Internationale Aktien sind der Top-Handel für die nächsten fünf Jahre

Eine Umfrage der Bank of America zeigt, dass internationale Aktien in den nächsten fünf Jahren das Top-Handelsziel sein werden
- Eine Umfrage der Bank of America vom Juni zeigt, dass globale Investoren in den nächsten fünf Jahren internationale Aktien gegenüber US-amerikanischen Vermögenswerten bevorzugen.
- Der ACWX ETF wird im Jahr 2025 um 15 % steigen und damit den S&P 500 mit 2,6 % übertreffen. Dies ist die größte Outperformance seit 2008.
- Trumps Zölle und die Handelsspannungen haben die Attraktivität des Dollars als sicherer Hafen geschwächt und Investoren in Richtung Gold und Schwellenländer getrieben.
Internationale Aktien haben in der globalen Anlagestrategie für das nächste halbe Jahrzehnt offiziell die Führung übernommen, während die Vereinigten Staaten ins Hintertreffen geraten sind.
Das stammt direkt aus der jüngsten Fondsmanagerumfrage der Bank of America vom Juni, die ergab, dass Vermögensverwalter stark auf ausländische Aktien setzen, um bis 2030 die besten Renditen zu erzielen
Die Zahlen sind für die USA verheerend: Weniger als 25 % der Befragten glauben, dass amerikanische Anlagen die beste Performance erzielen werden. Lediglich 5 % erwarten, dass Anleihen am besten abschneiden. Der Rest verlagert sein cash ins Ausland.
Der Stratege der Bank of America, Michael Hartnett, brachte es im Bericht auf den Punkt: „Weniger als ein Viertel glaubt, dass US-Anlagen weiterhin die besten Renditen erzielen werden.“ Stattdessen investieren Anleger nun verstärkt in Schwellenländer, Aktien der Eurozone und Banken. Das Vertrauen in US-Aktien ist stark gesunken, und die Gründe dafür liegen auf der Hand.
Investoren ziehen Kapital aus dem Dollar ab und investieren in Gold, ACWX und Schwellenländer
Die Zahlen für 2025 sprechen für sich. Der iShares MSCI All-Country World Index ex-US ETF (ACWX) hat in diesem Jahr um 15 % zugelegt. Der S&P 500 hingegen nur um 2,6 %. Damit erzielt der ACWX seine bisher beste Outperformance gegenüber dem S&P 500 seit seiner Auflegung im Jahr 2008. Die Abwanderung aus den USA ist keine Theorie – sie findet bereits statt.
Das Vertrauen in den US-Dollar ist unterdessen stark gesunken. Die Dollarpositionen der Anleger sind auf den niedrigsten Stand seit über 20 Jahren gefallen. Hauptgrund dafür ist die aggressive Handelspolitik vondent Donald Trump. Anfang des Jahres verhängte das Weiße Haus hohe Zölle auf Importe.
Einige dieser Maßnahmen wurden während der Gespräche mit wichtigen Handelspartnern für 90 Tage ausgesetzt, doch die Bedrohung besteht weiterhin. Die Unsicherheit im Handelsbereich hat Investoren dazu veranlasst, den Status des Dollars als sicheren Hafen für ihr Kapital in Frage zu stellen.
Diese entstandene Lücke hat Kapital in Gold gelenkt, das nun den dritten Monat in Folge die beliebteste Anlageklasse ist. Laut Hartnett stuften 41 % der Anleger Gold als ihre am stärksten frequentierte Anlage ein. Die lange Dominanz der sieben führenden Technologieaktien ist nun vorbei; ihr Anteil sank auf 23 %. Diese sieben Aktien hatten zwei Jahre lang den Spitzenplatz inne, wurden aber nun offiziell abgelöst.
Der Rest der Umfrage zeigt, wie sehr sich die US-Aussichten aus Anlegersicht verschlechtert haben. Im Juni waren Fondsmanager vor allem in der Eurozone, Schwellenländern und Banken übergewichtet, während US-Aktien, der US-Dollar und Energieaktien am stärksten untergewichtet waren. Die Umschichtung ist umfassend und deutlich. Es geht nicht um eine Reduzierung des Engagements – es ist ein klares Signal, dass große Investitionen woandershin fließen.
Auch die Volatilität spielt hier eine Rolle. Spannungen in Europa und im Nahen Osten treiben noch mehr Kapital in defensive Anlagen wie Gold, doch Anleger meiden nicht alle Risiken – sie setzen lediglich auf andere Strategien. Deshalb verzeichnen globale Aktien, insbesondere in Schwellenländern, höhere Zuflüsse. Aktien aus diesen Regionen sind günstiger als US-Aktien, und das ist derzeittracals alles, was an der Wall Street mit einem Aufschlag gehandelt wird.
Etsy ist eines der Unternehmen, das von dieser Entwicklung besonders betroffen ist. Am Dienstagmorgen hob Truist Securities das Kursziel für die Aktie von 55 auf 60 US-Dollar an. Dies entspricht einem Aufwärtspotenzial von 11 % gegenüber dem Schlusskurs vom Montag. Analysten raten Anlegern, die Aktie trotz des drohenden Verlusts durch die Abschaffung der De-minimis-Regelung in China zu kaufen.
Youssef Squali, Analyst bei Truist, schrieb: „Obwohl das Unternehmen durch die Abschaffung der De-minimis-Regelung in China gefährdet ist, glauben wir, dass es im Vergleich zu einigen seiner Konkurrenten, darunter Temu (im Besitz von PDD, [nicht bewertet]) und Shein (privat), die aufgrund der chinesischen Zölle und des Endes der De-minimis-Regelung begonnen haben, die Preise für Waren zu erhöhen, relativ besser geschützt ist.“
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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