Trump drohen zusätzliche Zinskosten in Höhe von 60 Milliarden Dollar für die Entlassung des Fed-Chefs

- Analysten warnen davor, dass Trumps mögliche Absetzung des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell die US-Kreditkosten aufgrund steigender Renditen von Staatsanleihen um fast 60 Milliarden Dollar pro Jahr erhöhen könnte.
- Investoren könnten höhere Zinssätze fordern, wenn sie der Ansicht sind, dass die Fed an Unabhängigkeit verliert, was ihre Fähigkeit zur Inflationskontrolle gefährdet und zu einer größeren Marktvolatilität führen könnte.
- Höhere Renditen könnten die US-Staatsverschuldung untragbar machen, den Dollar schwächen und die Hypothekenzinsen über 7 % treiben, was einen ohnehin schon schleppenden Wohnungsmarkt weiter verschärfen würde.
Analysten warnendent US-Präsident Donald Trump mit einem Anstieg der Zinskosten um fast 60 Milliarden Dollar (rund 44 Milliarden Pfund) konfrontiert sein könnte, sollte er sich entscheiden, den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, zu entlassen.
Ein Sturz Powells würde die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe treiben und die Zinsausgaben der Regierung angesichts der steigenden Inflation und zunehmender politischer Unsicherheit erhöhen. Laut Telegraphbeobachten Anleger die Renditen von Staatsanleihen genau, da diese die Kreditkosten der Regierung und die wirtschaftliche Lage widerspiegeln.
Gennadiy Goldberg von TD Securities sagte, die Entlassung des Fed-Vorsitzenden könne die jährlichen Zinskosten um etwa 58 Milliarden Dollar erhöhen.
Diese Wochedent der Präsident durchblicken, dass er den Fed-Chef entlassen könnte, weil die Renovierung des Hauptsitzes der Zentralbank das Budget um 2,5 Milliarden Dollar überschritten habe.
Nach Berichten vom Mittwoch, wonach er zum sofortigen Rücktritt bereit sei, sagte Trump gegenüber Reportern: „Ich schließe nichts aus, aber ich halte es für höchst unwahrscheinlich, es sei denn, er muss wegen Betrugs zurücktreten.“
Trump hat Powell wiederholt angegriffen und ihn wegen dessen, seiner Ansicht nach, unnötig langsamer Zinssenkungen als „Dummkopf“ bezeichnet.
Als Vorsitzender der Federal Reserve hat Powell eine vierjährige Amtszeit und spielt eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der US-Geldpolitik, einschließlich der Festlegung der Zinssätze.
Experten warnen davor, dass seine Absetzung oder auch nur die Andeutung politischen Drucks dazu führen könnte, dass Investoren deutlich höhere Zinssätze fordern, da sie befürchten würden, die Fed könnte sich von politischen Erwägungen beeinflussen lassen und ihre Fähigkeit verlieren, die Inflation im Zaum zu halten.
Die Schätzung von 58 Milliarden Dollar deckt nur einen Teil des Bildes ab
Goldberg fügte hinzu, dass die langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen um 20 bis 50 Basispunkte steigen könnten (wobei jeder Basispunkt 0,01 % entspricht), wodurch die Renditen für 20- und 30-jährige Anleihen auf etwa 5,5 % steigen würden.
Er errechnete, dass dieser Anstieg zusätzliche jährliche Zinseinnahmen von 58 Milliarden Dollar für die rund 276 Milliarden Dollar an 30-jährigen und 168 Milliarden Dollar an 20-jährigen Wertpapieren generieren würde, die das Finanzministerium jedes Jahr emittiert.
Die Schätzung umfasst nur 20- und 30-jährige Anleihen und berücksichtigt keine anderen Laufzeiten wie beispielsweise 10-jährige Anleihen, bei denen die Zinssätze ebenfalls steigen könnten.
Diese Prognose geht von stabilen Renditen und einer unveränderten Staatsverschuldungsstrategie aus. „Wenn die Zinsen steigen, könnte die Schuldenlast sehr schnell untragbar werden“, warnte Goldberg.
Alex Everett, ein Fondsmanager bei Aberdeen, vermutete, dass dieser Schock innerhalb von zwei bis drei Monaten die Renditen 30-jähriger Anleihen um einen ganzen Prozentpunkt auf fast 6 % ansteigen lassen könnte.
Dieses Szenario würde den stärksten Anstieg der Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen seit der Volcker-Ära Anfang der 1980er-Jahre bedeuten, als der damalige Fed-Chef Paul Volcker die Zinsen massiv anhob, um die Inflation einzudämmen. Everett wies darauf hin, dass der heutige Anstieg eher die Besorgnis des Marktes über die Fähigkeit der Fed zur Inflationsbekämpfung widerspiegelt als deren Erfolg bei der Inflationsbekämpfung.
„Die Märkte werden denken, dass die Inflation nicht von einer Institution unter Kontrolle gehalten wird, deren Aufgabe es ist, die Wirtschaft zu dämpfen“, sagte er.
Die Entlassung des Fed-Vorsitzenden könnte politische und fiskalische Instabilität auslösen
Die Absetzung eines Fed-Vorsitzenden könnte auch Spekulationen über erhöhte politische Instabilität und eine lockerere Fiskalpolitik auslösen.
„Das wäre ein sehr wichtiger Meilenstein in Trumps Agenda; man könnte annehmen, dass der nächste logische Schritt darin besteht, dass er andere Dinge stärker vorantreiben kann“, sagte Herr Everett.
Er fügte hinzu, dass erhöhte Renditen von Staatsanleihen wahrscheinlich den Dollar belasten und den Anlegern Verluste zufügen würden.
Dieser Anstieg würde mit den Zinsaufwendungen zusammenfallen, die derzeit etwa 3,2 % der Bundesausgaben ausmachen und bis 2054 voraussichtlich auf etwa 6,1 % steigen werden, falls die Haushaltsvorschläge von Herrn Trump angenommen werden, so das Committee for a Responsible Federal Budget.
Gleichzeitig würden höhere Renditen von Staatsanleihen die Hypothekenzinsen, die bereits bei rund 7 % liegen, weiter in die Höhe treiben. Dies würde den Immobilienmarkt auf den schwächsten Stand seit 30 Jahren treiben.
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Noor Bazmi
Noor Bazmi ist Mitglied des Cryptopolitan -Nachrichtenteams und hat einen Abschluss in Medienwissenschaften. Sie berichtet über Blockchain, Kryptowährungen, künstliche Intelligenz, Big Tech, den Markt für Elektrofahrzeuge, die Weltwirtschaft und politische Kurswechsel. Um ein internationales Publikum zu erreichen, absolviert sie derzeit ein Marketingstudium.
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