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Die USA warnen die EU vor einer Überarbeitung der digitalen Regeln

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
Die USA warnen die EU vor einer Überarbeitung der Digitalregeln.
  • Washington argumentiert, dass die EU-Digitalgesetze amerikanische Technologieunternehmen unfairerweise ins Visier nehmen und die freie Meinungsäußerung einschränken könnten.
  • Trumps EU-Botschafter Andrew Puzder kündigt an, dass die USA formelle Beschwerden einreichen und auf Gespräche drängen werden.
  • Brüssel weist die Behauptung zurück und beharrt darauf, dass die Gesetze für alle europäischen Unternehmen gleichermaßen gelten.

Die Vereinigten Staaten haben die Europäische Union gewarnt, dass ihre digitalen Richtlinien die transatlantischen Beziehungen schädigen könnten, wenn sie nicht überarbeitet würden. Washington argumentiert, dass die Gesetze amerikanische Technologieunternehmen ungerechtfertigt mit Haftungsansprüchen belasten und die freie Meinungsäußerung im Internet einschränken würden.

Die Warnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa gegen den Digital Markets Act (DMA) und den Digital Services Act (DSA) vorgeht. Diese Gesetze, die die Kontrolle mächtiger Plattformen und Online-Inhalte zum Ziel haben, stoßen bereits auf heftigen Widerstand von US-Unternehmen, die in Russland tätig sind, darunter Apple, Facebook (Meta) und Google.

Die USA fordern Änderungen an den EU-Gesetzen

Andrew Puzder, Donald Trumps Botschafter bei der Europäischen Union, hat Washingtons Angriffe auf Europas digitale Regelungen verschärft. Puzder erklärte in Brüssel, die USA würden formelle Stellungnahmen mit ihren Bedenken an die Europäische Kommission übermitteln. Ziel sei es, so Puzder, direkte Gespräche mit EU-Beamten darüber anzustoßen, wie diese Regelungen gestaltet sind und welche Auswirkungen sie auf amerikanische Unternehmen haben.

Im Zentrum des Streits stehen zwei wegweisende Gesetzesentwürfe: ein Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA), das die Marktmacht von „Gatekeepern“ wie Google, Apple, Amazon und Meta gegenüber kleineren Unternehmen einschränken soll, und ein Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA), das Plattformen zur Bekämpfung illegaler oder schädlicher Inhalte verpflichten soll. Diese Gesetze zählen zu den ambitioniertesten Technologie-Regulierungen weltweit und verändern grundlegend die Handlungsfähigkeit von Online-Unternehmen in Europa.

Puzder argumentierte, dass die Gesetzgebung zwar neutral formuliert sei, aber amerikanische Unternehmen stärker beschränke als europäische. Er sagte, die Europäer hielten die Regeln für milder als die USA und betonte, dass beide Seiten die Gesetze sorgfältig prüfen müssten.

Er behauptete, kein amerikanischerdent, ob Republikaner oder Demokrat, könne tatenlos zusehen, wenn US-Unternehmen oder die Grundrechte ihrer Bürger eingeschränkt würden. Er fügte hinzu, dass die Vereinigten Staaten sichtrondagegen aussprechen würden, falls die Gesetzgebung dazu führe, dass Wettbewerber außerhalb Europas wirtschaftlich benachteiligt würden, um der europäischen Industrie zu nutzen.

Präsidentdent sollten amerikanische Unternehmen ungerecht behandelt werden. Er drohte mit Strafzöllen und anderen Handelsmaßnahmen gegen Länder, die amerikanische Technologieunternehmen „diskriminieren“. Anfang des Jahres deutete Trump an, dass Verbündete mit höheren Zöllen auf Autos und andere Produkte rechnen müssten, sollten sie die digitalen Regeln, die die USA als ihren Interessen abträglich betrachten, nicht anpassen.

Die harte Rhetorik verdeutlicht, wie ernst Washington Europas digitale Agenda nimmt. Obwohl die USA und die EU kürzlich ein Handelsabkommen erzielten, das eine Eskalation der Zölle verhinderte, besteht die Gefahr, dass die Spannungen im Bereich der Technologieregulierung wieder aufleben, gerade als beide Seiten die Beziehungen verbessert hatten.

Die EU verteidigt ihre digitale Souveränität

Die Europäische Kommission hat den Vorwurf der Diskriminierung zurückgewiesen. Offizielle Vertreter erklärten, die Regeln seien unparteiisch und gälten für alle Unternehmen, unabhängig von ihrem Sitz. Sie argumentierten, die Gesetze seien notwendig, um einen faireren Wettbewerb und ein sichereres Online-Umfeld zu gewährleisten.

Frankreich und Deutschland haben Brüssel öffentlich unterstützt. Beide Regierungen erklärten, Europa habe das Recht, seinen digitalen Markt selbst zu regulieren, ohne von Washington dazu gezwungen zu werden.

Margrethe Vestager, die EU-Wettbewerbskommissarin, erklärte, die DMA sei notwendig, um zu verhindern, dass mächtige Plattformen ungehindert agieren. Sie betonte, die EU werde ihre Standards nicht unter dem Druck der USA lockern oder aufheben.

Die Kommission hat unterdessen eine öffentliche Konsultation zur möglichen Vereinfachung der Digitalvorschriften eingeleitet. Kritiker befürchten, dass der Prozess den Schutz der digitalen Vorschriften abschwächen könnte, während Lobbyisten der Industrie schwächere Regeln anstreben. Die Konsultation läuft bis zum 14. Oktober.

Der Streit um die digitale Regulierung droht die jüngsten Verbesserungen in den Beziehungen zwischen den USA und der EU zu überschatten. Beide Seiten einigten sich im Juli auf ein umfassendes Handelsabkommen, das einen transatlantischen Handelskrieg abwendete.

Doch der digitale Konflikt könnte dieses Wohlwollen auf die Probe stellen. Drohungen der USA mit Vergeltungsmaßnahmen auf der einen Seite und Zusicherungen der EU-Souveränität auf der anderen Seite schaffen die Voraussetzungen für schwierige Verhandlungen in den kommenden Monaten.

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Nellius Irene

Nellius Irene

Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.

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