NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT
WÖCHENTLICH
BLEIBEN SIE AN DER SPITZE

Die besten Krypto-Einblicke direkt in Ihren Posteingang.

Großbritannien unternimmt einen zweiten Versuch beim Zugriff auf die Apple-Cloud

VonNoor BazmiNoor Bazmi
Lesezeit: 2 Minuten,
Großbritannien unternimmt einen zweiten Versuch beim Zugriff auf die Apple-Cloud
  • Das britische Innenministerium hat eine neue technische Leistungsmitteilung herausgegeben, in der von Apple die Gewährung des Zugriffs auf verschlüsselte Cloud-Backups ausschließlich britischer Staatsbürger gefordert wird.
  • Apple hat seinen erweiterten Datenschutzdienst im Februar für Nutzer in Großbritannien eingestellt.
  • Datenschützer warnen davor, dass die Gefährdung der Verschlüsselung in Großbritannien Sicherheitslücken schaffen könnte, die Kriminelle und feindselige Regierungen weltweit ausnutzen könnten

Die britische Regierung hat eine neue Forderung an Apple gerichtet, Zugang zu verschlüsselten Cloud-Speicherdaten britischer Nutzer zu gewähren. Dies markiert einen erneuten Konflikt zwischen den Behörden und dem Technologiekonzern über den Datenschutz der Kunden.

Beamte des britischen Innenministeriums haben Apple eine sogenannte technische Mitteilung zukommen lassen, die sich speziell auf verschlüsselte Cloud-Backups britischer Staatsbürger bezieht. Dies stellt eine abgeschwächte Vorgehensweise gegenüber einem früheren Versuch dar, der weltweiten Zugriff auf Nutzerdaten anstrebte und zu Spannungen mit Washington geführt hatte.

Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Financial Times bezieht sich die neue Mitteilung ausschließlich auf Daten von Kunden mit Sitz in Großbritannien und nicht auf Nutzer weltweit. Auf Nachfrage wollte ein Sprecher des Innenministeriums weder bestätigen noch dementieren, ob solche Mitteilungen existieren, und verwies auf die operative Sicherheit. Der Sprecher erklärte, das Ministerium werde alle notwendigen Maßnahmen im Inland ergreifen, um die britischen Bürger zu schützen.

Nach dem ersten Streitfall hat Apple im Februar seinen erweiterten Datenschutzdienst für neue britische Kunden eingestellt. Bestehende Nutzer wurden darüber informiert, dass sie die Sicherheitsfunktion gegebenenfalls deaktivieren müssten. Andere Kommunikationsdienste wie iMessage und FaceTime bieten weiterhin standardmäßig Verschlüsselung.

US-Beamte äußern sich zu dem Streit

Im vergangenen August deutete Tulsi Gabbard, die damalige Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes der USA, an, dass die britischen Behörden von ihren ursprünglichen Forderungen bezüglich amerikanischer Kundendaten abgerückt seien.dent Donald Trump hatte die Anfrage zuvor mit Praktiken Chinas verglichen.

Apple äußerte sich zwar nicht direkt zu dem Vorfall, zeigte sich aber tief enttäuscht darüber, britischen Kunden keinen umfassenden Datenschutz bieten zu können. Das Unternehmen betonte, unter keinen Umständen Hintertüren in seine Systeme einbauen zu wollen.

„Apple ist weiterhin bestrebt, seinen Nutzern ein Höchstmaß an Sicherheit für ihre persönlichen Daten zu bieten und hofft, dies zukünftig auch im Vereinigten Königreich gewährleisten zu können. Wie wir bereits mehrfach betont haben, haben wir niemals eine Hintertür oder einen Generalschlüssel für unsere Produkte oder Dienstleistungen eingebaut und werden dies auch in Zukunft nicht tun“, erklärte das Unternehmen.

Apples Rechtsstreit geht weiter

Apple focht die ursprüngliche Mitteilung über die technischen Fähigkeiten vor dem Untersuchungstribunal an, das prüft, ob inländische Nachrichtendienste im Rahmen des Gesetzes gehandelt haben.

Einzelheiten zum Inhalt der Benachrichtigung wurden nicht offengelegt, und das geltende Gesetz zur Ermittlungsbefugnis (Investigatory Powers Act) untersagt es den Empfängern, die Existenz dieser Benachrichtigungen zu bestätigen. Laut Financial Times ging die erste Benachrichtigung über den erweiterten Datenschutz hinaus und umfasste auch den Standard-iCloud-Dienst, der von den meisten Nutzern verwendet wird.

Die fortschrittliche Datenschutzfunktion basiert auf einer Verschlüsselung, die es ausschließlich Kontoinhabern ermöglicht, ihre Dateien, darunter Dokumente und Fotos, zu entsperren. Selbst Apple hat keinen Zugriff auf diese verschlüsselten Daten. Apple hat die Verschlüsselungsfunktionen seiner Dienste kontinuierlich verbessert, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen.

Die Situation verweist auf die umfassenderen Bedenken hinsichtlich Datenschutz und staatlicher Überwachung, mit denen Technologieunternehmen bei ihrer Tätigkeit in verschiedenen Rechtsordnungen konfrontiert sind.

„Die daraus resultierende Schwachstelle kann von feindlichen Staaten, Kriminellen und anderen Übeltätern auf der ganzen Welt ausgenutzt werden“, so die Organisation.

Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.

Diesen Artikel teilen
MEHR … NACHRICHTEN
DEEP CRYPTO
CRASH-KURS