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Netflix zufolge wurden im Rahmen des GenAI-Programms 300 Titel gelistet, während sich die Investoren auf die Gewinnmargen konzentrieren

VonMicah AbiodunMicah Abiodun
2 Minuten gelesen,
  • Netflix gab an, dass generative KI-Workflows in diesem Jahr in rund 300 Titeln eingesetzt wurden, hauptsächlich in der Postproduktion und bei komplexen visuellen Sequenzen.
  • Das Unternehmen verknüpft seine KI-Offensive mit einer schnelleren und kostengünstigeren Produktion durch Tools wie InterPositive, Eyeline und sein Animationslabor.
  • Die Offenlegung gibt Anlegern eine klarere Antwort darauf, wie Netflix die Gewinnmargen im Content-Bereich schützen und gleichzeitig die Werbeeinnahmen steigern und größere Medienübernahmen vermeiden will.

In seinem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht übertraf Netflix zwar die Analystenprognosen beim Gewinn je Aktie, verfehlte aber die Umsatzerwartungen, was zu einem Kursrückgang von 6 % nach Börsenschluss führte, obwohl der Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten um 30 % gestiegen war.

Im Aktionärsbrief war die Ankündigung enthalten, die festlegen sollte, wie die Content-Margen von Netflix für den Rest des Jahres 2026 gemessen werden würden. Der Einsatz generativer KI-Prozesse wurde in fast 300 Filmen vorgenommen, wobei der Großteil davon in der Postproduktion erfolgte.

Netflix nannte drei Projekte, die GenAI zur Erstellung „hochkomplexer Sequenzen“ einsetzten: Glory in Indien, Brasil 70: A Saga do Tri in Brasilien und The American Experiment in den USA.

Netflix wandelt GenAI in Produktionsinfrastruktur um

Netflix' KI-Initiative basiert auf drei internen Systemen, die laut Co-CEO Greg Peters im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen nahtlos zusammenarbeiten. Im Zentrum steht InterPositive, das 600 Millionen Dollar schwere Unternehmen, das Netflix im März 2026 übernahm. Das 2022 von Ben Affleck gegründete Unternehmen entwickelt KI-Produkte, die mit dem Produktionsmaterial interagieren, anstatt Videos anhand von Texteingaben zu erstellen.

Es unterstützt Filmemacher bei der Neuausleuchtung von Aufnahmen, der Modifizierung visueller Effekte und der Bewältigung von Bearbeitungsaufgaben, die normalerweise manuelle Arbeit erfordern. Netflix betreibt außerdem Eyeline, seine Forschungsgruppe für visuelle Effekte, und ein separates Animationslabor.

Peters erklärte Analysten, dass die drei Systeme zusammenwirken, um die Produktionsgeschwindigkeit zu steigern.

Sarandos verteidigt sich gegen die Gewerkschaftsbedenken

Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, nutzte das Gespräch, um sich klar zum Thema Arbeitsbedingungen zu äußern. Laut Sarandos geht Netflix beim Einsatz von generativer KI behutsam vor und verfolgt das Ziel, Werke zu schaffen, die aufgrund von Budgetbeschränkungen sonst nicht realisierbar wären.

Als konkretes Beispiel nannte er „The American Experiment“, das laut Berichten 17 Minuten KI-gestütztes Filmmaterial doppelt so schnell und zum halben Preis herkömmlicher Methoden lieferte. Während der Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen vermied Netflix die Frage, die seit dem Hollywood-Streik von 2023 immer wieder gestellt wird: Wird GenAI Animatoren und VFX-Künstler letztendlich ersetzen, selbst wenn es zunächst nur als Planungsinstrument dient?

Wie Cryptopolitan bereits berichtete, sagte Sarandos im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2025, dass KI „einen nichtmaticzu einem großartigen Geschichtenerzähler machen kann, wenn man es nicht ist“.

Die heutige Zahl von 300 Titeln ist ein Sprung um eine Größenordnung gegenüber Juli 2025, als Netflix erstmals den Einsatz von generativer KI in einer einzigen Produktion bestätigte, der argentinischen Science-Fiction-Serie „The Eternauts“.

Netflix verknüpft KI-Einsatz mit Produktionskosten

Netflix erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) von 0,80 US-Dollar gegenüber einer Schätzung von 0,79 US-Dollarund einen Umsatz von 12,56 Milliarden US-Dollar (Konsensprognose: 12,58 Milliarden US-Dollar). Das Unternehmen hob seine Prognose für das Gesamtjahr auf 44,8 bis 45,2 Milliarden US-Dollar an.

Die Werbeeinnahmen bleiben der Wachstumstreiber und werden tracbis 2026 auf rund 3 Milliarden US-Dollar steigen – doppelt so viel wie 2025. Die Zahl der Werbekunden ist im Vergleich zum Vorjahr um 70 % auf über 4.000 gestiegen. Netflix verzichtete letztes Jahr auf die Übernahme der Film- und Streaming-Angebote von Warner Bros. Discovery und bekräftigte im letzten Quartalsbericht, dass das Unternehmen internes Wachstum und kleinere Akquisitionen gegenüber Zusammenschlüssen in der Medienbranche bevorzugt.

Die KI-Strategie ist Netflix' Antwort auf eine konkrete Sorge der Investoren: Wie lassen sich die Gewinnmargen im Content-Bereich halten und gleichzeitig das Werbewachstum steigern? Die Zahl von 300 Titeln und die Aussage zur Produktivität des „American Experiment“ sind die bisher aussagekräftigsten Zahlen, mit denen Netflix diese Frage beantworten konnte.

 

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Micah Abiodun

Micah Abiodun

Micah Abiodun nutzt sein Masterstudium in Umwelttechnik und -management an der Technischen Universität Tallinn (TalTech) optimal, um die Inhalte und Preisprognosen für Cryptopolitanzu verbessern. Seit sieben Jahren ist er in der Krypto-Medienbranche tätig und berichtet über die wichtigsten Kryptowährungen, Altcoins, DeFi, Stablecoins, Makrotrends und neue Technologien

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