Ausländische Investoren investieren wieder verstärkt in chinesische Aktien, mit Zuflüssen auf Rekordniveau. Laut dem International Institute of Finance haben ausländische Investoren zwischen Januar und Oktober 2025 50,6 Milliarden US-Dollar in chinesische und Hongkonger Aktien investiert, verglichen mit 11,4 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Zuvor war ausländisches Kapital in China aufgrund strengerer Gesetze, geopolitischer Spannungen und der Sorge um ein stagnierendes Wirtschaftswachstum über die Jahre hinweg zurückgeblieben.
Der Großteil der Zuflüsse stammte aus passiven Anlagevehikeln
Investoren zu führenden Unternehmen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Zukunftstechnologien
In China hingegen führte die Regierung Änderungen ein, um die QFII-Quoten und bürokratische Hürden abzubauen, die den Fluss grenzüberschreitender Gelder behindert hatten. Außerdem wurden die Notwendigkeit von Transparenz und der Umfang des Zugangs zu ausländischen Märkten für Investoren verdeutlicht.
Gleichzeitig Hongkong verstärkt auf die Schaffung eines klareren Regulierungsrahmens, was ausländischen Investoren im Hinblick auf den chinesischen Markt Sicherheit gibt. Darüber hinaus hat die Regierung im vergangenen Jahr die Marktvolatilität durch den Ankauf inländischer ETFs in großem Umfang abgemildert. Im April 2025 griff das staatliche Team erneut ein, um Aktien nach der durch Zölle verursachten Schwäche zu stützen.
Ein Großteil des Kapitals stammt jedoch aus passiven Anlageinstrumenten wie börsengehandelten Fonds (ETFs) und Indexfonds. Aktive Fondsmanager zögern weiterhin, in den Aktienmarkt des Landes zu investieren, da anhaltende Bedenken hinsichtlich des schwachen Konsums, unklarer Regulierungen und einer alternden Bevölkerung bestehen.
Darüber hinaus bestehen weiterhin geopolitische Spannungen zwischen China und den USA sowie anderen Nationen, die das Vertrauen der Investoren untergraben könnten, wenn sich die Handelspolitik oder der Marktzugang plötzlich ändern.
Analysten warnen jedoch, dass der Anstieg der Kapitalzuflüsse branchenspezifisch sei und Technologie- sowie wachstumsstarke Börsengänge begünstige. Dies könne zu erhöhter Marktvolatilität führen, wenn sich die Anlegerstimmung ändere oder Unternehmen in diesen Bereichen weiterhin hinterherhinken.
Trotz des starken Kapitalzuflusses warnen Analysten vor weiterhin erheblichen Risiken. China kämpft nach wie vor mit einer schwachen Immobiliennachfrage und anhaltendem Deflationsdruck, während die Unsicherheit über künftige regulatorische Maßnahmen weiterhin wichtige Sektoren wie Technologie, Glücksspiel und Bildung belastet.
Geopolitische Spannungen, insbesondere mit den Vereinigten Staaten im Vorfeld des politischen Zyklus 2026, könnten künftige Kapitalzuflüsse ebenfalls dent , wenn die Beschränkungen verschärft werden.
Dennoch hat Qiu Yong, Vorsitzender der SSE, Investoren dazu ermutigt, die aktuellen technologischen Entwicklungen zu nutzen. Er erklärte: „Chinas Wirtschaft befindet sich in einer entscheidenden Phase einer neuen technologischen Revolution und eines tiefgreifenden industriellen Wandels. Wir laden globale Investoren ausdrücklich ein, chinesischen Vermögenswerten besondere Aufmerksamkeit zu schenken und kontinuierlich in sie zu investieren.“
Allianz stellte fest, dass das Engagement inländischer Investoren die Aktienkurse beeinflusste
Untersuchungen von Allianz zeigen, dass ausländische Investoren im Oktober nur etwa 3 % des A-Aktienmarktes ausmachten, wodurch inländische Marktteilnehmer die Haupttreiber der Aktienkurse wurden. Insbesondere Privatanleger kehren nach einer längeren Pause an Chinas Märkte zurück und spielen eine entscheidende Rolle bei der Erholung.
Die Bankeinlagen sind in den letzten Jahren als Reaktion auf eine sich verlangsamende Wirtschaft, steigende Arbeitsplatzrisiken und sinkende Immobilienpreise stark angestiegen und haben zu Überschussersparnissen von rund 7 Billionen US-Dollar geführt, was etwa der Hälfte des Volumens des chinesischen A-Aktienmarktes entspricht.
Trotzdem veranlassen die niedrigen Anleiherenditen Anleger dazu, Kapital in heimische Aktien umzuschichten. Langfristig wird erwartet, dass institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionsfonds ihre Aktienbestände erhöhen werden, die derzeit im Vergleich zu denen in entwickelten Märkten eher gering sind.

