Der Gründer von DeepSeek gibt einen Zeitplan für den Ausstieg von Nvidia aus China bekannt

- Berichten zufolge sagte Liang Wenfeng, Gründer von DeepSeek, dass die Chipversorgung innerhalb eines Jahres kein Engpass mehr sein sollte.
- Liang zufolge testet DeepSeek 16.000 Huawei Ascend 950 Chips und behauptet, diese seien in Leistung und Preis mit den GB200/GB300 von Nvidia vergleichbar.
- Huawei, Alibaba und Moore Threads drängen auf den Markt für heimische Alternativen zu Nvidia und CUDA.
Berichten zufolge teilte DeepSeek-Gründer Liang Wenfeng Investoren mit, dass Chinas Abkehr von Nvidia-Hardware einen Wendepunkt erreicht habe und dass das letzte Hindernis die Chipversorgung sei, die seiner Ansicht nach innerhalb eines Jahres kein Problem mehr darstellen sollte.
DeepSeek sammelt derzeit erstmals externes Kapital ein, und die Aussage des Gründers wird einem Protokoll einer kürzlich abgehaltenen Investorenkonferenz zugeschrieben. Weder Liang noch das Unternehmen haben das Dokument jedoch bestätigt.
Wo liegt China im Chip-Wettlauf noch hinter dem Westen zurück?
Laut Liangliegt die größte Kluft zwischen uns und den USA bei den Ressourcen; er führt Unterschiede in Bezug auf Talent, Modellqualität und Anwendungen auf die reine Rechenleistung zurück.
Chinesische Firmen können Nvidias Top-Chips nicht frei kaufen; sie geben insgesamt weniger für KI aus und investieren einen geringeren Teil dieses Geldes in die Förderung der Menschen.
Liang bezifferte das Ausmaß der Diskrepanz und gab an, dass die größten westlichen Grenzmodelle etwa 800 Milliarden aktive Parameter aufweisen, während die besten chinesischen Modelle mehrere zehn Milliarden Parameter besitzen – das entspricht etwa einem Zehnfachen.
DeepSeek schätzt, dass es den US-amerikanischen Marktführern 12 bis 18 Monate hinterherhinkt, obwohl es deren Leistung mit nur etwa einem Zwanzigstel der Rechenleistung erreicht. Ziel sei es, diesen Rückstand auf drei bis sechs Monate zu verringern.
Warum setzt DeepSeek auf Huawei?
Aktuell scheint DeepSeek auf Huawei zu setzen. Das Unternehmen hat rund 16.000 Huawei Ascend 950-Chips bestellt, um zu testen, wie gut seine Modelle auf heimischer Hardware laufen. Laut Liang ist Huaweis Ascend 950 Supernode in puncto Leistung und Preis mit Nvidias GB200- und GB300-Systemen vergleichbar.
Berichten zufolge versucht DeepSeek auch in den Markt für Chipdesign einzusteigen. Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens geben an, dass DeepSeek an der Entwicklung eines eigenen Inferenzchips arbeitet, wodurch das Unternehmen in Konkurrenz zu Huawei und Nvidia treten wird.
Hinzu kommt der Softwareaspekt, bei dem DeepSeek und einige chinesische Forscher nach einer Lösung suchen, um die Abhängigkeit von Nvidias Programmiersprache CUDA und deren Toolkit zu verringern. DeepSeek arbeitet derzeit mit einer selbstentwickelten Programmiersprache namens Tile Language daran.
Liang geht davon aus, dass sich die Ansicht der Branche, dass inländische Chips schwer zu verwenden seien, innerhalb eines Jahres ändern wird.
Bedeutet das einen Rückzug von Nvidia?
Der Marktanteil von Nvidia bei in China verkauften KI-Beschleunigern sank, da lokale Hersteller im Jahr 2025 einen Marktanteil von 41 % erreichten und 1,65 Millionen Karten auslieferten, Cryptopolitan berichtete im April. Jüngste Berichte zeigen, dass dieser Wert weiter sinkt.
Alibabas Chipsparte hat Tausende eigener Zhenwu-Prozessoren im Einsatz und den dazugehörigen Software-Stack als Open Source veröffentlicht. Dies ist Teil einer koordinierten Initiative zusammen mit Huawei und Moore Threads, um eine Alternative zu CUDA anzubieten.
Die chinesische Regierung soll sich auch aktiv für die Entwicklung lokaler Lösungen einsetzen, um die Abhängigkeit von US-Technologie zu verringern und die Einschränkungen der Exportkontrollbestimmungen Washingtons im Bereich der künstlichen Intelligenz zu umgehen.
Auf der World AI Conference in Shanghai präsentierte Huawei seinen Atlas 950 SuperPoD, ein System, das nach eigenen Angaben 8.192 Ascend-Chips miteinander verbindet und die 6,7-fache Rechenleistung des NVL144 von Nvidia bietet – und das ohne Bauteile US-amerikanischer Herkunft.
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Häufig gestellte Fragen
Welchen Zeitplan nannte der Gründer von DeepSeek für die schrittweise Ablösung von Nvidia?
Laut Protokollen von Treffen, über die Yicai und Gelonghui berichteten, geht Liang Wenfeng davon aus, dass die Probleme im Ökosystem rund um inländische Chips weitgehend gelöst sein werden und sich die Wahrnehmung, dass sie schwer zu verwenden seien, innerhalb eines Jahres umkehren wird, wobei die Produktionskapazität die Hauptbeschränkung darstellt.
Wie viele Huawei-Chips hat DeepSeek sich gesichert?
Liang sagte, DeepSeek sei eine Partnerschaft mit Huawei eingegangen und habe sich etwa 16.000 Ascend 950-Chips gesichert, um zu überprüfen, ob seine Modelle auch auf heimischer Hardware gut laufen.
Warum hinkt China laut Liang Wenfeng im Bereich KI den USA hinterher?
Liang sagte, die Kluft liege eher an den Rechenressourcen als an Talent oder Technologie. Er merkte an, dass chinesische Firmen fortschrittliche Nvidia-GPUs nicht frei kaufen könnten, weniger Kapital in KI investieren und einen geringeren Anteil für Talente ausgeben.

Hannah Collymore
Hannah ist Autorin und Redakteurin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bloggen und der Eventberichterstattung im Kryptobereich. Bei Cryptopolitanschreibt sie für die Nachrichtenseite und berichtet und analysiert die neuesten Entwicklungen in den Bereichen DeFi, RWA, Kryptoregulierung, KI und Zukunftstechnologien. Sie hat an der Arcadia University Betriebswirtschaftslehre studiert.
















