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Die Chefs von Siemens und SAP drängen die EU, die KI-Gesetze zu überdenken

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
  • Die CEOs von Siemens und SAP fordern die EU auf, ihre KI-Regulierungen zu überarbeiten, da die derzeitigen Gesetze Innovationen behindern.
  • Beide CEOs betonen, dass Europas größte Herausforderung in restriktiven Datenschutzgesetzen liegt, nicht in einem Mangel an Infrastruktur.
  • Die CEOs fordern Brüssel auf, die Regulierung von KI und Daten zu überdenken, um Europa im globalen Wettbewerb zu stärken.

Zwei der einflussreichsten Technologieführer Deutschlands drängen die Europäische Union dazu, ihren Plan zur Regulierung künstlicher Intelligenz (KI) zu überdenken. 

Roland Busch, der Vorstandsvorsitzende von Siemens, und Christian Klein, der Chef von SAP, haben sich bereits öffentlich geäußert und erklärt, dass die derzeitigen europäischen Gesetze zu eng gefasst seien und Innovationen auf dem Kontinent behindern könnten.

In einem gemeinsamen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärten Busch und Klein, die EU brauche eine intelligentere und agilere Verwaltungsstruktur, die den Innovationsgeist nicht ersticke, sondern fördere. Sie betonten, dass Sicherheit und Transparenz im Bereich der KI zwar wichtig seien, die derzeitige Gesetzgebung es europäischen Unternehmen jedoch erschwere, mit internationalen Wettbewerbern mitzuhalten.

Europa sieht sich einem harten globalen Wettbewerb ausgesetzt, insbesondere aus den USA und China, und eines der größten Hindernisse, das die Größe und Stärke seiner Unternehmen daran hindert, aufzuholen, wird als übermäßige Regulierung angesehen.

Die beiden CEOs sagen, dass die EU ohne Veränderungen im globalen Wettbewerb um die Entwicklung modernster KI- und Digitaltechnologien weiter zurückfallen wird.

Siemens-Chef warnt: EU-KI-Regeln könnten Innovationen ersticken und Unternehmen belasten

Der EU-AKI-Actist für die führenden Technologieunternehmen von zentraler Bedeutung. Der Act regelt die Entwicklung und Nutzung künstlicher Intelligenz, indem er KI-Systeme in vier Risikostufen einteilt: inakzeptables Risiko, hohes Risiko, erhebliches Risiko und geringes Risiko. Unternehmen müssen je nach Risikokategorie Regeln zur Datennutzung, Transparenz und Sicherheit einhalten.

Roland Busch fügte hinzu, dass sich überschneidende Regulierungen (einschließlich des EU-Datenschutzgesetzes) zu Verwirrung und unnötiger Mehrbelastung führen. Das Regelwerk, bekannt als Datenschutzgesetz, setzt strenge Grenzen für die Nutzung von Verbraucher- und Unternehmensdaten durch Unternehmen – Grenzen, die laut Busch „toxisch“ für die Entwicklung moderner digitaler Geschäftsmodelle sind.

Die derzeitigen Gesetze werden eher als Wachstumshemmnis denn als Wachstumsförderung angesehen, und es bestehen Bedenken, dass Europa zu früh im Innovationsprozess zu strenge Regulierungen einführt.

Interessanterweise unterstützte Busch, anders als mehrere Tech-Giganten, darunter Alphabet (Googles Mutterkonzern) und Meta, die offene Briefe an die EU zur Verschiebung des KI-Gesetzes unterzeichnet hatten, diese Bemühungen nicht. Er argumentierte, die Briefe gingen nicht weit genug und enthielten keine substanziellen Reformvorschläge.

Siemens und SAP drängen die EU zur Freigabe des Datenzugriffs

Die Herausforderung für Europa liegt nicht in der Infrastruktur oder der Rechenleistung, sagte Christian Klein, Co-Chef von SAP, sondern vielmehr in der Schwierigkeit der Region, auf die bereits vorhandenen Daten zuzugreifen und sie zu nutzen.

Immer mehr Menschen befürchten, dass dem Bau von Rechenzentren zu viel Bedeutung beigemessen wird, während der eigentliche Veränderungsbedarf in einer Reform des Datenmanagements und der Datennutzung liegt. Ohne eine konsequente Führung im Bereich der Datengovernance kann selbst die beste Information der Welt nichts nützen.

„Wir sitzen in Europa auf einem wahren Datenschatz, können ihn aber noch nicht nutzen“, sagte Busch der Zeitung. „Es mangelt uns derzeit nicht an Rechenkapazität, sondern an der Freigabe von Ressourcen.“

Beide CEOs betonen, dass Europa sich auf die Öffnung von Daten unter gleichzeitiger Wahrung der Privatsphäre der Nutzer konzentrieren sollte. Nur so könne der Kontinent mit anderen Regionen, die massiv in künstliche Intelligenz investieren, wirklich konkurrieren.

Wenn die EU jetzt ihren Ansatz überarbeitet, kann sie den globalen Technologiewettlauf immer noch für sich entscheiden, indem sie den Schwerpunkt stärker auf die Ermöglichung von Innovationen und weniger auf präventive Gegenmaßnahmen legt.

Im Vorfeld der Verabschiedung des EU-KI-Gesetzes hatten Siemens und SAP unter anderem Bedenken hinsichtlich dessen potenzieller Auswirkungen auf die europäische Wettbewerbsfähigkeit geäußert. Die beiden Unternehmen hatten zuvor in einem gemeinsamen Schreiben an EU-dent Ursula von der Leyen und EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gewarnt, dass das geplante Datenschutzgesetz Europas Verwundbarkeit durch die erzwungene Weitergabe wichtiger Geschäftsdaten noch verstärken könnte.

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Nellius Irene

Nellius Irene

Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.

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