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Russland versucht mit Zentralbankinterventionen den Rubelverfall einzudämmen

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
Russland versucht mit Zentralbankinterventionen den Rubelverfall einzudämmen
  • Der Rubel stürzte stark ab und fiel auf 114 gegenüber dem Dollar, woraufhin die Zentralbank eingreifen musste, um eine weitere Verschlimmerung zu verhindern.
  • Die Preise in Russland sind derzeit völlig verrückt – Lebensmittel wie Butter und Kartoffeln kosten Unsummen, und die Inflation ist selbst bei wahnsinnig hohen Zinssätzen von 21 % außer Kontrolle geraten.
  • Die neuen US-Sanktionen gegen die Gazprombank machen es Russland nahezu unmöglich, mit Dollar zu handeln oder seine Wirtschaft reibungslos am Laufen zu halten.

Russlands Wirtschaft muss Schläge einstecken, denen sie nicht ausweichen kann, der Rubel ist auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren abgestürzt.

Am Mittwoch stürzte auf 114 gegenüber dem US-Dollar ab – ein Tiefstand, der seit Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine nicht mehr erreicht worden war. In einem verzweifelten Schritt intervenierte die russische Zentralbank und stoppte alle Devisenkäufe für den Rest des Jahres 2024.

Das war regelrechte Panik, und am Donnerstagmorgen kletterte der Rubel auf 110.dent Wladimir Putin, wie immer gelassen, wies die Krise zurück und erklärte, es bestehe „kein Grund zur Panik“. Er begründete den Rubelverfall mit saisonalen Faktoren, Haushaltszahlungen und schwankenden Ölpreisen.

„Meiner Meinung nach ist die Lage unter Kontrolle, und es gibt absolut keinen Grund zur Panik“, sagte er. Kremlsprecher Dmitri Peskow teilt diese Einschätzung und betonte, dass der Rubelverfall die russische Bevölkerung nicht betreffen werde, da ihre Gehälter in Rubel ausgezahlt würden.

Was die Zahlen zeigen

Experten teilen die Zuversicht des Kremls nicht. Ein schwächerer Rubel bedeutet höhere Inflation, was die Zentralbank zu weiteren Zinserhöhungen zwingt und die ohnehin schon schwächelnde russische Wirtschaft zusätzlich belasten wird. Das ist Wirtschaftsgrundlagenwissen.

Die Zentralbank steckt bereits mitten in dieser Katastrophe. Die Zinsen liegen bei brutalen 21 %, doch die Inflation hält nicht mit. Im Oktober betrug die jährliche Inflationsrate 8,5 %, und die Lebensmittelpreise explodierten förmlich. Butter, Kartoffeln und andere Grundnahrungsmittel sind mittlerweile zu horrenden Preisen erhältlich.

Die Regierung macht die Sanktionen der USA und ihrer Verbündeten verantwortlich und wirft „unfreundlichen Ländern“ vor, die russische Wirtschaft zu ruinieren. Doch die Sanktionen sind nur ein Teil des Problems.

Neue US-Sanktionen gegen die Gazprombank, die drittgrößte Bank des Kremls, heizen die Krise weiter an. Diese Maßnahmen schließen die Gazprombank von jeglichen Energiegeschäften mit Beteiligung des US-Finanzsystems aus.

Eine Wirtschaft in Kriegszeiten kämpft ums Überleben

Russlands Wirtschaft ist eine Kriegsmaschine, die auf Sparflamme läuft. Der Kreml investiert massiv in Verteidigungsausgaben und Waffenproduktion und stellt Panzer und Artillerie auf Kosten von Konsumgütern her.

Trotzdem leugnet Putin den offensichtlichen Tauschhandel. Er weist die Vorstellung zurück, Russland tausche „Butter gegen Waffen“, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Das Lohnwachstum hält nicht Schritt, und die Produktionskosten explodieren. Dennoch hält der Kreml an seiner Propaganda fest und gibt externen Faktoren die Schuld, anstatt das interne Chaos einzugestehen.

Überraschenderweise konnte Russlands Wirtschaft in diesem Jahr wachsen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) korrigierte seine Prognose und rechnet nun mit einem BIP-Wachstum von 3,6 Prozent, vor allem dank der Öl- und Gasexporte. Einige Länder kaufen weiterhin russische Energie und verhindern so, dass die Staatskassen des Kremls vollständig leerlaufen.

Doch dieses kurzfristige Wachstum ist eine Illusion. Der IWF warnt vor einem Einbruch des BIP-Wachstums auf 1,3 % im Jahr 2025 und verweist auf sinkenden privaten Konsum und geringere Investitionen. Vereinfacht gesagt: Die Kriegsmaschinerie kann nicht ewig laufen, ohne irgendwann die Ressourcen zu leeren.

Der russische Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow wies die Bedenken ebenfalls zurück und behauptete, der Währungsverfall sei auf die globale Stärke des Dollars und „emotionale“ Reaktionen auf die Sanktionen zurückzuführen. Er versicherte Journalisten, dass Russlands Handelsbilanz trotz des Chaos weiterhintronsei.

Doch die Probleme sind unübersehbar. Arbeitskräftemangel, hohe Verteidigungsausgaben und Lieferkettenprobleme ersticken die Wirtschaft. Die Inflation belastet die russische Bevölkerung, und die Preise auf dem Schwarzmarkt steigen rasant. Die Rubel-Variabilität mag sich vorübergehend stabilisieren, doch die zugrundeliegenden Probleme bleiben bestehen.

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Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

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