Wikipedia verfolgt einen neuen Ansatz zur Monetarisierung , indem es großen Technologiekonzernen die Nutzung riesiger Datenmengen in Rechnung stellt. Am Donnerstag gab das Betreiberteam der Website eine Reihe von Verträgen mit Unternehmen wie Microsoft, Meta und Amazon bekannt.
Jahrelang musste die Wikimedia Foundation mit ansehen, wie Tech-Giganten ihre kostenlosen Artikel für ihre eigenen Produkte nutzten. Nun macht die gemeinnützige Organisation diese Abhängigkeit endlich zu einer Einnahmequelle. Im vergangenen Jahr konnte sie neue Partner wie das KI-Startup Perplexity und das französische Unternehmen Mistral AI gewinnen. Diese Firmen ergänzen eine wachsende Liste, zu der bereits Meta und Amazon sowie Google , mit dem sie bereits 2022 einen Vertrag abschloss.
Hohe Kosten des KI-Trainings
Wikipedias Daten stellen eine wahre Fundgrube für Technologieunternehmen dar. Chatbots und virtuelle Assistenten werden darauf trainiert, mithilfe der 65 Millionen Artikel, die in über 300 Sprachen verfasst sind, zu sprechen und Anfragen zu beantworten. Dies verursacht jedoch zusätzliche Kosten. Die Server von Wikipedia werden stark belastet, wenn diese Unternehmen trac . Normalerweise werden diese Kosten durch bescheidene Spenden der Öffentlichkeit gedeckt, doch die gestiegene Nachfrage von KI-Unternehmen hat sie erhöht.
Um dieses Problem zu lösen, forciert Wikimedia seinen „Enterprise“-Service. Dieser ermöglicht es großen Unternehmen, die benötigten Inhalte in einem Format zu erwerben, das besser mit ihren High-Tech-Systemen kompatibel ist. Lane Becker, Leiter des Enterprise-Bereichs, erklärte, dass diese Unternehmen erkannt hätten, dass sie die Website finanziell unterstützen müssen, um deren Fortbestand zu sichern. Er fügte hinzu, dass es einige Zeit gedauert habe, die passenden Funktionen zu finden, um Unternehmen zum Wechsel von der kostenlosen zur kostenpflichtigen Version zu bewegen.
Unterstützung der Freiwilligengemeinschaft
Die Website wird weiterhin von einem riesigen Team aus 250.000 Freiwilligen betrieben, die unentgeltlich Inhalte verfassen und Fakten prüfen. Tim Frank von Microsoft erklärte, der Zugang zu ehrlichen und qualitativ hochwertigen Informationen sei ein wesentlicher Bestandteil ihrer Vision der Zukunft der KI. Er merkte an, dass die Zusammenarbeit mit Wikimedia dazu beitrage, ein System zu erhalten, in dem die Autoren der Inhalte weiterhin Unterstützung erhalten.
Im Zuge dieser organisatorischen Veränderungen erhält die Stiftung auch eine neue Leiterin. Bernadette Meehan, ehemalige US-Botschafterin, wird am 20. Januar die Position der Geschäftsführerin übernehmen.
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