Türkei will durch Besteuerung in ihren massiven Kryptomarkt investieren

- Türkei plant die Besteuerung von Krypto-Einkünften und Kapitalgewinnen.
- Dienstleister müssen Steuern auf verarbeitete Transaktionen zahlen.
- Die Abgaben sind Teil eines Gesetzesentwurfs zur Änderung mehrerer geltender Vorschriften.
Die wichtigste politische Kraft der Türkei hat den großen Kryptowährungsmarkt des Landes im Visier, angetrieben durch eine chronische Inflation der Fiat-Währung, die Ankara noch nicht vollständig im Griff hat.
Abgeordnete der regierenden Mehrheit schlagen nun legislative Änderungen vor, um sicherzustellen, dass Einkommen und Gewinne, die durch die massenhafte Annahme von Kryptowährungen entstehen, ordnungsgemäß besteuert werden.
Türkei will Transaktionen über Krypto-Plattformen besteuern
Die regierende Justiz- und Entwicklungspartei (AKP) der Türkei hat dem Großen Nationalversammlung, dem Parlament des Landes, einen Gesetzentwurf zur Änderung mehrerer Gesetze zur Regulierung der Kryptobesteuerung vorgelegt.
Eine der geplanten Aktualisierungen betrifft das türkische Verbrauchsteuergesetz, das die indirekten Steuern auf den Konsum regelt, einschließlich der Mehrwertsteuer (MwSt.) und der Steuer für Bank- und Versicherungstransaktionen (BITT).
Der Entwurf fügt der letzteren eine Bestimmung zur „Steuer auf Krypto-Asset-Transaktionen“ hinzu, die alle Krypto-Verkäufe und -Übertragungen durch Dienstleister der Besteuerung unterwerfen wird, berichtete die offizielle Anadolu-Agentur am Montag.
Die Plattformen, die diese Transaktionen verarbeiten, zahlen die Steuer monatlich an den türkischen Staat. Auch Reuters hat in einem Bericht darauf hingewiesen, dass der Steuersatz auf 0,03 % festgelegt wurde.
Die in dem Gesetzentwurf enthaltenen Änderungen des Mehrwertsteuergesetzes sehen vor, dass die Lieferung von digitalen Assets, die der Krypto-Transaktionssteuer unterliegen, von der MwSt. befreit werden.
Neben der Abgabe auf Münztransaktionen zielt die neue Gesetzgebung darauf ab, die Besteuerung von Einkünften aus Krypto-Assets einzuführen und die Behandlung von kryptobezogenen Gewinnen als Kapitalgewinne zu regeln.
Es wird auch vorgeschlagen, Gewinne aus dem Verkauf von Krypto-Assets, die von Unternehmen erzielt werden, als kommerzielles Einkommen bzw. als Einnahmen aus Geschäftstätigkeiten zu klassifizieren.
Gesetzesinitiatoren schlagen 10% Steuer auf Krypto-Einkünfte vor
Die Verfasser des Gesetzentwurfs beabsichtigen, die Besteuerung digitaler Assets durch eine spezielle Änderung des türkischen Einkommensteuergesetzes zu regeln.
Nach einem neuen Artikel werden Krypto-Plattformen vierteljährlich 10 % auf Gewinne und Einkünfte einbehalten, die aus Transaktionen mit Kryptowährungen erzielt werden.
Bei der Bestimmung der Steuergrundlage werden die für den Kauf und Verkauf der Münzen gezahlten Transaktionssteuern und -gebühren berücksichtigt.
Händler können Verluste aus dem Kauf und Verkauf eines bestimmten Assets innerhalb eines Kalenderjahres gegen die Steuergrundlage der einbehaltenen Steuern in nachfolgenden Perioden verrechnen.
Sollten die Bestände auf eine andere Plattform übertragen werden, muss diese über das ursprüngliche Kaufdatum und den Kaufpreis informiert werden.
Die Vermittler haften für die Festsetzung der einzubehaltenden Steuer sowie für jede zu niedrig gemeldete Steuer.
Gewinne aus Kryptowährungstransaktionen, die außerhalb autorisierter Plattformen durchgeführt werden, werden auf der Grundlage der jährlichen Erklärungen der Eigentümer besteuert.
Wenn sie über lizenzierte Anbieter abgewickelt werden, sind Privatpersonen nicht verpflichtet, Steuererklärungen für diese Art von Einkünften einzureichen oder sie in ihre jährlichen Steuererklärungen für andere Einkünfte aufzunehmen.
Im gleichen Szenario werden Gesellschaften mit beschränkter Haftung von der Verpflichtung befreit, spezielle Steuererklärungen für Einkünfte einzureichen, die der Quellensteuer unterliegen.
Gleichzeitig würden die Bestimmungen für kommerzielle Einkünfte gelten, wenn die Krypto-Einkünfte aus gewerblichen Aktivitäten resultieren.
Das Rechtsdokument sieht auch vor, die Begriffe „Krypto-Asset“, „Wallet“ und „Plattform“ in das türkische Kapitalmarktrecht aufzunehmen.
Das neue Gesetz wird der Regierung in Ankara ermöglichen, auf die finanziellen Ströme zuzugreifen, die durch den massiven Kryptomarkt des Landes generiert werden, den größten in seiner Region.
Was das Transaktionsvolumen betrifft, so näherte es sich im vergangenen Jahr laut der in den USA ansässigen Blockchain-Analysefirma Chainalysis der Marke von 200 Milliarden US-Dollar.
Die Akzeptanz von Kryptowährungen hat vor dem Hintergrund der abwertenden nationalen Fiat-Währung, der türkischen Lira, zugenommen und ist auf zunehmend strengere regulatorische Aufsicht gestoßen.
Während die Türkei im vergangenen Januar ihre niedrigste jährliche Inflation seit mehr als vier Jahren verzeichnete, lag sie laut Daten von Trading Economics immer noch bei 30,65 %.
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