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Amerikaner müssen mit zusätzlichen Stromkosten in Höhe von 7,3 Milliarden Dollar rechnen, da KI-Rechenzentren einen historischen Energieverbrauchsanstieg verursachen

VonNoor BazmiNoor Bazmi
3 Minuten Lesezeit
  • Rechenzentren verursachten zusätzliche Stromkosten in Höhe von 7,3 Milliarden US-Dollar im östlichen US-Stromnetz; sie machten 45 % der gesamten Energiekosten in der letzten Auktion aus
  • Ein in Baltimore lebenderdent musste innerhalb von drei Jahren einen Anstieg seiner Stromrechnungen um 80 % hinnehmen, bedingt durch die Nachfrage von Rechenzentren
  • Bis 2035 werden Rechenzentren voraussichtlich 9 % des US-amerikanischen Stromverbrauchs ausmachen – der größte Anstieg seit der Verbreitung von Klimaanlagen in den 1960er Jahren

Die Stromrechnungen von Millionen Amerikanern steigen rasant an, und Experten nennen einen unerwarteten Grund dafür: die riesigen Gebäude voller Computer, die künstliche Intelligenz ermöglichen.

Das von PJM Interconnection LLC betriebene Stromnetz im Osten der USA verzeichnete bei der letzten Auktion einen Anstieg der Stromversorgungskosten um 7,3 Milliarden US-Dollar. Fast die Hälfte dieser Kosten entfiel auf Einrichtungen, in denen KI-Server untergebracht sind. Rund 67 Millionen Menschen in 13 Bundesstaaten sind auf dieses Stromnetz angewiesen.

Laut einem Berichtmachten diese Rechenzentren 45 % der gesamten Stromversorgungskosten bei der Sommerauktion aus. Auch bei der vorherigen Auktion trugen die Gebäude rund zwei Drittel zu den Rekordpreisen bei. Insgesamt verursachten diese Einrichtungen bei beiden Auktionen Mehrkosten in Höhe von 16,1 Milliarden US-Dollar.

Die Situation hat sich so zugespitzt, dass Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro angedeutet hat, sein Bundesstaat könnte aus dem regionalen Stromnetz austreten.

Der Druck ist im Alltag für die Amerikaner spürbar

Kevin Stanley lebt in Baltimore, Maryland, mehr als eine Stunde von den Rechenzentren im Norden Virginias entfernt. Der 57-Jährige ist auf eine Erwerbsminderungsrente angewiesen und musste mit ansehen, wie seine Energiekosten im Vergleich zu vor drei Jahren um etwa 80 % gestiegen sind. „Sie steigen und steigen“, erklärte Stanley gegenüber Bloomberg. „Man fragt sich: ‚Wo ist die Grenze?‘“

Seine Erfahrung spiegelt ein wachsendes Problem wider, da diese energieintensiven Anlagen die Strompreise in weiten Teilen des Landes in die Höhe treiben und normale Haushalte zwingen, die mit der digitalen Infrastruktur verbundenen Kosten zu tragen.

Die riesigen Gebäude benötigen enorme Mengen an Strom und verschärfen damit die finanzielle Belastung der Amerikaner angesichts der ohnehin schon steigenden Lebensmittel- und Immobilienpreise. Dies führt zu wirtschaftlichen und politischen Spannungen, da Energieversorger und Kommunalpolitiker über die Kostenverteilung debattieren. Gleichzeitig gelten diese Einrichtungen jedoch als entscheidend für die Aufrechterhaltung der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit in der globalen KI-Entwicklung.

Technologiekonzerne, die heute zu den einflussreichsten Unternehmen der Welt zählen, setzen massiv auf KI. Die Rechenzentren, von denen einige so groß sind, dass sie einen Großteil Manhattans bedecken, enthalten endlose Serverreihen, die die für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Systemen erforderliche Rechenleistung und Speicherkapazität bereitstellen.

Der Energiebedarf wird weiter steigen, da die Technologiekonzerne ihre KI-Infrastruktur massiv ausbauen

Nvidia Corp. kündigte kürzlich an, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in neue OpenAI-Einrichtungen zu investieren. Microsoft Corp. unterzeichnete mit der in Amsterdam ansässigen Nebius Group NV einen mehrjährigen Vertrag im Wert von fast 20 Milliarden US-Dollar für Cloud-Computing an einem Standort in New Jersey.

OpenAI und Oracle Corp. haben eine Partnerschaft gegründet, um eine Kapazität von 4,5 Gigawatt aufzubauen, genug, um Millionen von amerikanischen Haushalten mit Strom zu versorgen.

„Die Versorgungssicherheitskrise ist bereits Realität; sie liegt nicht irgendwo in der Ferne“, erklärte Mark Christie, ehemaliger Vorsitzender der Federal Energy Regulatory Commission und zuvor Regulierungsbeamter in Virginia. Er wies darauf hin, dass der prognostizierte Strombedarf, der maßgeblich durch Anträge auf Netzanschluss dieser Anlagen bedingt ist, ein wesentlicher Faktor für die steigenden Kosten sei.

Das Kostenproblem betrifft nicht nur Amerika. In Japan erreichten die Stromauktionspreise Rekordhöhen, da die Behörden mit einem Ausbau künstlicher Intelligenz rechnen. Auch in Malaysia steigen die Tarife für diese Anlagen, da Neubauten das Angebot belasten. Ein Bericht von Aurora Energy Research in Großbritannien prognostiziert, dass der steigende Verbrauch dieser Gebäude die Strompreise bis 2040 um 9 % in die Höhe treiben könnte.

Weltweit werden diese Anlagen laut BloombergNEF bis 2035 voraussichtlich über 4 % des Stroms verbrauchen. Zum Vergleich: Wären sie ein Staat, stünden sie im weltweiten Stromverbrauch an vierter Stelle, hinter China, den USA und Indien.

In Amerika wird sich der Stromverbrauch dieser Anlagen bis 2035 voraussichtlich verdoppeln und fast 9 % des Gesamtbedarfs erreichen. Einige Experten prognostizieren, dass dies der größte Anstieg des US-Energieverbrauchs seit der Verbreitung von Klimaanlagen in den 1960er-Jahren sein wird. Gleichzeitig steht das Stromnetz bereits vor Herausforderungen durch die Modernisierung veralteter Infrastruktur und die Anpassung an den Klimawandel.

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Noor Bazmi

Noor Bazmi

Noor Bazmi ist Mitglied des Cryptopolitan -Nachrichtenteams und hat einen Abschluss in Medienwissenschaften. Sie berichtet über Blockchain, Kryptowährungen, künstliche Intelligenz, Big Tech, den Markt für Elektrofahrzeuge, die Weltwirtschaft und politische Kurswechsel. Um ein internationales Publikum zu erreichen, absolviert sie derzeit ein Marketingstudium.

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