Das KI-Startup OpenAI hat die Initiative „OpenAI for Countries“ ins Leben gerufen, um Regierungen weltweit bei der Entwicklung ihrer KI-Systeme zu unterstützen. Laut Unternehmen ist diese Initiative Teil des vor einigen Monaten angekündigten Projekts „Stargate“.
Ziel dieses Projekts ist es, die Entwicklung, den Einsatz und die Nutzung einer auf demokratischen Prinzipien basierenden KI-Infrastruktur zu beschleunigen, die als Alternative zu totalitären Modellen dienen soll.
Das Unternehmen teilte mit:
„Wir wollen diesen Ländern helfen und dabei gleichzeitig demokratische KI verbreiten, was die Entwicklung, Nutzung und den Einsatz von KI bedeutet, die langjährige demokratische Prinzipien schützt und integriert.“
Im Rahmen dieser Initiative plant OpenAI, über die USA mit interessierten Ländern zusammenzuarbeiten, um deren KI-Fähigkeiten zu verbessern. Zu den geplanten Projekten gehören unter anderem der Aufbau sicherer Rechenzentren in Partnerländern, die Bereitstellung lokalisierter Versionen von ChatGPT und die Einrichtung nationaler Start-up-Fonds.
Es wird erwartet, dass auch Partnerländer in den Ausbau des Stargate-Projekts investieren und so den von den USA angeführten KI-Initiativen eine globale Reichweite verleihen. Das Unternehmen gab an, in der ersten Phase der Initiative zehn Projekte mit einzelnen Ländern oder Regionen durchführen zu wollen.
Das OpenAI-Stargate-Projekt nimmt endlich Gestalt an
Die neue Initiative bedeutet unterdessen, dass das im Januar angekündigte Stargate-Projekt von OpenAI endlich Gestalt annimmt. Als das Unternehmen Anfang des Jahres das 500 Milliarden Dollar schwere Stargate- Projekt mit der Zusage von 100 Milliarden Dollar ankündigte, gab es Fragen zu den konkreten Plänen.
Das Projekt „OpenAI for Countries“ zeigt jedoch, dass der KI-Riese seine Vormachtstellung im Sektor durch globale Partnerschaften mit Regierungen festigen will. Die Entscheidung, dies auch in Zusammenarbeit mit den USA zu tun, deutet darauf hin, dass er Konflikte mit Regulierungsbehörden vermeiden möchte.
Für die Investoren des Unternehmens ist dies eine positive Entwicklung und lenkt den Fokus von der jüngsten öffentlichen Kritik an der Unternehmensstruktur ab. OpenAI hatte kürzlich eine Umstrukturierung und die Übertragung der Kontrolle weg von seiner gemeinnützigen Organisation geplant, zog diese Pläne jedoch aufgrund von Kritik aus der KI- und Rechtswelt zurück.
Stattdessen hat das Unternehmen nun beschlossen, die gemeinnützige Organisation beizubehalten, die gewinnorientierte Tochtergesellschaft jedoch in eine gemeinnützige Gesellschaft umzuwandeln. Dieser Schritt soll OpenAI helfen, mehr Kapital zutrac, ohne die gemeinnützige Mission vollständig aufzugeben.
Altmans Worldcoin sieht sich zunehmendem regulatorischen Druck ausgesetzt
Interessanterweise stehen OpenAIs Bemühungen um die Gunst von Regierungen weltweit im Gegensatz zu den Entwicklungen bei Sam Altmans Projekt Worldcoin. Das Kryptoprojekt, das für die Verwendung biometrischer Iris-Scans zur Erstellung digitalerdentbekannt ist, sah sich in den letzten Wochen verstärkter behördlicher Kontrolle ausgesetzt.
Indonesien hat Worldcoin wegen Verstößen gegen seine Datenschutzbestimmungen verboten. Dies ähnelt den Beschwerden, mit denen das Projekt in mehreren Ländern, darunter Spanien, Hongkong und Südkorea, konfrontiert wurde.
Ein kenianisches Gericht hat Worldcoin sogar angewiesen, die biometrischen Daten der Nutzer im Land zu löschen, da das Unternehmen die Daten illegal und ohne Zustimmung des Büros des Datenschutzbeauftragten (ODPC) erhoben habe.
Die rechtlichen Unsicherheiten rund um Worldcoin haben erwartungsgemäß zu einem deutlichen Wertverfall des WLD-Tokens geführt. Der Token ist in diesem Jahr um 52,68 % gefallen und notiert 91 % unter seinem Höchststand.
Allerdings ist der Kurs heute um 14 % gestiegen und notiert bei 1,05 US-Dollar, was eine direkte Folge des allgemeinen Anstiegs des Kryptomarktes ist. Es bleibt jedoch ungewiss, ob der Token diese positive Entwicklung beibehalten kann.
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