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Indiens Goldreserven übersteigen erstmals 100 Milliarden Dollar, da der Preis des Edelmetalls parabolisch steigt

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 2 Minuten,
  • Indiens Goldreserven erreichten 102,365 Milliarden US-Dollar und überschritten damit erstmals die 100-Milliarden-Dollar-Marke.
  • Der Goldanteil der RBI an den gesamten Reserven stieg auf 14,7 %, den höchsten Wert seit 1996/97.
  • Der Weltgoldrat erklärte, der größte Teil des Preisanstiegs sei auf Bewertungsgewinne und nicht auf Neukäufe zurückzuführen.

Indiens Goldreserven haben laut den am Freitag veröffentlichten wöchentlichen Reservedaten der indischen Zentralbank (Reserve Bank of India) erstmals die 100-Milliarden-Dollar-Marke überschritten. Der sprunghafte Anstieg erfolgte in der Woche bis zum 10. Oktober, als die Goldbestände der Zentralbank um 3,595 Milliarden Dollar auf insgesamt 102,365 Milliarden Dollar stiegen.

Doch nun die überraschende Wendung: Die indische Zentralbank (RBI) tätigte kaum Käufe. Der Preisanstieg resultierte fast ausschließlich aus der rasanten globalen Rallye des Metalls, während die gesamten Devisenreserven des Landes tatsächlich um 2,18 Milliarden US-Dollar sanken und sich auf 697,784 Milliarden US-Dollar einpendelten.

Der Goldpreis schoss in die Höhe und machte laut Händlern am Freitag 14,7 % der gesamten indischen Goldreserven aus – der höchste Anteil seit 1996/97. Das ist ein bedeutender Erfolg für ein Land, das seine Goldreserven im letzten Jahrzehnt kontinuierlich aufgestockt und den Anteil von unter 7 % auf fast 15 % erhöht hat. Doch der diesjährige Preisanstieg war nicht auf die gekaufte Menge, sondern allein auf den Preis zurückzuführen.

Die RBI drosselt die Käufe, während der Preis die Hauptlast trägt

Indien hat 2025 kaum Gold gekauft. Laut Aufzeichnungen des World Gold Council stockte die indische Zentralbank (RBI) ihre Goldbestände nur in vier der ersten neun Monate des Jahres auf. Dies stellt eine deutliche Verlangsamung gegenüber 2024 dar, als fast monatlich Käufe getätigt wurden.

Von Januar bis September dieses Jahres kaufte Indien lediglich 4 Tonnen, während es im gleichen Zeitraum im Jahr 2024 noch 50 Tonnen abgenommen hatte.

Kavita Chacko, Leiterin der Indien-Forschung beim World Gold Council, erklärte, der steigende Goldanteil sei „hauptsächlich auf Bewertungsgewinne aufgrund des steigenden Goldpreises zurückzuführen“. Es gehe nicht nur darum, mehr Gold anzuhäufen, sondern auch darum, dass der Preis völlig durch die Decke gehe.

Und wie es dazu kam! Gold-Futures (GC=F) fielen am Freitag um mehr als 1 % und schlossen bei rund 4.250 US-Dollar pro Unze, nachdem sie im Tagesverlauf zuvor ein Hoch von über 4.380 US-Dollar erreicht hatten. Trotz dieses Rückgangs verzeichnete die Woche dennoch den größten Wochengewinn des Edelmetalls seit 2020.

Wall Street und Fondsmanager reagieren auf die Verluste der Bergbauunternehmen

Der Goldrausch beschränkte sich nicht nur auf Zentralbanken. Laut der diese Woche veröffentlichten Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern ist Gold im Oktober der meistgehandelte Wertpapier und übertrifft damit sogar die Tech-Aktien der „Magnificent Seven“. Auf die Frage nach ihrer Allokation gaben jedoch 39 % der Fondsmanager an, gar kein Gold zu halten, 19 % investierten 2 % und 16 % gaben eine Allokation von 4 % an. Diese uneinheitliche Haltung verunsichert Händler und Fonds.

Am Freitagmorgen bekräftigten die Analysten der Bank of America ihre Position und wiederholten ihre Kaufempfehlung für Gold. Sie prognostizierten, dass der Goldpreis bis Mitte 2026 einen Höchststand von 6.000 US-Dollar pro Unze erreichen könnte. Goldman Sachs hob sein Kursziel für Ende 2025 von 4.300 auf 4.900 US-Dollar pro Unze an, und JPMorgan erwartet, dass der Goldpreis bis 2029 die 6.000-Dollar-Marke erreichen wird.

Doch nicht alle freuen sich. Goldminenaktien, die zuvor stark vom Aufschwung profitiert hatten, mussten einen deutlichen Kurssturz hinnehmen. Der NYSE Arca Gold Miners Index brach am Freitag um 6,4 % ein – der größte Rückgang seit Mai. Newmont Corp. verlor 7,4 %, Agnico Eagle Mines Ltd. 7,2 % und Barrick Mining Corp. 7 %.

Alle drei hatten in diesem Jahr bereits Zuwächse von über 100 % verzeichnet, während der Goldpreis selbst um etwas mehr als 60 % gestiegen war.

Unterdessen stellt der Kursrückgang die Händler vor eine schwierige Entscheidung. Jay Kaeppel, Senior Research Analyst bei SentimenTrader, schrieb am Freitag in einer Mitteilung: „Händler, die eine Long-Position im SPDR Gold Trust ETF halten, stehen nun vor der Wahl: Gewinne realisieren oder die Position weiterlaufen lassen?“

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Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

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