Biden belegt Putins Russland mit den bisher härtesten Zöllen: Was passiert nun?

- Biden verhängt die bisher härtesten Sanktionen gegen Russland und zielt dabei auf die Öleinnahmen ab.
- Über 180 Schattentanker und große Ölkonzerne auf der schwarzen Liste.
- Russlands Wirtschaft steht angesichts einer Inflation von 15 % unter zusätzlichem Druck.
Die Biden-Administration hat verhängt und dabei Moskaus wichtigen Energiesektor sowie seine schwer fassbare „Schattenflotte“ von Öltankern ins Visier genommen.
Das US-Außenministerium hat ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das Russlands Fähigkeit zur Finanzierung des Ukraine-Krieges gezielt unterbinden soll. Beamte des Finanzministeriums bezeichneten diese Maßnahmen als die „aggressivsten“ seit Beginn der Invasion. Über 180 Tanker wurden auf die schwarze Liste gesetzt, ebenso wie die russischen Ölkonzerne Gazprom Neft und Surgutneftegas.
dent Biden hat jahrelang einen umfassenden Angriff auf Russlands Energieexporte vermieden, aus Angst, die globalen Ölpreise würden in die Höhe schnellen und die Amerikaner mit noch höheren Benzinrechnungen belasten. Doch da sich die Inflation abschwächt und die globalen Ölversorgungslage sich verbessert, beschloss die Regierung, Putin dort zu treffen, wo es am meisten wehtut: bei seinen Ölprofiten.
Das Vorgehen gegen Russlands Schattenflotte
Wenn Putins Russland eines kann, dann ist es, Sanktionen zu umgehen. Hier kommt die Schattenflotte ins Spiel – ein undurchsichtiges Netzwerk alternder Öltanker, oft unter der Flagge obskurer Länder, die russisches Rohöl um die Welt schmuggeln und dabei westliche Sanktionen ignorieren.
Für den Kreml war diese geheime Flotte eine Lebensader, die trotz globaler Beschränkungen Öl in Märkte wie China und Indien transportierte. Nun hat das US-Finanzministerium deutlich gemacht, dass diese Ära vorbei ist.
Um Putin das Leben noch schwerer zu machen, trafen die Sanktionen auch Flüssigerdgasprojekte und wichtige Akteure im russischen Energieökosystem, von Ingenieuren bis hin zu Finanziers.
Ölpreise, globale Märkte und die Kopfschmerzen der nächsten Regierung
Die Auswirkungen von Bidens Sanktionen waren fast unmittelbar spürbar. Die Ölpreise schnellten am Freitag in die Höhe, da sich die Märkte auf mögliche Versorgungsengpässe vorbereiteten. Hinzu kamen extreme Wetterbedingungen in den USA und die anhaltenden Waldbrände in Kalifornien – kein Wunder also, dass die Händler in Panik gerieten.
Bidens Team beharrt jedoch darauf, dass der globale Ölmarkt stabil genug sei, um die Krise zu überstehen. Der Zeitpunkt dieser Sanktionen ist allerdings aus einem anderen Grund amüsant.
Sehen Sie, diese Leute sind im Begriff, den Staffelstab an die Trump-Administration weiterzugeben, und sie wissen, dass dies die Beziehung zwischen ihm und Putin wahrscheinlich noch weiter belasten und es ihnen erschweren wird, so miteinander auszukommen, wie sie es wollen.
Als der Krieg im Februar 2022 begann, sagten Wirtschaftswissenschaftler einen totalen Zusammenbruch der russischen Wirtschaft voraus. Das trat nicht ein. Hohe Ölpreise und geschickte Handelsabkommen mit Ländern wie Indien und China haben Russlands Staatskassen – zumindest vorerst – gefüllt gehalten.
Doch Bidens neue Sanktionen gehen weit über frühere Versuche hinaus. Für Putin bedeuten sie buchstäblich Milliardenverluste pro Monat.
Russlands wirtschaftliche Realität
Russlands Wirtschaft hat seit Kriegsbeginn schwer gelitten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte 2022 einen Rückgang des russischen BIP um 8,5 %. Doch bis Ende des Jahres fiel der tatsächliche Rückgang lediglich um moderate 2,1 % aus. Der Grund: Die extrem hohen Energiepreise dämpften die Auswirkungen.
Im Jahr 2023 konnte Russland sogar ein Wachstum von 2,2 % verzeichnen. Das klingt beeindruckend, doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass dieses Wachstum auf den Verkauf von Öl und Gas zu reduzierten Preisen an nicht-westliche Märkte wie China und Indien zurückzuführen ist.
Unterdessen lagen Sektoren wie Technologie und Verteidigung am Boden, und langfristige Investitionen versiegten schneller als eine Pfütze in der Sahara. Bis 2024 waren die Risse im Fundament nicht mehr zu übersehen. Die Inflation schnellte auf 15 % hoch, und der Rubel stürzte gegenüber den wichtigsten Währungen ab.
Unternehmen kämpften ums Überleben, über 200 Einkaufszentren standen kurz vor dem Bankrott. Spediteure, die Waren durch das größte Land der Erde transportieren, warnten vor Zahlungsunfähigkeit. Das US-Finanzministerium schätzte, dass die Sanktionen das potenzielle BIP-Wachstum Russlands um 5 % reduziert hatten.
Für die einfachen Russen ist der Schmerz real. Die Verbraucherpreise sind exorbitant, die Löhne stagnieren und die Jobaussichten sind düster. Über eine Million Menschen – viele von ihnen junge Akademiker – sind seit Kriegsbeginn aus dem Land geflohen.
Die Wirtschaftselite hat die Nase voll von einer Politik, die Militärausgaben über Profitabilität stellt. Kreml-Insider murren angeblich über die untragbaren Kriegskosten. Selbst treue Anhänger beginnen, Putins langfristige Strategie zu hinterfragen.
Die Bevölkerung wird zunehmend unruhig. Jahrelange wirtschaftliche Stagnation und steigende Preise haben ihre Spuren hinterlassen. Der Unmut brodelt unter der Oberfläche, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich Bahn bricht.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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