eine CBDC eingeführt werden, bestätigte er.
Wir brauchen ein Libra-ähnliches System für eine freie Gesellschaft, so ein EZB-Beamter
Bezüglich der Fortschritte von Ländern wie China und Schweden bei der Entwicklung eigener digitaler Währungen erklärte Weidmann, dass diese Länder über ein völlig anderes Verwaltungssystem verfügen. Wenn wir unseren Volkswirtschaften eine solche Machtfülle aufzwingen, wird die Bevölkerung dies nicht gutheißen. Daher müssen wir etwas entwickeln, das in einer liberalen Gesellschaft wie Europa effizient ist, so Weidmann.
Was die Vorreiterrolle der Deutschen Bundesbank bei Experimenten mit einer eigenen digitalen Währung betrifft, so bestätigt Weidmann, dass diese sich lediglich auf die Zahlungsabwicklung zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken beschränkt. Die Zentralbank arbeite daran, ihre kontobasierte Kernlösung mithilfe der Blockchain-Technologie zu ergänzen; ein Durchbruch sei jedoch noch nicht erzielt worden, so Weidmann.
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