Der legendäre Vitalik Buterin sorgte kürzlich mit einer kühnen Behauptung für Aufsehen: Ab 2024 sind alle politischen Ideologien, auf die wir uns im Westen bisher gestützt haben, überholt und gescheitert. Seiner Ansicht nach reichen die traditionellen Strukturen nicht mehr aus – von den Kapitalisten, die Zölle loben, bis hin zu den Libertären, die vom Weg der Freiheit abgewichen sind. Und von den „neuen Autoritären“, die keine wirklich glänzende Alternative bieten, wollen wir gar nicht erst anfangen.
Weg mit dem Alten, her mit dem Verkommenen!
Vitalik kritisierte nicht nur den aktuellen Zustand, sondern bot auch eine Lösung an. Er stellte uns ein Konzept vor, das zunächst paradox klingen mag – den degenerierten Kommunismus. Das ist nicht der Kommunismus unserer Großeltern.
Nein.
Es ist maßgeschneidert für das Internetzeitalter, eine Antwort auf unsere kollektive Sehnsucht nach einem Hauch von Chaos. Vitalik bemerkte, dass das Internet keine höflichen Debatten mehr will. Es sehnt sich nach entschlossenem Handeln und dem aufregenden Nervenkitzel des Risikos.
Vitalik stellte jedoch umgehend klar, dass es hier nicht um die Förderung von Anarchie gehe. Vielmehr gehe es darum, Chaos strategisch zum Wohle aller zu nutzen und sicherzustellen, dass die Gesellschaft als Ganzes von den Folgen profitiert, auch wenn wir alle mit hohen Risiken konfrontiert sind. Er schlug den degenerierten Kommunismus nicht nur als Ideensammlung, sondern als praktische Ideologie vor, die alles von Kryptowährungen bis hin zur Regierungspolitik beeinflussen könnte.
Die Krypto-Verbindung
Vitalik sprach über Kryptowährungen und hob hervor, wie die Kryptoindustrie mit ihren dramatischen matic und Abwärtsbewegungen den Geist des „degenerierten“ Marktes verkörpert. Er wies jedoch darauf hin, dass diese Schwankungen so genutzt werden könnten, dass der Schaden in Krisenzeiten minimiert wird. Stellen Sie sich ein Szenario vor, in dem im Falle eines Projektzusammenbruchs die Kleinanleger zuerst entschädigt werden. Vitalik schlägt nicht vor, den Staat um Rettungspakete zu bitten. Vielmehr spricht er von einer Änderung der Nutzungsbedingungen von Projekten, um in schwierigen Zeiten die Interessen kleinerer Anleger zu berücksichtigen.
Doch es geht nicht nur darum, sich gegen Kursverluste abzusichern. Vitalik setzt sich auch dafür ein, Kursgewinne sinnvoll zu nutzen. Von Spenden eines Teils der Memecoin-Einnahmen an wohltätige Zwecke bis hin zur Förderung von Projekten, die durch Airdrops eine gerechtere Vermögensverteilung anstreben – es geht ihm darum, die Dynamik der Kryptowelt mit dem Gemeinwohl in Einklang zu bringen.
Degenerierter Kommunismus jenseits von Krypto
Vitaliks Vision reicht jedoch weit über die Kryptoindustrie hinaus. Er stellt sich vor, wie ein degenerierter Kommunismus auch die Regierungspolitik umgestaltet. Nehmen wir zum Beispiel den Immobilienmarkt. Dank veralteter Gesetze und Beschränkungen ist der heutige Markt ein Spielplatz für die Reichen. Vitaliks Lösung? Ein kompletter Systemwechsel durch Grundsteuern und mehr YIMBY-Richtlinien (Yes In My Backyard – Ja, in meinem Hinterhof), um Wohnraum erschwinglicher und gerechter zu machen.
Und fangen Sie bloß nicht mit ihm über geistiges Eigentum an! In einer degenerierten kommunistischen Welt würden wir Harberger-Steuern auf Urheberrechte und Patente erleben, die mehr offenen Zugang und Innovation fördern würden. Außerdem würde die Einwanderungspolitik dringend überarbeitet, wobei der Fokus auf dem Ausbau sicherer, legaler Wege für die freie Bewegung von Menschen über Grenzen hinweg läge.
Im Zentrum des degenerierten Kommunismus steht ein dynamischer, inklusiver und qualitätsorientierter demokratischer Prozess. Vitalik entwirft die Vision einer Welt, in der Entscheidungsinstrumente wie pol.is und Prognosemärkte uns helfen, einen Konsens zu finden und schnelle, fundierte Entscheidungen zu treffen. Es geht darum, das Chaos menschlichen Handelns anzunehmen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die von uns geschaffenen Systeme allen dienen, nicht nur einigen wenigen.

