Der S&P 500 erreichte am Dienstag einen neuen Rekordwert und schloss bei 6.445,76 Punkten, nachdem er um 1,13 % gestiegen war. Auch der Nasdaq Composite verzeichnete einen neuen Höchststand und schloss bei 21.681,90 Punkten mit einem Plus von 1,39 %.
Der Dow Jones Industrial Average legte um 483,52 Punkte bzw. 1,10 % zu und schloss bei 44.458,61 Punkten. Die Rallye erfolgte, nachdem die Inflationszahlen für Juli etwas schwächer als erwartet ausfielen, was laut Daten von Dow Jones die Erwartung nährte, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen bereits im nächsten Monat senken könnte.
Der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 % und lag damit knapp unter der Prognose von 2,8 %. Der Kern-VPI, der Lebensmittel- und Energiekosten ausklammert, legte gegenüber dem Vorjahr um 3,1 % zu und übertraf damit die Prognose von 3 % leicht.
Die schwächeren Nachrichten veranlassten Händler, ihre Erwartungen auf bevorstehende Zinssenkungen zu erhöhen. Vor der Veröffentlichung des Berichts lag die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September bei 85 %. Nach den Daten schnellte diese Wahrscheinlichkeit auf 94 % in die Höhe. Händler erhöhten zudem ihre Erwartungen an weitere Zinssenkungen im Oktober und Dezember.
Zinserwartungen und Sektorbewegungen
Tom Hainlin, nationaler Anlagestratege bei der US Bank Asset Management Group, sagte, die aktuelle Konstellation führe zu sinkenden Zinsen und steigenden Unternehmensgewinnen, wodurch ein, wie er es nannte, „ziemlich gutes Umfeld für den breiten Aktienmarkt“ entstehe
Kleinere Unternehmen verzeichneten den größten Zuwachs: Der Russell 2000 stieg fast dreimal so stark wie der S&P 500. Im Kryptobereich legte die Circle Internet Group um 3 % zu, nachdem sie einen Umsatzanstieg von 53 % im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr gemeldet hatte.
Die Inflationsdaten waren nicht der einzige Faktor, der die Märkte bewegte. Am Montag kündigtedent Donald Trump an, die 90-tägige Aussetzung der höheren Zölle auf chinesische Waren zu verlängern. Diese Entscheidung fiel, während Händler auf den am Donnerstag veröffentlichten Erzeugerpreisindex warteten, der ein umfassenderes Bild der Großhandelsinflation liefern wird.
Beide Datensätze werden vor dem Treffen der US-Notenbank in Jackson Hole Ende dieses Monats veröffentlicht, gefolgt von der Sitzung im September, auf der über den Zinssatz entschieden wird.
Wolfe Research stellte fest, dass die sommerlichen Marktschwankungen zwar typisch seien, das Unternehmen aber davon ausgehe, dass die Vorsicht der Anleger bis zum Herbst nachlassen werde.
In einer am Sonntag veröffentlichten Analyse hieß man gehe zwar offiziell weiterhin davon aus, dass die Fed die Zinsen im September unverändert lasse, doch der vergangene Arbeitsmarktbericht gebe der Zentralbank „Grund, die geplanten Zinssenkungen vorzunehmen“. Weiter hieß es, die Wirtschaftslage könne sich bis zum Herbst „besser entwickeln als befürchtet“, da das Wachstum wieder anziehe.
Analysten äußern sich zur Nachhaltigkeit der Marktrallye
BCA Research deutete an, dass die Rallye auch bei einer Konjunkturabschwächung anhalten könnte. In einer Analyse vom Montag erklärte das Unternehmen, es neige zu der Schlussfolgerung, dass ein langsameres Wachstum die Märkte in den nächsten sechs bis zwölf Monaten nicht beeinträchtigen werde, sofern es allmählich erfolge. BCA führte außerdem aus, dass Anzeichen einer schwächeren Konjunktur sogar als Katalysator für weitere Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) gesehen werden könnten.
Das Unternehmen warnte jedoch, dass dietronAufwärtsdynamik defensiven Anlegern Schwierigkeiten bereitet. Die ersten wichtigen Wirtschaftsdaten hätten die Einschätzung bestärkt, dass die Wirtschaft nicht sotronsei, wie der Markt annehme. BCA fügte hinzu, dass sich Arbeitsmarkt und Konsumausgaben „auf einem schmalen Grat über einem Stillstand befinden“, was darauf hindeutet, dass jeder Fehltritt die zugrunde liegende Schwäche schnell offenlegen könnte.
Von nun an wird sich der Fokus der Wall Street weiterhin auf die Inflationszahlen, die bevorstehenden Fed-Sitzungen und die anhaltende Zollsituation mit China richten, während sich die Händler auf ein möglicherweise volatiles Ende des Sommers einstellen.

