Nvidia kletterte am Freitag wieder über eine Marktkapitalisierung von 5 Billionen Dollar und beendete die Sitzung mit einem neuen Schlussrekord, wodurch der Chiphersteller wieder an die Spitze des globalen Aktienmarktes zurückkehrte.
Die Aktie legte im Tagesverlauf um bis zu 4,2 % zu, und dieser Kursanstieg steigerte den Wert von Nvidia um über 200 Milliarden US-Dollar. Auf dem Tageshöchststand lag der Unternehmenswert laut Daten von Google Finance bei rund 5,12 Billionen US-Dollar.
Die Käufe erfolgten an einemtronTag für Chipaktien. Intels Quartalszahlen trugen zu einer positiven Stimmung im gesamten Halbleitersektor bei, während Oklos Atomkraftabkommen den Anlegern einen weiteren Grund gab, Unternehmen, die vom Energiebedarf im Bereich KI abhängig sind, weiterhin im Auge zu behalten.
Die Nvidia-Aktie schloss am Freitag bei 208 US-Dollar und erreichte damit ihren bisherigen Höchststand. Dieser Kurs liegt zwar noch unter dem Intraday-Rekord von 212,19 US-Dollar vom 29. Oktober 2025, aber nicht mehr wesentlich.
Nvidia nutzt den Chip-Boom im April, um das schwache erste Quartal auszugleichen und den Vorsprung gegenüber Alphabet auszubauen
Nvidia ist mittlerweile rund eine Billion Dollar mehr wert als Alphabet, das gemessen an der Marktkapitalisierung an zweiter Stelle steht. Dieser Abstand ist bedeutsam, denn er zeigt, wie weit KI-Hardware die anderen großen Technologiekonzerne an den öffentlichen Märkten überholt hat.
So startete die Aktie nicht ins Jahr. In den ersten drei Monaten fiel der Kurs von Nvidia um 6,4 %, und Händler hatten allen Grund zu der Frage, ob sich der KI-Boom abkühlte.
Im April änderte sich die Lage rasant. Innerhalb des letzten Monats legten die Nvidia-Aktien um 20 % zu, begünstigt durch die allgemeine Erholung der Halbleiteraktien. In den vergangenen 52 Wochen stieg der NVDA-Kurs um 101 %.
Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum um 32,2 % zu, während der Technology Select Sector SPDR ETF um 57,4 % stieg. Das ist ein beachtlicher Vorsprung. Ein solcher Vorsprung sorgt dafür, dass Nvidia an den Bildschirmen der Börsenhändler nicht mehr wegzudenken ist.
Der nächste wichtige Termin ist der 20. Mai, an dem Nvidia seine Geschäftszahlen veröffentlicht. Analysten erwarten einen verwässerten Gewinn von 1,70 US-Dollar je Aktie, verglichen mit 0,77 US-Dollar im Vorjahr. Das entspräche einem Anstieg von 120,8 %. Nvidia hat in drei der letzten vier Quartalsberichte die Analystenprognosen übertroffen und einmal verfehlt.
Für das Gesamtjahr erwarten Analysten für NVDA einen Gewinn je Aktie von 7,77 US-Dollar, ein Anstieg um 70 % gegenüber 4,57 US-Dollar im Geschäftsjahr 2026. Sie prognostizieren außerdem für das Geschäftsjahr 2028 einen Gewinn von 10,31 US-Dollar, was einem Anstieg von 32,7 % gegenüber dem Vorjahr entspräche.
Die Wall Street ist weiterhin stark von der Aktie überzeugt. Von 49 Analysten, die Nvidia beobachten, empfehlen 44 einentronKauf, drei einen moderaten Kauf, einer hält die Aktie und einer rät zumtronVerkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 268,80 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 34,6 % gegenüber dem aktuellen Kurs entspricht.
Nvidia baut seine Quantensoftware-Plattform aus, während NIO und DeepSeek an der Umgehung der US-Chips arbeiten
Die jüngste Kurssteigerung erfolgte auch, nachdem Nvidia Ising veröffentlicht hatte, eine Gruppe von Open-Source-KI-Modellen für Quantencomputer. Die Modelle befassen sich mit zwei zentralen Problemen in diesem Bereich: Kalibrierung und Fehlerkorrektur.
Ising verkürzt die Qubit-Kalibrierung von Tagen auf Stunden. Es bietet außerdem eine 2,5-mal schnellere Echtzeit-Dekodierung und eine 3-mal höhere Genauigkeit als pyMatching.
Ising arbeitet mit CUDA-Q und NVQLink. IonQ, Rigetti Computing und führende Forschungseinrichtungen setzen es bereits ein. Damit positioniert sich NVDA stärker im Bereich Quantensoftware, nicht nur im Bereich KI-Chips. Für Investoren ist die Botschaft klar: Nvidia will seine Plattform in mehreren Märkten der nächsten Generation von Computern als zentrales Element etablieren.
Chinas KI-Sparte verfolgt einen ähnlichen Ansatz. DeepSeek veröffentlichte am Freitag eine Vorabversion von V4. Das Modell wurde für den Einsatz auf Huawei-Chips angepasst, was Chinas Plan entspricht, weniger abhängig von US-amerikanischer Hardware zu sein.
Cryptopolitan berichtete im Februar, dass DeepSeek erklärt habe, das neue Modell nicht zur Optimierung an amerikanische Chiphersteller geschickt zu haben. Stattdessen habe man lokalen Firmen wie Huawei frühzeitig Zugang gewährt, obwohl man zuvor bereits mit den technischen Mitarbeitern von Nvidia zusammengearbeitet hatte.
Wenige Stunden nach der V4-Vorschau gab Huawei bekannt, dass das Modell vollständig auf Ascend-950-basierten Supernode-Clustern unterstützt wird. Huawei teilte außerdem mit, dass seine Chips teilweise für das Training von V4-Flash verwendet wurden. DeepSeek hatte seine älteren Modelle V3 und R1 auf Nvidia-Chips trainiert, äußerte sich aber nicht dazu, ob diese auch für V4 zum Einsatz kamen.

