Südafrika steht kurz davor, Geschichte auf dem afrikanischen Kontinent zu schreiben: Bis Ende des Monats sollen rund 60 Kryptowährungsplattformen lizenziert werden. Damit positioniert sich das Land als Vorreiter bei der Lizenzpflicht für Kryptowährungsbörsen . Angesichts des überwältigenden Interesses von über 300 Anbietern von Krypto-Assets, die auf eine Zulassung warten, hat die Finanzmarktaufsicht (FSCA) eine strikte Frist gesetzt: Anträge müssen bis zum 30. November eingereicht werden, andernfalls drohen Konsequenzen.
Der von FSCA-Kommissarin Unathi Kamlana beschriebene Prozess ist akribisch und zielt aufgrund des enormen Antragsvolumens auf eine strukturierte Prüfung ab. Anders als bei der Entscheidung für einen spezialisierten Krypto-Regulierungsrahmen unterstellt Südafrika Kryptobörsen dem bestehenden Gesetz über Finanzberatungs- und Vermittlungsdienste. Dieses Gesetz setzt hohe Standards für Ehrlichkeit, Integrität und Kompetenz von Finanzdienstleistern. Kamlanasmatic Ansatz unterstreicht die Überzeugung, dass ein umfassender Regulierungsrahmen unnötig ist, da die bestehenden Gesetze die meisten Lücken effektiv schließen können.
Der regulatorische Rahmen nimmt Gestalt an
Im vergangenen Jahr unternahm die FSCA einen entscheidenden Schritt, indem sie Krypto-Assets als Finanzprodukte einstufte. Diese Erklärung war ein Wendepunkt und markierte den Beginn der Integration der Kryptoindustrie in den südafrikanischen Rechtsrahmen. Laut Brent Peterson, Leiter der Rechtsabteilung bei Easy Crypto Ltd., ging es bei diesem Schritt darum, den Durchschnittsbürger zu schützen und ihm Schutzmaßnahmen zu bieten, die aufgrund der bisherigen Unregulierung des Kryptohandels nicht verfügbar waren.
Die Notwendigkeit einer Regulierung wurde nach zwei großen Krypto-Betrugsfällen in Südafrika, die zu Milliardenverlusten führten, schmerzlich deutlich. Da Kryptowährungen zunehmend vom Rand der Finanzwelt in den Mainstream vordrangen, wurde der weltweite Ruf nach regulatorischer Aufsicht immer lauter. Südafrikas Antwort auf diese Herausforderungen besteht in der Festlegung einer Lizenzierungsfrist für Krypto-Plattformen vom 1. Juni bis zum 30. November 2023. Während dieses Zeitraums können die Plattformen ihren Betrieb fortsetzen, müssen sich aber an die neuen Compliance-Vorgaben anpassen.
Eine bemerkenswerte Folge des rasanten Wachstums des Kryptomarktes ist die Zurückhaltung südafrikanischer Banken, Krypto-Plattformen Dienstleistungen anzubieten, da sie die damit verbundenen hohen Risiken befürchten. Coen Jonker, CEO der Tymebank, betonte den Wunsch der Branche nach klaren Richtlinien und Regulierungen. Es herrscht Einigkeit: Klarheit und Regulierung kommen allen zugute und verhindern, dass Millionen Südafrikaner Krypto-Transaktionen „völlig unreguliert“ durchführen

