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Die indische Zentralbank will 35 Milliarden Dollar in die Wirtschaft pumpen und das Kreditwachstum um 2 % ankurbeln

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
Die indische Zentralbank will 35 Milliarden Dollar in die Wirtschaft pumpen und das Kreditwachstum um 2 % ankurbeln
  • Die indische Zentralbank (Reserve Bank of India) wird 35,24 Milliarden US-Dollar freisetzen, indem sie die Liquiditätsdeckungsregeln für Banken lockert.
  • Analysten zufolge könnte diese Änderung das Kreditwachstum um bis zu 2 Prozentpunkte steigern.
  • Die neuen Regeln treten am 1. April 2026 in Kraft und geben den Banken mehr Zeit zur Anpassung.

Die indische Zentralbank (Reserve Bank of India) gab am Montag bekannt, dass sie durch die Lockerung der Liquiditätsdeckungsregeln bis zu 3 Billionen Rupien – das entspricht 35,24 Milliarden US-Dollar – aus dem Bankensystem freisetzen wird.

Laut einem Bericht von Reuters wird diese Änderung es den Banken ermöglichen, mehr Geld zu verleihen und das Kreditwachstum möglicherweise um bis zu 2 Prozentpunkte anzukurbeln. Gleichzeitig verschafft sie den indischen Banken mehr Spielraum in einer Zeit, in der sich das Kreditwachstum seit acht Monaten in Folge verlangsamt hat .

Die Zentralbank senkte den Anteil hochwertiger liquider Aktiva, den Banken für digital verbundene Einlagen vorhalten müssen. Zu diesen Aktiva zählen unter anderem cash, Zentralbankguthaben und Bundesanleihen.

Die RBI erwartet, dass dies die durchschnittliche Liquiditätsdeckungsquote (LCR) der Banken bis Ende Dezember um 6 Prozentpunkte erhöhen wird. Das bedeutet, dass Banken nun mehr mit ihrem Geld anfangen können, anstatt es nur zur Erfüllung regulatorischer Vorgaben ungenutzt herumliegen zu lassen.

Die RBI reduziert den Liquiditätspuffer und verzögert die Umsetzung

Anil Gupta, Leiter des Bereichs Finanzsektorratings bei ICRA, erklärte, dass das gesamte HQLA-Volumen des Systems zwischen 45 und 50 Billionen Rupien liege. Nach den Änderungen stünden den Banken zusätzliche 2,7 bis 3 Billionen Rupien für die Kreditvergabe zur Verfügung. 

Anil sagte, dies eröffne die Möglichkeit, das Kreditvolumen um 1,4 bis 1,5 Prozentpunkte zu erhöhen, was zunächst wenig erscheinen mag, bis man das Gesamtbild betrachtet und sieht, wie angespannt die Lage in letzter Zeit war.

Macquarie hat ebenfalls eigene Berechnungen angestellt. Sie schätzten die zusätzliche Liquidität auf 2,5 bis 3 Billionen Rupien und wiesen damit auf dieselbe Bandbreite an Krediterhöhungen hin. 

Morgan Stanley hingegen rechnet mit einem zusätzlichen Kreditwachstum zwischen 1 und 2 Prozentpunkten und geht davon aus, dass sich ein Teil davon in den diesjährigen Gewinnberichten niederschlagen wird. 

Morgan Stanley sagte, die meisten Banken hielten bereits LCR-Quoten von 115 % bis 130 %, obwohl die Mindestanforderung nur 100 % betrage, sodass der Spielraum bereits eingebaut sei.

Die neue Liquiditätsregel sollte ursprünglich früher in Kraft treten, doch die indische Zentralbank (RBI) verschob den Start auf den 1. April 2026. Das ist ein ganzes Jahr später als ursprünglich angekündigt. Die RBI erklärte, dass trotz der Verzögerung alle Banken im Land die Mindestanforderungen weiterhin erfüllen werden, sodass keine Gefahr besteht, dass jemand die Vorgaben nicht einhält.

Indiens Kreditwachstum verlangsamt sich aufgrund von Liquiditätsveränderungen

Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der gesamte Bankensektor mit einer Verlangsamung des Kreditwachstums zu kämpfen hat. Das Kreditwachstum indischer Banken hat sich seit Juli letzten Jahres monatlich abgeschwächt, wobei der Februar den achten Monat in Folge mit rückläufigen Krediten markiert. 

Der Rückgang ist so gravierend, dass selbst HSBC ihre Prognose für das Kreditwachstum im letzten Geschäftsjahr von 12,5 % auf 11,5 % gesenkt hat. Die Anpassung der RBI zielt nun darauf ab, die Entwicklung wieder in die entgegengesetzte Richtung zu lenken.

Es geht aber auch um mehr. Am Montag traf sich Indiens Premierminister Narendra Modi mit dem US-Vizepräsidentendent Vance. Obwohl Vance sich hauptsächlich aus privaten Gründen mit seiner Frau Usha Vance und seiner Familie in Indien aufhielt, nahm er sich dennoch Zeit für ein Gespräch mit Modi über Handel und Strategie.

In einer Erklärung aus Modis Büro hieß es, beide Staatschefs hätten die „bedeutenden Fortschritte“ bei einem möglichen bilateralen Handelsabkommen zwischen Indien und den USA begrüßt. Sie erörterten zudem eine breitere Zusammenarbeit in Bereichen wie Energie, Verteidigung und Spitzentechnologie. Beide betonten ihre Unterstützung für mehr Dialog und Diplomatie, um die Beziehungen weiter zu verbessern.

Später an diesem Tag erklärte Jamieson Greer, der für den Handel beim US-Handelsbeauftragten zuständig ist, dass Indien und das amerikanische Handelsministerium sich auf eine formale Struktur geeinigt hätten, die die Gespräche über künftige Handelsabkommen leiten soll.

Greer sagte: „Es herrscht ein eklatanter Mangel an Gegenseitigkeit in den Handelsbeziehungen mit Indien“, fügte aber dennoch hinzu: „Indiens bisheriges konstruktives Engagement wurde begrüßt, und ich freue mich darauf, neue Möglichkeiten für Arbeiter, Landwirte und Unternehmer in beiden Ländern zu schaffen.“

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Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

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