Intel ist in diesem Monat um 36 % gestiegen und gehört damit zu den größten Gewinnern an der Wall Street im September. Laut Daten von CNBC ist das Unternehmen auf traczu seinem größten monatlichen Kursgewinn seit 1987.
Die Rallye erfolgte, nachdem das Unternehmen Berichten zufolge versucht hatte, Apple mit einem neuen Investitionsabkommen in seine Comeback-Bemühungen einzubinden. Händler trieben die Aktien am Donnerstag aufgrund dieser Nachricht weiter nach oben und setzten damit den unerwarteten Kursanstieg des Chipherstellers fort, während der Rest des Marktes unter Druck geriet.
Der S&P 500 fiel am Donnerstag um 0,5 %. Auch der Nasdaq Composite gab nach, und der Dow Jones verlor 119 Punkte bzw. 0,3 %. Steigende Zinsen und die Schwäche der großen Technologiekonzerne belasteten die Stimmung deutlich. Obwohl Intel stark zulegte, gerieten andere große Tech-Unternehmen ins Straucheln.
Oracle-Aktien fielen um 5 % und beendeten den dritten Tag in Folge im Minus, da Anleger ihre Verkäufe von KI-Aktien zurückzogen. Es mehren sich die Zweifel, ob diese Unternehmen lediglich dem Hype hinterherjagen oder tatsächlich Ergebnisse liefern.
Oracle muss nach einer scharfen Warnung von Redburn einen Rückschlag hinnehmen
Der Kursrückgang von Oracle folgte auf eine neue Verkaufsempfehlung von Rothschild & Co. Redburn. Das Unternehmen warnte, dass Oracles jüngste KI-Partnerschaften nicht das erwartete Wachstum bringen würden. „Der Markt überschätzt die Auswirkungen dieser Deals auf das Kerngeschäft im Cloud-Bereich deutlich“, so.
Sie befürchteten einen Kursverfall von 40 %. Diese Warnung traf den Markt hart. Bis zum Handelsschluss am Mittwoch lag Oracle bereits 10 % unter dem letzten Höchststand, und der Kursrückgang am Donnerstag verschärfte die Verluste noch.
Der allgemeine Kursverfall im Technologiesektor beschränkte sich nicht auf Oracle. Auch MicroStrategy, das nun offiziell Strategy heißt, verzeichnete Kursverluste und verlor bis zum Handelsschluss am Donnerstag 7,6 %. Tesla schnitt kaum besser ab; die Aktien fielen um 3,8 %, befeuert durch weitere negative Nachrichten aus Europa.
Teslas Schwierigkeiten auf dem europäischen Markt für Elektrofahrzeuge verschärfen sich. Daten des Europäischen Automobilherstellerverbands (EAM) zeigen, dass die Zulassungen von Tesla-Elektrofahrzeugen in der Region im August auf 14.831 Einheiten gesunken sind – ein Rückgang von 22,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Zur Region gehören Großbritannien und die EFTA-Staaten.
Während die Verkäufe von Elektrofahrzeugen insgesamt um 26,8 % stiegen, fiel Teslas Rückgang besonders auf. Es ist nun der achte Monat in Folge, in dem Teslas Verkaufszahlen in Europa gesunken sind. Die Augustzahlen waren zwar immer noch besser als im Juli, als die Verkäufe um 40,2 % auf nur noch 8.837 Einheiten einbrachen, doch der Trend zeigt in die falsche Richtung.
Sollte es dem Kongress nicht gelingen, vor Ablauf der Frist nächste Woche eine Einigung über die Finanzierung der Bundesregierung zu erzielen, könnten kurzfristig Turbulenzen am Markt auftreten, so Louis Navellier, Gründer und Chief Investment Officer von Navellier & Associates.
Ein Nebenrisiko besteht darin, dass die Ratingagenturen dies als Gelegenheit nutzen könnten, die Kreditwürdigkeit der USA zu überwachen, wie sie es bereits getan haben, da sie mit der steigenden Verschuldung ohnehin nicht zufrieden sind“, schrieb er. „Sollte es zu einem Shutdown kommen, dürfte dies kurzfristig zu Marktvolatilität führen.“
Die Renditen steigen, da sich der Markt auf Inflationsdaten und das Risiko eines Shutdowns vorbereitet
Der Markt wurde zudem durch steigende Anleiherenditen belastet, da die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,2 % kletterte, nachdem die Anträge auf Arbeitslosenhilfe unter den Erwartungen lagen. Dies löste Befürchtungen aus, dass die US-Notenbank die Zinsen längerfristig hoch halten könnte, wie Cryptopolitan bereits berichtete.
Risikoreiche Anlagen, insbesondere Technologieaktien, gerieten unter Druck. UBS sieht trotz dieser Turbulenzen weiterhin Aufwärtspotenzial. In einer Mitteilung vom Donnerstag erklärte Ulrike Hoffmann-Burchardi, Managing Director des Unternehmens, dass der S&P 500 im Basisszenario bis Juni 2026 voraussichtlich 6.800 Punkte erreichen wird, in einem optimistischen Szenario sogar bis zu 7.500 Punkte.
Sie fügte hinzu: „Jegliche Zweifel am künftigen Lockerungskurs der Fed könnten die Volatilität anheizen, aber wir glauben weiterhin, dass positive Marktfundamentaldaten die Aktienkurse in den kommenden Monaten wahrscheinlich nach oben treiben werden.“
Unterdessen schnellte der CBOE Volatility Index (VIX) auf 17,02 in die Höhe, da alle drei wichtigen Aktienindizes weiter ins Minus rutschten. Die Anleger warten nun auf die Veröffentlichung des Preisindex für die privaten Konsumausgaben am Freitag, der die Geldpolitik der US-Notenbank erneut beeinflussen könnte.
Und dann ist da noch Washington. Die Sorgen über einen möglichen Regierungsstillstand nehmen zu. NBC News berichtete, dass das Office of Management and Budget die Bundesbehörden angewiesen hat, sich auf Personalabbau vorzubereiten, falls der Kongress die Finanzierung der Regierung verweigert. Dies könnte Massenentlassungen im öffentlichen Dienst auslösen.

