Intel verliert rapide an Boden, und der Kampf findet vor aller Augen statt. Das Unternehmen versucht nach jahrelangen Verzögerungen immer noch, seine Position wiederherzustellen, doch die Dinge entwickeln sich nicht zu seinen Gunsten.
Laut Yahoo Finance zeugten die jüngsten übertroffenen Gewinnerwartungen von einer gewissen Stärke im Bereich der Rechenzentrumsprodukte, doch das Unternehmen hat weiterhin Schwierigkeiten, sich zu stabilisieren.
Während AMD versucht, seine langjährigen Probleme zu lösen, das Unternehmen Marktanteile in denselben Märkten, die Intel früher ohne Konkurrenz beherrschte.
Der Druck kommt von allen Seiten. Sowohl im PC- als auch im Rechenzentrumssektor wartet AMD nicht auf eine Erholung von Intel, wie die diese Woche in New York veröffentlichten Zahlen den Intel-Optimisten schmerzlich deutlich gemacht haben.
AMD setzt sich ehrgeizige Umsatzziele
Auf dem Analystentag von AMD in New York am Dienstag erklärte Lisa Su gegenüber Investoren, sie erwarte, dass das Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren 50 % des Umsatzes mit Server-CPUs durch seine Epyc-Chips erzielen werde.
Zum Vergleich: AMD hält derzeit rund 40 % des Marktes und möchte die Lücke vollständig schließen. Su erklärte außerdem, das Unternehmen strebe ein Umsatzwachstum von 10 % in seiner Kundensparte an, die sich mit Gaming- und PC-Chips befasst.
Damit würde AMD einen Kundenumsatzanteil von über 40 % erreichen, gegenüber derzeit 28 %.
Diese Zielvorgaben deuten auf eine erhebliche Belastung für Intel hin, das laut Mercury Research einen Rückgang seines Kundenmarktanteils von 72 % auf etwa 60 % verzeichnen könnte.
Da Intel und AMD die einzigen Hersteller von x86-Chips sind, trifft dies den Kern von Intelsdent. Diese Chips treiben den Großteil der heutigen PCs und Server an, weshalb dieser Kampf für die Zukunft beider Unternehmen von zentraler Bedeutung ist.
Nicht jeder hält diese Zahlen für garantiert. Stacy Rasgon, Analystin bei Bernstein, bezeichnete AMDs Ziele als „etwas ambitioniert/ehrgeizig, aber nicht unbedingt unrealistisch, wenn man optimistisch ist“. Es war eine höfliche Umschreibung dafür, dass die Ambitionen groß sind und der Markt letztendlich über den Erfolg von AMD entscheiden wird.
Die Bedrohung für Intel ist jedoch nicht theoretischer Natur. Sie ist bereits Realität. Daniel Newman, CEO der Futurum Group, erklärte, AMD habe sich im Geschäft mit Rechenzentrums-CPUs „unglaublich gut“ entwickelt. Laut Newman gewinnt das Unternehmen Aufträge von Hyperscalern und expandiert stetig im Unternehmenssektor. Er fügte hinzu, dass AMDs Erfolg durch Intels jahrelange Probleme begünstigt wurde, die AMD den Einstieg ermöglichten.
Intel versucht, sich zu erholen und gleichzeitig an mehreren Fronten zu kämpfen
Intel ruht sich nicht aus. Das Unternehmen hat mit der Markteinführung seiner lange verzögerten 18A-Chiptechnologie begonnen, die in den Core Ultra Series 3 CPUs für PCs und den Xeon 6+ Chips für Server verwendet wird.
Diese Produkte sollen nach Jahren der Rückschläge, die Investoren und Kunden frustriert haben, Fortschritte aufzeigen.
Tatsächlich jagen aber sowohl Intel als auch AMD Nvidia. Nvidia beherrscht 80 bis 90 % des Marktes für KI-GPUs und lässt damit alle anderen weit hinter sich. AMD hat Intel in diesem Bereich jedoch bereits überholt.
Su teilte den Anwesenden mit, dass sie mit einem Anstieg der Einnahmen von AMD im Bereich KI-GPUs um 60 % in den nächsten drei bis fünf Jahren rechnet, ausgehend von den 16 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen für das Jahr 2025 prognostiziert.
Intel hat im Oktober seinen eigenen KI-Rechenzentrumschip der nächsten Generation vorgestellt. Der Chip mit dem Namen Crescent Island basiert auf der Xe3P-Mikroarchitektur des Unternehmens und bietet bis zu 160 GB Arbeitsspeicher. Er ist Teil von Intels Plan, im Bereich KI wieder an Bedeutung zu gewinnen, nachdem man zuvor weit zurückgefallen war.
Daniel fasste die Situation so zusammen: „Intel erholt sich gerade. Das Unternehmen findet zu neuem Fokus und verbessert seine wirtschaftliche Lage. AMD hingegen setzt seine Strategie um und hat an Dynamik gewonnen. Die Gefahr, dass Intel seine Spitzenposition bei CPUs und DC-CPUs verliert, ist real. Intel hat zwar die Chance, das zu korrigieren, aber das Risiko besteht.“

