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Teslas Wert hängt davon ab, was Sie tatsächlich darin sehen

VonJai HamidJai Hamid 3 Min. Lesezeit

Foto von Tesla Fans Schweiz

  • Die Bewertung von Tesla hängt davon ab, ob Investoren sie als Automobilhersteller oder als Technologieunternehmen betrachten.
  • Elon Musks Pläne für Robotaxis und Automatisierung machen den Großteil des Tesla-Aktienkurses aus.
  • Teslas EV-Verkäufe sinken, während Konkurrenten wie BYD und Waybo an Boden gewinnen.

Teslas Marktkapitalisierung liegt je nach Sprecher zwischen $370 Milliarden und $1,6 Billionen. Die Zahlen ändern sich je nachdem, ob die Leute das Unternehmen nur als einen weiteren EVO-Hersteller oder als ein Technologieunternehmen sehen, das seine Zukunft auf Robotaxis und humanoide Roboter setzt.

Laut Bloomberg reichen die 12-Monats-Ziele der Analysten für Tesla-Aktien von $115 bis $500, eine Spaltung, die so breit ist, dass sie im S&P 500 kaum ihresgleichen hat. Genau in dieser Lücke beginnt die Debatte.

Nicholas Colas, Mitbegründer von DataTrek Research, sagt, dass der Großteil des Aktienkurses an Teslas unbewiesenen Ambitionen gekoppelt ist. Das heutige Geschäft reicht nicht aus, um den Preis zu rechtfertigen. Was den Preis antreibt, ist seiner Meinung nach der Glaube daran, was Tesla werden könnte. Und dieser Glaube ist eng mit Elon Musk verbunden, der mehr Kontrolle über den Aktienkurs seines Unternehmens hat als wahrscheinlich jeder andere lebende CEO.

Robotaxis testen Elon Musks Versprechen

Elon sagt, die Zukunft dreht sich um volle Automatisierung. Der nächste Meilenstein in dieser Vision ist der Robotaxi-Start, der für den 22. Juni in Austin geplant ist. Es wird erwartet, dass er eine kleine Flotte von Model-Y-Fahrzeugen betreibt. Aber seine Erfolgsbilanz bei der Einhaltung von Zeitplänen ist wackelig. Musk nannte sich einmal sogar „den Jungen, der FSD ausrief“ (Boy who cried FSD).

Anleger, die ihm folgen, scheinen das nicht zu stören. Herbert Ong, der einen auf Tesla fokussierten YouTube-Kanal mit über 100.000 Followern betreibt, sagt: „Das Autogeschäft ist wirklich eine Nebensache.“ Musk stimmt zu. Er sagte letztes Jahr: „Wenn jemand nicht glaubt, dass Tesla die Autonomie lösen wird, sollte er kein Investor des Unternehmens sein.“

Die Vollautonome Fahrsoftware (FSD), die Elon vorantreibt, ist noch nicht vollständig autonom. Sie benötigt menschliche Aufsicht. Das System verwendet Kameras, kein Lidar oder Radar, was Musk als günstiger und einfacher skalierbar bezeichnet. Kritiker sagen das Gegenteil. Sie argumentieren, dass die Verlassung auf Kameras riskanter ist, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen oder schlechtem Wetter. Die US-amerikanische National Highway Traffic Safety Administration untersucht das System derzeit nach mehreren schweren Unfällen.

Der langfristige Plan ist ein Ride-Hailing-Service mit Tesla-Fahrzeugen, die keine Fahrer benötigen. Schließlich planen sie, ein Modell namens Cybercab zu starten, aber bisher haben diese Versprechen keine Einnahmen generiert. Sie sind noch Ideen, keine Geschäfte.

EVO-Geschwächtes Geschäft, während Konkurrenten nachrücken

Während Musk auf Automatisierung hinarbeitet, steht das Kern-EVO-Geschäft unter Druck. Im Jahr 2024 stammten etwa 80 % von Teslas Umsatz aus dem Verkauf von Fahrzeugen. Der Rest kam aus Energiespeicherung, Solarmodulen und EVO-Ladestationen. Aber der chinesische Konkurrent BYD holt schnell auf. BYD verkaufte in Europa im April mehr Fahrzeuge als Tesla. Analysten glauben, dass es sie bis Ende des Jahres weltweit überholen könnte.

Letztes Jahr verkaufte Tesla knapp unter 1,8 Millionen Fahrzeuge. Das ist weniger als ein Drittel von General Motors’ Verkauf und weniger als die Hälfte von Ford. In diesem Jahr erwarten Analysten, dass die Verkäufe leicht auf 1,7 Millionen sinken. Produktionspausen für das neue Model Y, schwache Verkäufe in den USA und der EU sowie Elons politischer Bruch mit Donald Trump haben nicht geholfen. Diese Nachwirkungen, verbunden mit seinen MAGA-Kommentaren, haben Teslas Marke geschädigt.

Die Gewinnmarge der Automobilsparte, die früher die Branche anführte, wird voraussichtlich auf 17 % fallen. Das ist in der Nähe von Ford und GM. Sie erhält immer noch einen Schub durch Emissionsgutschriften, aber selbst diese könnten bedroht sein, da Trumps Weißes Haus darauf drängt, die Emissionsstandards zu lockern.

Trotz allem wird Tesla zu etwa dem 138-fachen seiner erwarteten Gewinne für 2025 gehandelt. GM und Ford liegen im einstelligen Bereich. Colas schätzt, dass nur $20 von Teslas aktuellem Aktienkurs von $322 aus tatsächlichen Gewinnen stammen. Die restlichen 95 % sind reine Spekulation.

Analysten wie Adam Jonas von Morgan Stanley, Tom Narayan von RBC und Stephen Gengaro von Stifel behandeln Tesla eher wie eine Venture-Bet als ein stabiles Unternehmen. Jonas bewertet die selbstfahrenden und Robotaxi-Ideen mit $250 pro Aktie, aber Roboter mit $0. Narayan bewertet die Roboter mit $5. Gengaro geht noch höher – $311 für FSD und Robotaxis, $29 für Optimus.

Optimus, der humanoide Roboter, von dem Musk behauptet, er werde „unsichere, repetitive oder langweilige Aufgaben ausführen“, ist in Demos aufgetaucht, die von Menschen ferngesteuert wurden. Dennoch behauptet Elon, er könnte eines Tages $10 Billionen an Umsatz generieren. Das ist das 100-fache von Teslas aktuellem Jahresumsatz.

Währenddessen betreibt Waymo (im Besitz von Alphabet) bereits über 250.000 bezahlte Fahrten pro Woche in vier US-Städten mit 1.500 Robotaxis. Das Unternehmen stellt keine eigenen Autos her; es modifiziert elektrische Jaguars. Die letzte Bewertung? Rund 45 Milliarden Dollar. Mit Tesla ist das nicht vergleichbar.

Tesla ist zudem das teuerste Unternehmen der „Magnificent Seven“, einer Gruppe aus sechs Tech-Giganten und Elons Firma. Das KGV von Microsoft liegt bei rund 32. Das von Tesla ist mehr als viermal so hoch.

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Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die globale Wirtschaft und geopolitische Ereignisse, die die Märkte beeinflussen. Sie hat für auf Blockchain spezialisierte Publikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierung und makroökonomische Trends verfasst. Sie hat die London School of Journalism besucht und dreimal Krypto-Marktanalysen in einem der führenden Fernsehsender Afrikas vorgestellt.

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