KeyBanc Capital Markets hat gerade ein neues Kursziel von 300 US-Dollar für Amazon festgelegt und prognostiziert damit einen Kursanstieg von 35,8 % gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass sich die Aktie in diesem Jahr kaum bewegt hat und bisher um weniger als 1 % gestiegen ist.
Das Unternehmen nahm die Beobachtung des E-Commerce- und Cloud-Riesen mit einer Übergewichtungsempfehlung wieder auf und bezeichnete die aktuelle Bewertung auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 22,9x für 2027E als „tracEinstiegspunkt“.
Der Hauptgrund? Künstliche Intelligenz verändert alles, und KeyBanc glaubt, dass Amazons Cloud-Sparte AWS trotz der Behauptungen der Skeptiker immer noch im Rennen ist. „AWS hat seinen absoluten Umsatz weiterhin ähnlich oder sogar besser als die Konkurrenz gesteigert“, schrieb die Bank.
KeyBanc verwies auf Gigawatt-große Rechenzentrumserweiterungen wie Project Rainier und Schwergewichte im Bereich KI wie Anthropic als Anzeichen für eine Erholung bis 2026. „Wir wären überrascht, wenn AWS bei der KI-Revolution den Anschluss verlieren würde“, fügten sie hinzu.
Analysten sind optimistisch hinsichtlich des Lebensmittelgeschäfts von Amazon
KeyBanc sieht Amazons Werbegeschäft ebenfalls als wichtige Wachstumsquelle und hebt sowohl plattforminterne Werbung (wie gesponserte Produktlisten und Prime-Video-Platzierungen) als auch plattformfremde Möglichkeiten hervor. „Wir glauben, dass Amazons plattformfremdes Geschäft besser aufgestellt ist als Googles Netzwerkgeschäft“, heißt es in der Analyse. Als langfristigen Vorteil werden die exklusiven Nutzerdaten des Unternehmens genannt.
KeyBanc wies außerdem darauf hin, dass Amazons Lebensmittelsegment eine ernsthafte Bedrohung für kleinere Lebensmittelhändler darstelle, insbesondere wegen der Pläne, die Lieferung von verderblichen Waren am selben Tag in über 2.300 US-Städten einzuführen, gegenüber nur 1.000 heute.
Die Expansion soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Die Bank sieht darin eine clevere Möglichkeit, Marktanteile von weniger technologieaffinen Lebensmittelhändlern zu gewinnen, indem sie ihre bestehende Liefer- und Logistikstärke nutzt, um auch den Markt für verderbliche Waren zu dominieren.
AWS-Ausfall legt Tausende von Apps und Websites lahm
Wenige Tage vor der Veröffentlichung des Dokuments, Cryptopolitan berichteten , dass Amazon Web Services einen größeren Ausfall erlitten habe, der über 2.000 Unternehmen beeinträchtigte, darunter Apps wie Robinhood, Coinbase, Venmo, Fidelity, Signal, Snapchat, Duolingo, Roblox und sogar Ring Smart-Türklingeln.
Laut AWS begann das Problem mit einem „latenten Fehler“ im automatisierten DNS-Managementsystem, das die Domainnamen-Einträge für DynamoDB, den Cloud-nativen NoSQL-Datenbankdienst des Unternehmens, verwaltet.
Sowohl der DynamoDB DNS-Planer als auch der DNS-Enactor wurden nun weltweit deaktiviert, während die Entwicklungsteams an langfristigen Lösungen und neuen Sicherheitsvorkehrungen arbeiten.
Der Fehler löste eine Kettenreaktion im AWS-Rechenzentrum US-East-1 in Virginia aus, wo ein leerer DNS-Eintrag nicht aktualisiert wurde. Das Automatisierungssystem erkannte den Fehler nicht und konnte ihn daher nicht beheben; ein manuelles Eingreifen war erforderlich, um das Problem zu lösen.
In der Spitze verursachte derdent laut Downdetector über 8,1 Millionen Ausfallmeldungen. Banking-Apps, Spieleplattformen und Streaming-Dienste waren allesamt betroffen, was erneut Fragen zur Zuverlässigkeit von AWS aufwirft, insbesondere im Hinblick auf die geplante Skalierung der KI-Infrastruktur.

