Nexperia China nimmt inmitten geopolitischer Spannungen die Lieferungen wieder auf und verlangt nun Zahlungen ausschließlich in Yuan

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Die chinesische Niederlassung von Nexperia hat den Chipverkauf wieder aufgenommen, akzeptiert aber jetzt nur noch Zahlungen in Yuan.
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Die niederländische Regierung beschlagnahmte Nexperia und entließ den chinesischen CEO aus Sicherheitsgründen.
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Peking blockierte die Exporte und zwang die chinesische Niederlassungdent, die Lieferungen einzustellen und unabhängig zu operieren.
Die chinesische Tochtergesellschaft von Nexperia hat die Lieferungen von Chips im Inland wieder aufgenommen, nachdem diese aufgrund des Exportverbots Pekings wochenlang eingestellt worden waren.
Laut Reuters, die sich auf zwei mit der Situation vertraute Personen beruft, muss nun jeder einzelne Verkauf in chinesischen Yuan abgewickelt werden, nicht in US-Dollar oder einer anderen Fremdwährung.
Die Änderung erfolgt, nachdem Peking am 4. Oktober alle Chip-Exporte verboten hatte, im Anschluss an die Übernahme von Nexperia durch die niederländische Regierung am 30. September.
Die Niederländer entfernten Zhang Xuezheng, den chinesischen CEO des Unternehmens, und übernahmen die direkte Kontrolle über die Geschäfte. Sie begründeten dies mit der Befürchtung, dass Wingtech Technology, die chinesische Muttergesellschaft von Nexperia, sensible Technologie abzweigen könnte.
Die niederländische Regierung behauptet, Auslöser seien Probleme der Unternehmensführung gewesen, doch der Druck der USA spielte eine große Rolle, da Wingtech bereits auf einer Exportbeschränkungsliste in Washington gelandet war.
Chinesische Fabrik stellt Exporte ein, nimmt Inlandsgeschäft in Yuan wieder auf
Die chinesische Niederlassung von Nexperia, die nach der Anordnung vom 4. Oktober alle Lieferungen eingestellt hatte, hat die Chiplieferungen nun wieder aufgenommen – allerdings nur innerhalb Chinas und unter strengen neuen Auflagen. Laut anonymen Quellen müssen Händler alle Käufe in Yuan abwickeln und dürfen keine US-Dollar verwenden.
Darüber hinaus wurden die Vertriebshändler angewiesen, im Weiterverkauf an ihre eigenen Kunden ausschließlich Yuan zu verwenden. Laut einer Quelle soll dieser Schritt die Versorgungssicherheit innerhalb Chinas gewährleisten und gleichzeitig die Unabhängigkeit vom niederländischen Mutterkonzern stärken. Nexperia, das seine Chips weiterhin in den Niederlanden produziert, ist für die Verpackung eines Großteils vor dem Vertrieb auf China angewiesen.
Doch diese Verpackungspartnerschaft könnte sich bald ändern. Nexperia sucht nun nach anderen Verpackungsunternehmen außerhalb Chinas, nachdem die Spannungen mit der eigenen chinesischen Tochtergesellschaft eskaliert sind. Das Unternehmen gibt zwar an, dieser Plan sei bereits vor dem Streitfall in Kraft gewesen, doch Insider berichten, dass die Suche nach neuen Partnern an Dringlichkeit gewonnen hat.
Gleichzeitig warnte Nexperia chinesische Kunden davor, dass die Qualität der von der chinesischen Tochtergesellschaft bezogenen Produkte nicht garantiert werden kann. Laut einer zweiten mit dem Vorgang vertrauten Person wurde diese Warnung diskret ausgesprochen. Ein Sprecher von Nexperia dementierte dies nicht, sondern erklärte lediglich, das Unternehmen müsse „Kunden über potenzielle Risiken informieren“, riet ihnen aber nicht generell vom Kauf bei der chinesischen Niederlassung ab.
Pekings Gegenreaktion verschärft den Konflikt mit dem niederländischen Mutterkonzern
Die chinesische Tochtergesellschaft ist sichtlich verärgert. Sie reagierte nicht direkt auf eine Anfrage von Reuters, veröffentlichte aber später eine öffentliche Nachricht auf WeChat, in der sie erklärte, „dentzu agieren“ und dass Produktion und Geschäftsbetrieb normal weiterliefen. Sie warf dem niederländischen Mutterkonzern außerdem vor, „grundlose Zweifel“ an der Produktkonformität zu säen, und kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten.
Die Aussetzung der Exporte hat die Automobilhersteller bereits erschüttert. Der japanische Automobilherstellerverband (JAMA) teilte mit, dass seinen Mitgliedern von einem niederländischen Chiphersteller mitgeteilt wurde, dass dieser keine stetigen Lieferungen garantieren könne – ein deutliches Warnsignal für japanische Autoteilelieferanten.
Das könnte sich weltweit auf die Produktionszeiten auswirken, insbesondere da Nexperia in großen Stückzahlen Standardchips herstellt, die in nahezu jedem Fahrzeug verwendet werden.
Das deutsche Wirtschaftsministerium kündigte unterdessen an, dringende Gespräche mit Automobilherstellern und Zulieferern zu führen, um die Folgen des Nexperia-Skandals zu bewältigen. Auch der niederländische Wirtschaftsminister sprach mit seinem chinesischen Amtskollegen, räumte aber ein, dass keine Einigung erzielt werden konnte.
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