Venezuela ist eine der Anomalien der modernen Welt. Gleichzeitig ist es ein Paradebeispiel dafür, wie Kryptowährungen einem ganzen Land zugutekommen können. Aufgrund der massiven Inflation, unter der das Land seit Jahren leidet, ist der venezolanische Bolívar praktisch wertlos geworden. Daher wickelt der Großteil der Bevölkerung Transaktionen aus dem Ausland über Dash und diverse andere Kryptowährungen ab.
Die Regierung reagierte prompt auf diese Entwicklung und schuf ihre eigene staatlich gestützte Kryptowährung namens Petro, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Doch die staatliche Unterstützung bietet gewissermaßen eine Erfolgsgarantie, auch wenn dies von der Mehrheit der Bevölkerung nicht so wahrgenommen wird.
Die venezolanische Regierung hat beschlossen, den Einsatz von Petro nicht nur auf dem lokalen Markt, sondern auch international auszuweiten. Ein russisches Nachrichtenportal berichtete, Venezuela werde künftig Handelsabkommen mit Russland in Rubel abschließen und stattdessen Petro einführen.
Wollen Sie den US-Dollar loswerden?
Bei einer UN-Konferenz in Genf stellte der venezolanische Vertreter Jorge Valero unmissverständlich klar, dass die Regierung nicht beabsichtige, den US-Dollar aus ihrer Wirtschaft zu verbannen. Doch genau das will sie der UN höchstwahrscheinlich glauben machen.
Die politische Feindseligkeit zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela lässt sich nicht durch lächelnde Politiker und Dementis vor internationalen Organisationen verschleiern.
Die Einführung der auf Petro basierenden gegenseitigen Handelsabkommen mit Russland zielte zwar in der Tat darauf ab, die Popularität von Petro zu steigern, war aber mit Sicherheit auch ein Schlag ins Gesicht des US-Dollars.
Politische Intrigen zwischen Russland und den USA
Russland steht jedoch an einem Scheideweg. Die Kryptowährung Petro wurde nahezu einseitig kritisiert , da sie allem widerspricht, wofür die Blockchain steht.
Anfangs gab es Aufschreie, als die venezolanische Regierung ankündigte, die Bevölkerung zur ausschließlichen Nutzung von Petro zu zwingen. Ob Russland Teil dieser autoritären Wirtschaftsordnung sein will, ist weiterhin umstritten.
Aber auch Russland wird von den gegenseitigen Handelsabkommen mit Petro profitieren, da dies eine sehr gut formulierte politische Botschaft an die USA darstellt.
Die USA haben Venezuela wegen seiner grausamen und autoritären Regime in der Region mit Sanktionen belegt, da diese der lokalen Wirtschaft, einschließlich der Reservewährung, die von der Oberschicht des Landes verwendet wird, ernsthaften Schaden zufügten.
Sollte Russland diese Sanktionen durch eine Ausweitung seiner Handelsabkommen mit Venezuela aushebeln, würde dies weltweit einen massiven Schock auslösen und signalisieren, dass die US-Sanktionen wertlos sind.
Ob Russland bereit ist, diesen politischen Schritt zu gehen, bleibt abzuwarten.
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