- Zuckerbergs KI-Offensive hat zwar zu steigenden Kosten geführt, bringt aber kurzfristig nur geringe Renditen.
- Metas Llama 4 floppte und löste Zweifel an der zukünftigen Ausrichtung von Open-Source-KI aus.
- Die Werbeeinnahmen bleiben jedoch stabil, da Meta auf KI setzt, um künftiges Wachstum zu generieren.
Die enormen KI-Ausgaben von Meta Platforms rücken in den Fokus, da die gewaltigen Ambitionen von CEO Mark Zuckerberg, im KI-Wettrüsten zu gewinnen, den Social-Media-Giganten scheinbar mehr kosten, als er einbringt.
Die Ergebnisse des zweiten Quartals des Facebook-Mutterkonzerns stehen kurz bevor, und die Zahlen sind alles andere als erfreulich. Zwar erwartet die Wall Street einen Gewinnanstieg von rund 11,5 % auf 15 Milliarden US-Dollar, doch das Ergebnis ist dennoch enttäuschend, da es das langsamste Wachstum des Unternehmens seit zwei Jahren darstellt. Und selbst mit einem Umsatzanstieg von 14,7 % auf rund 44,8 Milliarden US-Dollar ist dies das schwächste Wachstumstempo von Meta seit Anfang 2023.
Wird Meta von den Einstellungsoffensiven und den Träumen von intelligenten Brillen profitieren?
Unterdessen steigen die Ausgaben weiter. Ein Anstieg der Betriebskosten um fast 9 % lässt die Anleger genau hinschauen und sich fragen, ob Zuckerbergs Besessenheit von „Superintelligenz“ Genialität oder aufgeblähte Kosten sind.
Kürzlich investierte Meta 14,3 Milliarden US-Dollar in Scale AI und sicherte sich damit den genialen CEO Alexandr Wang sowie einige weitere Mitarbeiter. Dieser Schritt führte zur Gründung von Metas neuem „Superintelligence Lab“, das an sich schon vielversprechend klingt. Wang ist nun Chief AI Officer von Meta und arbeitet mit dem ehemaligen GitHub-Chef Nat Friedman und dem Seriengründer Daniel Gross zusammen.
Meta versuchte außerdem erfolglos, Safe Superintelligence zu kaufen, ein Startup, das vom OpenAI-Mitbegründer Ilya Sutskever mitgegründet wurde.
Meta konnte ihn zwar nicht gewinnen, sicherte sich aber eine Reihe hochkarätiger Forscher von OpenAI, Apple und Google. Shengjia Zhao, Mitentwickler von ChatGPT, leitet nun als Chief Scientist das KI-Labor von Meta – ein beachtlicher Erfolg.
Zuckerberg setzt darauf, dass, wenn er das größte und leistungsfähigste KI-Team aufbaut und ihm enorme Rechenkapazitäten zur Verfügung stellt, dieses Team den Code knacken wird, um die Konkurrenz zu überflügeln.
Er sagte sogar, die Meta Superintelligence Labs würden über die „mit Abstand größte Rechenleistung pro Forscher“ verfügen, was beeindruckend klingt. Der Markt fragt sich jedoch, was dies konkret für Produkt und Gewinn bedeutet.
Analysten der Bank of America werten Zuckerbergs Äußerungen als Zeichen des Vertrauens. Zwar würden die Investitionsausgaben steigen, doch signalisiere dies auch, dass Meta ein „Innovationsstandort“ sei. Die Analysten schrieben: „Wir erwarten, dass KI-Investitionen ein zentrales Thema der anstehenden Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen sein werden, und Meta muss wahrscheinlich überzeugende Argumente fürtronKI-Renditen vorbringen, um eine Steigerung des Multiplikators zu erzielen.“
Meta's Llama 4 hat sein Ziel verfehlt
Trotz aller Bemühungen und enormen Investitionen in KI scheint Meta bei einigen Produkten danebengegriffen zu haben. Anfang des Jahres versuchte Meta, das neue KI-Modell des chinesischen Startups DeepSeek nachzuahmen, scheiterte aber kläglich.
Das Ergebnis dieser Initiative – Llama 4, das neue Open-Source-Modell – verlief eher schleppend. Entwickler bevorzugten das ältere Llama 3, da es einfacher zu handhaben war. Sie argumentierten, die neuere Version sei zu unflexibel und zu kompliziert.
Die Folgen waren so gravierend, dass eine umfassende interne Umstrukturierung ausgelöst wurde. Einige bei Meta wollten sogar die versprochene „Behemoth“-Version von Llama 4 komplett verwerfen und stattdessen ein proprietäres, streng gehütetes Modell entwickeln.
Das wäre eine ziemlich radikale Kehrtwende von Metas Haltung zur Open-Source-KI, obwohl das Unternehmen beteuert, dass sich an dieser Position nichts geändert habe, zumindest nicht offiziell.
Hinter den Kulissen brodelte es vor Frustration. Einige Ingenieure drängten darauf, am älteren Ansatz mit dichten KI-Modellen festzuhalten. Andere plädierten für den neueren „Mixture-of-Experts“-Ansatz (MoE) – effizienter, spektakulärer und ähnlich dem, was DeepSeek und OpenAI verfolgen. Letztendlich entschied sich Meta für MoE, doch die Veröffentlichung floppte.
Doch nicht alles lief für das Unternehmen düster. Fairerweise muss man sagen, dass Metas Kerngeschäft mit Anzeigen nach wie vor floriert. Das hat die Nervosität der Anleger etwas gemildert, während Zuckerberg wie ein Tech-CEO in einem Science-Fiction-Film Geld ausgibt.
Analysten der Bank of America sagten zwar, seine massiven Infrastrukturinvestitionen seien ein Zeichen des Vertrauens in die langfristigen Einnahmen, doch Vertrauen zahlt sich noch nicht aus.
Manche erinnern sich an den Hype um selbstfahrende Autos im Jahr 2017, als Tech-Giganten absurde Gehälter zahlten, nur um KI-Fachkräfte im eigenen Haus zu halten. Die Stimmung scheint wieder auf dem Spiel zu stehen: „Der Gewinner kriegt alles.“ Der einzige Unterschied diesmal: Alle mischen mit – OpenAI, Google, Anthropic – und Meta versucht nun, den Rückstand aufzuholen. Zuckerbergs jüngster Strategiewechsel zeigt, dass er bereit ist, alles auf eine Karte zu setzen und abzuwarten, was im Bereich KI funktioniert.
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