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Das unwahrscheinliche Comeback des Pfund Sterling stößt auf Widerstand, da Großbritannien im globalen Zinserhöhungszyklus hinterherhinkt

VonJai HamidJai Hamid 2 Minuten Lesezeit
Das unwahrscheinliche Comeback des Pfund Sterling stößt auf Widerstand, da Großbritannien im globalen Zinserhöhungszyklus hinterherhinkt
  • Das Pfund Sterling kann sich in diesem Jahr gegenüber mehreren wichtigen Währungen noch behaupten, aber die Dynamik lässt nach.
  • Der jüngste Führungswechsel in Großbritannien hat keinen größeren Kursverfall des Pfunds ausgelöst.
  • Höhere Ölpreise und steigende Anleiherenditen setzen die globalen Märkte zusätzlich unter Druck.

Das Pfund Sterling hat die jüngste politische Katastrophe Großbritanniens und die globalen Spannungen unbeschadet überstanden, verliert aber an Schwung, da Großbritannien bei der Entwicklung hin zu höheren Zinssätzen ins Hintertreffen gerät.

Bisher hat die Währung in diesem Jahr gegenüber dem Euro um etwa 1,6 %, gegenüber dem Schweizer Franken um 2,8 %, gegenüber der schwedischen Krone um 4,9 % und gegenüber dem kanadischen Dollar um 1 % zugelegt.

Gegenüber dem US-Dollarhat sich das Pfund Sterling kaum bewegt, während der japanische Yen um 1,3 % zulegt. Das Pfund Sterling schlägt in diesem Jahr weiterhin mehrere wichtige Währungen, auch wenn sich dieser Aufwärtstrend derzeit abzuschwächen beginnt.

Die politischen Ereignisse in Großbritannien haben nicht zu einem nennenswerten Kursverfall des Pfunds geführt. Der Rücktritt von Premierminister Keir Starmer am 20. Juli ebnete den Weg für den siebten Premierminister Großbritanniens innerhalb von zehn Jahren. Die Labour-Partei handelte schnell und brachte Andy Burnham in die Downing Street.

Die Märkte interessieren sich für Andys Finanzpläne, insbesondere dafür, ob die neue Regierung sich weiterhin an die von Finanzministerin Rachel Reeves defi„Finanzregeln“ halten wird.

Die Kreditkosten für die britische Regierung sind seit Andys Amtsantritt gestiegen, aber auch in einigen anderen Volkswirtschaften sind die Anleiherenditen gestiegen.

Ölpreise und steigende Anleiherenditen setzen das Pfund Sterling erneut unter Druck, da sich die Märkte in Richtung höherer Zinssätze bewegen

Die britische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 0,4 %, nachdem sie in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,6 % zugelegt hatte. Damit gehörte Großbritannien in diesem Zeitraum zu den am schnellsten wachsenden Industrieländern. Verbesserte Wetterbedingungen und die Ausgaben im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft kurbelten die Konsumnachfrage an. Die Unternehmen agierten zudem inmitten der geopolitischen Spannungen.

Das Pfund Sterling erfuhr im April mit Beginn des Iran-Konflikts einen weiteren Aufschwung. Händler befürchteten, die Bank of England könnte bei steigenden Energiekosten und der damit einhergehenden Inflation energischer reagieren. Diese Einschätzung stützte die britischen Zinssätze und gab der Währung zusätzliche Kraft.

Das Bild ändert sich nun, da Öl teurer wird und die Renditen andernorts steigen. US-Aktienfutures gaben am frühen Mittwoch nach den Verlusten vom Dienstag nach. Die Futures des Dow Jones Industrial Average fielen bis 5:47 Uhr ET um 0,24 %. Die S&P-500-Futures legten um weniger als 0,1 % zu, während die Nasdaq-100-Futures um 0,14 % nachgaben.

Auch in Europa gaben die meisten Märkte nach. Der Stoxx 600 fiel um 0,69 Prozent, der britische FTSE 100 um 0,32 Prozent. Der deutsche DAX verlor 0,68 Prozent, der französische CAC 40 gab um 0,95 Prozent nach und der italienische FTSE MIB sank um 1,27 Prozent.

In Asien zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Der japanische Nikkei 225 schloss 0,19 % niedriger, während der südkoreanische Kospi um 1,40 % zulegte. Der australische S&P/ASX 200 fiel um 0,11 %, der chinesische CSI 300 hingegen schloss 0,30 % höher.

Der Ölpreis trieb den Druck maßgeblich an. Die Brent-Rohöl-Futures stiegen um mehr als 2 % und überschritten erstmals seit Juli die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärfen sich und schüren die Sorge vor weiteren Versorgungsengpässen bei der Energieversorgung aus dem Nahen Osten.

Der Rohölpreis war bereits am Dienstag gestiegen und hatte die US-Aktienkurse gedrückt. Da die Märkte am Montag wegen des Labor Day geschlossen waren, war Dienstag der erste Handelstag der verkürzten Woche. Der Dow Jones fiel um 1,2 Prozent und verzeichnete damit seinen größten Tagesverlust seit fast drei Wochen. Der S&P 500 verlor 0,6 Prozent, während der Nasdaq Composite 0,3 Prozent niedriger schloss.

Anleihen setzten den Markt zusätzlich unter Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Dienstag kurzzeitig über 4,8 %, da die steigenden Ölpreise die Inflationssorgen verstärkten. Höhere Renditen belasteten anschließend auch die Aktienkurse und verstärkten den allgemeinen Zinsdruck, der nun auf das Pfund Sterling wirkt.

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Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

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