Die EZB belässt die Zinsen bei 2 %, da Trumps Zölle die Aussichten trüben

- Die EZB beließ die Zinssätze erwartungsgemäß bei 2%, ohne eine klare Richtung für zukünftige Schritte vorzugeben.
- Trumps Drohungen mit Zöllen und die Handelsspannungen zwischen der EU und den USA setzen die ohnehin fragile Wirtschaft der Eurozone zusätzlich unter Druck.
- Die Inflationsprognosen blieben weitgehend unverändert; die Gesamtinflation wird im Jahr 2025 voraussichtlich bei 2,1 % liegen.
Die EZB beließ ihren Leitzins am Donnerstag unverändert bei 2 % und entschied sich damit zum zweiten Mal in Folge für eine unveränderte Haltung. Diese Entscheidung war allgemein erwartet worden, da die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 99 % für eine Zinsänderung eingepreist hatten.
Doch der eigentliche Grund für die Bedeutung dieser Entscheidung liegt in den aktuellen Umständen, und die sind alles andere als erfreulich. Die Eurozone steckt in einer Phase schwachen Wachstums, und Donald Trumps erneuter Handelskrieg droht, die Lage noch zu verschärfen.
Die EZB passte die Zinsen zuletzt im Juni an und senkte sie damit endlich von ihrem letztjährigen Rekordhoch von 4 %. Da die Inflation nun in etwa im Zielbereich liegt – „rund um das mittelfristige Ziel von 2 %“, wie die Bank erklärte –, besteht kein unmittelbarer Grund zur Panik.
Doch auch die weiteren Schritte sind unklar. „Die Einschätzung des EZB-Rats zum Inflationsausblick hat sich im Wesentlichen nicht verändert“, heißt es in der Erklärung. Keine Prognose. Keine klare Richtung. Nur Datenbeobachtung und weiteres Abwarten.
Trumps Drohungen erschüttern die Wirtschaftsaussichten
Das größere Problem ist das Chaos von außerhalb Europas. Die EZB hat ihre Entscheidung inmitten zunehmender globaler Unsicherheit getroffen. Zwar scheint die Inflation in Ordnung zu sein, aber wie sieht es mit dem Rest der Wirtschaft aus? Eher nicht. Die Eurozone wuchs im zweiten Quartal kaum, nur um 0,1 Prozent, nach 0,6 Prozent im Vorquartal.
Und während die EZB vorgibt, die Kontrolle zu haben, wird das Wachstum weiterhin von Kräften beeinträchtigt, die weit über ihre politischen Instrumente hinausgehen.
Europa und die USA unterzeichneten im Juli ein Handelsabkommen, das einen pauschalen Zoll von 15 % auf EU-Exporte in die USA vorsah. Davon profitierten vor allem Branchen wie die Pharmaindustrie, andere (insbesondere Wein und Spirituosen) blieben jedoch auf der Strecke.
Dann kam Trump.
Er drohte der EU mit Vergeltungsmaßnahmen, nachdem Brüssel Google mit einer Geldstrafe von 3,45 Milliarden Dollar belegt hatte. Nun bereiten sich die Märkte auf eine weitere Runde gegenseitiger Strafzölle vor. Und jede neue Schlagzeile erschwert die Arbeit der EZB.
Während die Bank also von einer stabilen Inflation spricht, brodelt es im Hintergrund. Man spricht es nicht offen aus, aber die Stimmung ist angespannt. Es gibt keine Zusage für künftige Zinserhöhungen oder -senkungen.
Der Ansatz lautet nun offiziell „von Sitzung zu Sitzung“, was im Zentralbankjargon so viel bedeutet wie: Wir haben keine Ahnung, was als Nächstes kommt. AngesichtstronEuro und des zunehmenden globalen Wettbewerbs wirkt diese Zinspause plötzlich eher wie Zögern als wie Strategie.
EZB-Mitarbeiter heben Wachstumsprognose an, passen Inflationspfad an
Am Donnerstag konzentrierten sich die Menschen nicht wirklich auf die Zinsentscheidung, sondern auf die Prognosen und Lagardes Pressekonferenz. Dabei wurde Folgendes festgestellt: Die Inflation wird voraussichtlich im Jahr 2025 durchschnittlich 2,1 % betragen, dann im Jahr 2026 auf 1,7 % sinken und im Jahr 2027 leicht auf 1,9 % steigen.
Das liegt nicht weit von der Prognose vom Juni entfernt, die 2 % für 2025, 1,6 % für 2026 und 2 % für 2027 vorsah. Keine wirklich große Änderung. Die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie nicht berücksichtigt, dürfte in diesem Jahr unverändert bei 2,4 % liegen, genau wie in der vorherigen Prognose.
Auf der Wachstumsseite fiel das Update etwas optimistischer aus. Die EZB rechnet nun mit einem Wachstum von 1,2 % im Jahr 2025, gegenüber den im Juni prognostizierten 0,9 %. Die Prognose für 2026 wurde auf 1 % nach unten korrigiert. Und für das laufende Jahr lieferte Lagarde die bisher klarste Momentaufnahme.
„Die Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr kumulativ um 0,7 Prozent, was auf die Widerstandsfähigkeit der Binnennachfrage zurückzuführen ist“, sagte.
Doch sie blickte den kommenden Monaten nicht gerade optimistisch entgegen. „Höhere Zölle, eintronEuro und der zunehmende globale Wettbewerb werden das Wachstum voraussichtlich für den Rest des Jahres bremsen“, warnte Christine. Dennoch fügte sie hinzu: „Die Auswirkungen dieser Belastungen auf das Wachstum dürften im nächsten Jahr nachlassen.“
Das ist die Linie, an der sie festhalten. Ob sie Bestand hat oder nicht, steht in den Sternen.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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