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Biden trifft Putins Russland mit seinen schärfsten Sanktionen bisher: Was passiert jetzt?

VonJai HamidJai Hamid 3 Min. Lesezeit
USA, Russland
  • Biden verhängt die schärfsten Sanktionen gegen Russland und zielt auf Ölprofite ab.
  • Über 180 Schatten-Tanker und große Ölfirmen wurden auf die schwarze Liste gesetzt.
  • Russlands Wirtschaft steht vor weiteren Belastungen durch eine Inflation von 15%.

Die Biden-Regierung hat ihre bisher strengsten Sanktionen gegen Russland verhängt, die sich auf Moskaus geschätzten Energiesektor und seine schwer fassbare „Schattenflotte“ aus Öltankern richten.

Das Weiße Haus hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das gezielt darauf abzielt, Russlands Fähigkeit zu untergraben, seinen Krieg in der Ukraine zu finanzieren. Beamte des Finanzministeriums bezeichneten diese Maßnahmen als die „aggressivsten“ seit Beginn der Invasion, wobei über 180 Tanker auf die schwarze Liste gesetzt wurden, ebenso wie die russischen Ölriesen Gazprom Neft und Surgutneftegas.

Jahre lang hat Präsident Biden einen vollständigen Angriff auf Russlands Energieexporte vermieden, aus Angst, dass die globalen Ölpreise in die Höhe schnellen und die Amerikaner noch höhere Spritkosten zahlen müssten. Doch da die Inflation nachlässt und das globale Ölangebot gesünder wirkt, hat sich die Regierung entschlossen, Putin da zu treffen, wo es am weh tut: bei seinen Ölprofiten.

Die Niederschlagung der Schattenflotte Russlands

Wenn es eine Sache gibt, die Putins Russland beherrscht, dann ist es das Umgehen von Sanktionen. Hier kommt die Schattenflotte ins Spiel – ein undurchsichtiges Netzwerk aus alternden Öltankern, die oft in obskuren Ländern registriert sind und darauf ausgelegt sind, russisches Rohöl um die Welt zu schmuggeln, während sie den westlichen Sanktionen die Nase rümpfen.

Für den Kreml war diese geheime Flotte eine Lebensader, die Öl in Märkte wie China und Indien transportierte, trotz globaler Beschränkungen. Jetzt hat das US-Finanzministerium klar gemacht, dass diese Party vorbei ist.

Um es Putin noch schwerer zu machen, treffen die Sanktionen auch Projekte zur Verflüssigung von Erdgas (LNG) und wichtige Akteure im russischen Energiesystem, von Ingenieuren bis hin zu Finanziers.

Ölpreise, globale Märkte und das nächste Kopfzerbrechen der kommenden Regierung

Die Wirkung von Bidens Sanktionen war fast sofort spürbar. Die Ölpreise stiegen am Freitag, als die Märkte auf potenzielle Versorgungsunterbrechungen reagierten. Kombiniert mit extremem Wetter in den USA und anhaltenden Waldbränden in Kalifornien ist es leicht nachzuvollziehen, warum die Händler in Panik gerieten.

Doch Bidens Team besteht darauf, dass der globale Ölmarkt stabil genug ist, um den Sturm zu überstehen. Der Zeitpunkt dieser Sanktionen ist jedoch aus einem anderen Grund amüsant.

Schließlich werden diese Leute den Stab bald an die Trump-Regierung übergeben, und sie wissen, dass dies ihre Beziehung zu Putin weiter belasten und es ihnen erschweren wird, so gut miteinander auszukommen, wie sie es vielleicht möchten.

Als der Krieg im Februar 2022 begann, sagten Ökonomen einen totalen Zusammenbruch der russischen Wirtschaft voraus. Das geschah nicht. Hohe Ölpreise und geschickte Handelsabkommen mit Ländern wie Indien und China haben die russischen Staatskassen zumindest vorerst gefüllt.

Doch Bidens neue Sanktionen gehen tiefer als frühere Versuche. Für Putin bedeutet dies buchstäblich Milliarden an entgangenen Einnahmen jeden einzelnen Monat.

Die wirtschaftliche Realität Russlands

Seit Beginn des Krieges hat die russische Wirtschaft einen schweren Schlag erlitten. Noch im Jahr 2022 prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Rückgang des russischen BIP um 8,5 %. Bis Ende des Jahres belief sich der tatsächliche Rückgang jedoch auf bescheidene 2,1 %. Warum? Weil die extrem hohen Energiepreise den Schock abfederten.

Im Jahr 2023 schaffte Russland es sogar, ein Wachstum von 2,2 % zu verzeichnen. Klingt beeindruckend, bis man genauer hinsieht. Dieses Wachstum resultierte aus dem Verkauf von Öl und Gas zu Rabatten an nicht-westliche Märkte wie China und Indien.

Währenddessen lagen Sektoren wie Technologie und Verteidigung in Trümmern, und langfristige Investitionen trockneten schneller aus als eine Pfütze in der Sahara. Bis 2024 waren die Risse im Fundament nicht mehr zu übersehen. Die Inflation stieg auf 15 %, und der Rubel stürzte gegenüber den wichtigsten Währungen ab.

Unternehmen hatten große Schwierigkeiten, wobei über 200 Einkaufszentren am Rande des Bankrotts standen. Speditionen, die Waren durch das größte Land der Erde transportieren, warnten vor Insolvenz. Das US-Finanzministerium schätzte, dass die Sanktionen das potenzielle BIP-Wachstum Russlands um 5 % gekürzt hatten.

Für die einfachen Russen ist der Schmerz real. Die Verbraucherpreise sind in die Höhe geschossen, die Löhne stagnieren, und die Jobaussichten sind düster. Seit Beginn des Krieges sind über eine Million Menschen – viele von ihnen junge Fachkräfte – aus dem Land geflohen.

Die Wirtschaftselite ist genervt von Politiken, die militärische Ausgaben über Profitabilität stellen. Insidern des Kremls wird nachgesagt, dass sie über die nicht nachhaltigen Kosten des Krieges murren. Sogar Loyalisten beginnen, Putins langfristige Strategie in Frage zu stellen.

Unterdessen wird die Bevölkerung ungeduldig. Jahre der wirtschaftlichen Stagnation, gepaart mit steigenden Preisen, haben ihre Spuren hinterlassen. Die öffentliche Unzufriedenheit brodelt unter der Oberfläche, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie überkocht.

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Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die globale Wirtschaft und geopolitische Ereignisse, die die Märkte beeinflussen. Sie hat für auf Blockchain spezialisierte Publikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierung und makroökonomische Trends verfasst. Sie hat die London School of Journalism besucht und dreimal Krypto-Marktanalysen in einem der führenden Fernsehsender Afrikas vorgestellt.

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