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Europa nutzt das Satellitenspektrum als Waffe gegen Starlink

VonNoor BazmiNoor Bazmi
2 Minuten gelesen,
Die EU investiert 500 Millionen Euro in die Markteinführung von W, das in direkter Konkurrenz zu X stehen soll.
  • Die EU reserviert zwei Drittel eines wichtigen Satellitenfrequenzbandes für europäische Unternehmen.
  • Dieser Schritt ist auf Europas Wunsch zurückzuführen, die Abhängigkeit von US-kontrollierten Satellitennetzen zu verringern.
  • Die europäische Satellitenkonstellation IRIS2, ein staatlich gefördertes Starlink-Konkurrentenprojekt im Wert von 10,5 Milliarden Euro, profitiert in erster Linie von dem reservierten Frequenzspektrum.

Europa bereitet sich darauf vor, amerikanische Satellitenunternehmen vom Großteil eines wichtigen drahtlosen Frequenzbandes auszuschließen und den größten Teil davon einheimischen Betreibern zu überlassen – was die bisher bedeutendste raumfahrtpolitische Entscheidung des Blocks wäre.

Die Europäische Kommission finalisiert derzeit einen Plan, um zwei Drittel des 2-GHz-Mobilfunksatellitenbandes für europäische Unternehmen zu reservieren, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag gegenüber Reuters erklärten.

Elon Musks Starlink und Amazons Kuiper dürften nur noch um das verbleibende Drittel des Gesamtvolumens konkurrieren. Eine offizielle Ankündigung wurde für Mittwoch bei einem Treffen der Kommissionsmitglieder in Brüssel erwartet, wobei eine Quelle warnte, dass sich die Details noch ändern könnten.

Das Frequenzband, ein 30 MHz-Paar zwischen 1980-2010 MHz und 2170-2200 MHz, ermöglicht es Mobiltelefonen und Fahrzeugen, auch dort in Verbindung zu bleiben, wo reguläre Netze nicht verfügbar sind.

Die entsprechenden Lizenzen wurden 2009 an Inmarsat (heute Teil von Viasat) und Solaris (heute EchoStar) vergeben und laufen beide im Mai 2027 aus. Da die EU-Mitgliedstaaten dieses Frequenzband gemeinsam über die Kommission verwalten, ist eine einheitliche EU-weite Entscheidung über das weitere Vorgehen möglich.

Europas IRIS2 dürfte am meisten profitieren

Der Hauptgewinner des Vorschlags wäre IRIS2, Europas 290-Satelliten-Konstellation, die vom SpaceRISE-Konsortium aus SES, Eutelsat und Hispasat mit Airbus, Thales Alenia Space und OHB alstracgebaut wird.

Im Dezember 2024 wurde ein 12-Jahres-tracüber rund 10,5 Milliarden Euro unterzeichnet, wovon etwa 6,5 ​​Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln stammen. Die staatlichen Dienste sollen voraussichtlich 2030 in Betrieb gehen. Britische und norwegische Unternehmen wären ebenfalls berechtigt, Angebote abzugeben.

Die Entscheidung spiegelt Europas wachsende Besorgnis über die Abhängigkeit von amerikanischer Technologie für kritische Infrastrukturen wider. Musks Drohungen, den Starlink-Zugang in der Ukraine zu kappen, verstärkten diese Bedenken ebenso wie seine Nähe zur Regierung von Donald Trump. Brüssel hat den Zugang für US-Unternehmen in sensiblen Sektoren – von Cloud-Diensten und Chip-Ausrüstung bis hin zu Cybersicherheitstools – zunehmend eingeschränkt, und nun steht auch die Satellitenkommunikation auf dieser Liste.

Kommissionssprecher Thomas Regnier erklärte am Dienstag, dass die EU-weite Satellitenkonnektivität angesichts des aktuellen geopolitischen Klimas „zum Synonym für Resilienz, Sicherheit und Leistungsfähigkeit geworden“ sei. „Satellitenkonnektivität ist ein zentraler Bestandteil unserer technologischen Souveränität, unserer Sicherheit und unserer Verteidigung, wie auch IRIS2 verdeutlicht“, sagte er.

Ein Kommissar drängte auf einen vollständigen Ausschluss

Der Vorschlag war nicht unumstritten. Ein Kommissar argumentierte, das gesamte Datenvolumen solle ausschließlich europäischen Unternehmen ohne jeglichen Zugang von außen vorbehalten sein, was ihn in Konflikt mit der EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen brachte, die sich gegen eine vollständige Aussperrung aussprach. Laut einer Quelle wurde erwartet, dass sich Virkkunen durchsetzen würde, weshalb der Zwei-Drittel-Kompromiss zustande kam.

Die derzeitigen Lizenzinhaber Viasat und EchoStar befinden sich in einer schwierigen Lage. Beide sind US-amerikanische Unternehmen, was bedeutet, dass sie trotz ihrer aktuellen Lizenzen als außereuropäische Bieter behandelt und in den kleineren offenen Ausschreibungsbereich abgedrängt würden. Ob sie dies durch Partnerschaften oder Umstrukturierungen umgehen können, dürfte die Ankündigung vom Mittwoch nicht beantworten.

Starlink und Kuiper werden nicht vollständig aus Europa verschwinden, aber die Beschränkung auf ein Drittel des einzigen regulierten Frequenzbandes, das Mobilfunkbetreiber für Direktverbindungen zu Endgeräten nutzen, setzt ihrem Wachstum auf dem Kontinent klare Grenzen. Der formelle Vorschlag der Kommission wurde am Mittwochnachmittag (Brüsselzeit) erwartet.

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Noor Bazmi

Noor Bazmi

Noor Bazmi ist Mitglied des Cryptopolitan -Nachrichtenteams und hat einen Abschluss in Medienwissenschaften. Sie berichtet über Blockchain, Kryptowährungen, künstliche Intelligenz, Big Tech, den Markt für Elektrofahrzeuge, die Weltwirtschaft und politische Kurswechsel. Um ein internationales Publikum zu erreichen, absolviert sie derzeit ein Marketingstudium.

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