Samsung wehrt sich gegen die indische Steuernachforderung in Höhe von 520 Millionen US-Dollar und lehnt, wie Volkswagen, die Strafen ab

- Samsung wehrt sich gegen eine Steuernachforderung der indischen Behörden in Höhe von 520 Millionen US-Dollar wegen angeblich falscher Klassifizierung von Importen von Netzwerkgeräten.
- Das Unternehmen hat beim Customs Excise and Service Tax Appellate Tribunal in Mumbai eine 281-seitige Beschwerde eingereicht, in der es behauptet, dass ähnliche Praktiken von Reliance Jio nicht beanstandet wurden.
- Der Fall folgt einem ähnlichen Streitfall mit Volkswagen, der ebenfalls eine Steuernachforderung in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar wegen falsch klassifizierter Importe anfechtet.
Samsung wehrt sich gegen eine Steuernachforderung der indischen Behörden in Höhe von 520 Millionen US-Dollar. Die Steuerverfügung wurde im Januar 2025 erlassen, da Samsung angeblich Importe einer wichtigen Telekommunikationskomponente falsch klassifiziert habe.
Die falsche Einstufung von Importen soll dem Unternehmen geholfen haben, Zölle zu umgehen. Samsung argumentiert jedoch, dass die Behörden von dieser Praxis wussten, da das indische Unternehmen Reliance laut vorliegenden Dokumenten jahrelang dieselbe Komponente auf ähnliche Weise importiert hatte.
Samsung wehrt sich vor Gericht gegen Indiens Steuerforderungen
Laut einem Berichtforderten die indischen Steuerbehörden im Januar von Samsung die Zahlung von 520 Millionen US-Dollar wegen Umgehung der 10-20-prozentigen Zölle durch falsche Klassifizierung von Importen wichtiger Mobilfunkturmausrüstung, bekannt als „Remote Radio Head“, einer kritischen Komponente, die in 4G-Systemen verwendet wird.
Diese Komponente wurde von 2018 bis 2021 an den Telekommunikationsriesen Reliance Jio des Milliardärs Mukesh Ambani verkauft. Das Unternehmen nutzte ein ähnliches Geschäftsmodell ohne Konsequenzen, obwohl keine Tarife gezahlt wurden.
Samsung behauptet, die indischen Behörden seien sich der langjährigen Praxis von Reliance, drei Jahre lang bis 2017 dieselben Geräte zu importieren, „vollkommen bewusst“ gewesen.
Unterdessen behauptet die indische Niederlassung von Samsung, dass eine indische Steuerprüfung ergeben habe, dass Reliance bereits 2017 vor dieser Praxis gewarnt worden sei. Das Unternehmen habe die Warnung jedoch für sich behalten, und die Steuerbeamten hätten nie mit Samsung gesprochen.
„Reliance Jio-Vertreter haben Samsung nicht über die Steuerwarnung von 2017 informiert“, hieß es. Weitere Details zu der Warnung der Steuerbehörden an Reliance aus dem Jahr 2017 sind nicht öffentlich und wurden in der Samsung-Meldung nicht offengelegt.
Neben den 520 Millionen US-Dollar, die Samsung zahlen muss, drohen dem Unternehmen außerdem 81 Millionen US-Dollar Strafe gegen sieben Mitarbeiter, wodurch sich die gesamte Steuernachforderung auf 601 Millionen US-Dollar beläuft. Es ist derzeit nicht bekannt, ob die betroffenen Mitarbeiter die Strafen separat anfechten.
Samsung wehrt sich gegen die Forderung wegen Ungerechtigkeit, da die Behörden das Geschäftsmodell kannten. Müsste der südkoreanische Technologiekonzern die Strafe zahlen, würde dies einen erheblichen Teil seines Nettogewinns aus dem Vorjahr kosten, der für die indische Tochtergesellschaft 955 Millionen US-Dollar betrug.
Während Samsung seine Zollerklärungen verteidigte, argumentierte das Unternehmen in seiner Eingabe auch, dass die Steuerbehörde die Anordnung im Januar überhastet erlassen habe, ohne ihr „eine faire Gelegenheit“ zur Darlegung ihres Falles zu geben, obwohl es um „enorme Belange“ gehe.
Samsung ist das zweite große ausländische Unternehmen, das eine indische Steuerforderung anfechtet
Samsung ist das jüngste große ausländische Unternehmen, das in Indien und eine Steuerforderung der indischen Behörden anfechtet.
Volkswagen hat außerdem die Regierung von Premierminister Narendra Modi vor Gericht auf eine Rekordforderung von 1,4 Milliarden Dollar verklagt, weil sie ihre Komponentenimporte falsch klassifiziert habe.
Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Volkswagen argumentiert, dass die Steuerforderung gegen die indischen Einfuhrbesteuerungsvorschriften verstößt und die 1,5 Milliarden Dollar schwere Investition des Unternehmens in dem Land gefährdet.
Die Steuermitteilung wurde im September 2024 ausgestellt. Laut den Behörden hat Volkswagen Importe von VW-, Skoda- und Audi-Autoteilen fälschlicherweise als Einzelkomponenten anstatt als komplett zerlegte Einheiten deklariert und dadurch Zölle in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar hinterzogen.
Bei möglichen Strafzahlungen könnte das Unternehmen zu einer Summe von bis zu 2,8 Milliarden US-Dollar verpflichtet sein. Der Anwalt von Volkswagen deutete an, dass dies erhebliche Auswirkungen auf das Indien-Geschäft haben würde, das zwischen 2023 und 2024 einen Nettogewinn von lediglich 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftete.
Die indische Regierung hat sich dem Antrag von Volkswagentronwidersetzt und in einer im März 2025 eingereichten Erklärung argumentiert, dass die Ablehnung des Antrags „katastrophale Folgen“ hätte, da sie einendent schaffe und andere Unternehmen wie Samsung dazu ermutige, Informationen zurückzuhalten und Untersuchungen zu verzögern.
Die Gerichtsverhandlungen begannen am 5. Februar 2025, und es wird erwartet, dass das Oberste Gericht von Mumbai bald eine Entscheidung in der Angelegenheit treffen wird.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels lag noch kein endgültiges Urteil vor.
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