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Intels 18A-Plan, mit dem er TSMC aus Taiwan und andere inländische Konkurrenten herausfordern will, stößt auf ein weiteres Hindernis

VonHannah CollymoreHannah Collymore
3 Minuten Lesezeit
Intels 18A-Plan, mit dem er TSMC aus Taiwan und andere inländische Konkurrenten herausfordern will, stößt auf ein weiteres Hindernis
  • Intels neuer 18A-Chipprozess hat mit erheblichen Ausbeuteproblemen zu kämpfen, was die Markteinführung des Panther-Lake-Chips gefährdet.
  • Laut Quellen liegt die Rendite weit unter den 70–80 %, die für eine beträchtliche Rentabilität erforderlich wären.
  • Wenn sich die Ausbeute nicht verbessert, könnte Intel gezwungen sein, Chips mit Verlust zu verkaufen oder den 14A-Prozess der nächsten Generation aufzugeben.

Intels ehrgeiziger Plan, sich als globaler Marktführer in der Chipherstellung neu zu positionieren und den taiwanesischen Konkurrenten TSMC herauszufordern, sieht sich erneuten Turbulenzen gegenüber. 

Der lange angepriesene 18A-Prozessknoten des Unternehmens, der für die Wiederbelebung der High-End-Halbleiterproduktion in den USA von zentraler Bedeutung ist, hat erhebliche Ausbeuteprobleme. Die jüngsten Rückschläge haben Zweifel an der Marktfähigkeit des Laptop-Chips der nächsten Generation, Panther Lake, aufkommen lassen.

Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, teilten Reuters mit, dass nur ein geringer Prozentsatz der mit dem 18A-Verfahren hergestellten Panther Lake-Chips gut genug sei, um an Kunden geliefert zu werden.

Laut Quellenangaben muss Intel eine Ausbeute von 70 bis 80 % erzielen, um nennenswerte Gewinne zu erwirtschaften. Intels aktuelle Ausbeute liegt Berichten zufolge deutlich unter diesem Wert, obwohl geplant ist, die Serienproduktion von Panther Lake bis zum vierten Quartal 2025 hochzufahren.

Im vergangenen Monat soll Intels Finanzchef David Zinsner in einem Interview gesagt haben, dass die Erträge anfangs niedrig seien und sich im Laufe der Zeit verbesserten.

Intels Traum von einer eigenen Gießerei steht am Rande des Scheiterns

Intels 18A-Prozess gilt als Grundstein für das Comeback des Unternehmens im Foundry-Bereich. Ziel ist es, mit TSMC und Intel Foundry Services (IFS) als tragfähige Alternative für Chipdesigner weltweit zu etablieren.

Intel hat Milliarden in den Bau und die Modernisierung von Anlagen zur Unterstützung der 18A-Produktion investiert und hofft, dass die erfolgreiche Eigenproduktion von Panther Lake potenziellen Foundry-Kunden die Leistungsfähigkeit des Unternehmens demonstrieren wird.

In einer am 30. Juli im Namen von Intel veröffentlichten Stellungnahme wurden die Bedenken zurückgewiesen: „Unsere Leistungs- und Ertragsentwicklung gibt uns die Zuversicht, dass dies ein erfolgreicher Marktstart wird, der Intels Position auf dem Notebook-Markt weiter stärkt.“

Beim 18A-Chip steht viel auf dem Spiel

Panther Lake ist nicht einfach nur ein weiterer Chip; er ist ein Lackmustest dafür, ob Intel seine Führungsrolle in der fortschrittlichen Fertigung zurückgewinnen kann. Das Geschäftsmodell des Unternehmens für solche Chips hängt davon ab, kritische Ausbeuteschwellen zu erreichen. Laut internen Quellen, die von Reuters zitiert werden, vermeidet Intel traditionell die Serienproduktion, bis die Ausbeute 50 % übersteigt, da das Risiko besteht, die Gewinnmargen dent.

Sollte Panther Lake weiterhin suboptimale Ausbeuten erzielen, steht Intel möglicherweise vor der schwierigen Entscheidung, Chips mit geringeren Gewinnmargen oder sogar mit Verlust zu verkaufen. Verschärft wird das Problem durch den Druck der Investoren, nachzuweisen, dass Intel Foundry Services externe Kundentracund binden kann. Ohne einen überzeugenden Beweis für die Marktreife von 18A könnte dieses Ziel ins Stocken geraten.

Die Risiken sind so gravierend, dass Intel Berichten zufolge einen Wechsel zu seinem 14A-Fertigungsprozess erwägt. Dieser ist der Nachfolger des 18A-Prozesses, der sich noch in der frühen Entwicklungsphase befindet.

Intels Zukunft hängt vom Engagement seiner Partner ab

Intels CEO Lip-Bu Tan erklärte jedoch, dass ihre Investition in 14A auf Kundenzusagen basieren; sollte sich also kein Großkunde finden, könnte die Nachfolge möglicherweise nie zustande kommen, und schlimmer noch, es könnte dazu führen, dass Intel aus dem Chipherstellungsgeschäft aussteigt.

All dies geschieht vor dem Hintergrund einer breiteren Branchendynamik. TSMC bleibt der dominierende Akteur mit einem Marktanteil von über 60 % im globalen Foundry-Sektor. Auch Samsung stellt weiterhin eine wettbewerbsfähige Alternative zu Intel im Foundry-Bereich dar.

Für Intel könnte der Panther-Lake-Moment ein Wendepunkt werden. Entweder erweist sich 18A als marktfähig und verschafft dem Unternehmen Zeit, neue Kunden zu gewinnen und 14A weiterzuentwickeln, oder es wird ein weiteres Kapitel in Intels langem Kampf, den Rückstand aufzuholen.

Intel beteuert, der Marktstart liege weiterhin „vollständig im trac“. Doch angesichts der drängenden Zeit, stagnierender Produktionszahlen und aufholender Konkurrenten könnten die Foundry-Träume des Unternehmens nun an einem Wendepunkt stehen.

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