Indiens Modi und Russlands Putin nähern sich wieder an und zeigen Trump mit ihren aufkeimenden Beziehungen den Stinkefinger

Mit dem indischen Premierminister Narendra Modi vor dem Treffen des SCO-Staatschefsrats. Foto: Sergei Bobylev, RIA Novosti. Quelle: Kreml-Website.
- Modi und Putin bekräftigten in einem Geburtstagsgespräch ihre „besondere und privilegierte strategische Partnerschaft“.
- Indien ignorierte Trumps Forderung, den Kauf russischen Öls einzustellen, woraufhin die USA einen 50-prozentigen Zoll auf indische Exporte erhoben.
- Indische staatliche Raffinerien haben die Bezahlung von russischem Öl in chinesischen Yuan wieder aufgenommen, um Kosten zu senken und Dollar-Reibungen zu umgehen.
Indien und Russland haben den USA mal wieder den Stinkefinger gezeigt. Premierminister Narendra Modi rief heutedent Wladimir Putin an, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren – doch es ging dabei nicht nur um cake und Kerzen.
Während des Gesprächs vereinbarten beide Führungskräfte, ihre sogenannte „besondere und privilegierte strategische Partnerschaft“ voranzutreiben – ein Begriff, der bis jetzt in Vergessenheit geraten war.
Modi erklärte Putin, er sei bereit, ihn zum jährlichen indisch-russischen Gipfeltreffen in Delhi zu empfangen, auch wenn niemand einen konkreten Termin nannte. Der Zeitpunkt scheint jedoch irrelevant, denn die Botschaft ist unmissverständlich: Die Beziehungen zwischen den beiden vertiefen sich, und Donald Trumps Warnungen zeigen keine Wirkung.
Trump hatte zuvor gefordert, dass Indien den Kauf von russischem Öl einstellt, doch Indien ignorierte ihn.
Washington verhängte daraufhin einen 50-prozentigen Zoll auf indische Exporte und reagierte damit mit einem Wutanfall. Die Handelsgespräche der USA mit Indien gerieten kurz darauf ins Stocken, da die Trump-Regierung erklärte, Indiens Beziehungen zu Russland seien ein „Schlüsselthema“, falls Indien die Zölle jemals aufheben lassen wolle.
Modi ist das ganz offensichtlich egal. Er bremst Energieabkommen , nur um amerikanische Eitelkeiten zu befriedigen.
Indische Ölkonzerne nutzen den Yuan für den Handel, um Dollar-Kollisionen zu umgehen
Unterdessen fließt russisches Öl weiterhin in indische Häfen, und es geht nicht mehr nur um die Menge, sondern auch um die Währung, mit der es bezahlt wird. Indische Staatsraffinerien haben stillschweigend damit begonnen, russisches Öl mit chinesischen Yuan statt mit Dollar oder Dirham zu bezahlen.
Laut Reuters drängen Verkäufer auf diese Änderung, um Geschäfte schneller und günstiger abzuwickeln. Indian Oil Corp, der größte staatliche Raffineriebetreiber des Landes, hat in letzter Zeit bereits mindestens zwei oder drei Zahlungen in Yuan geleistet.
Im Jahr 2023 nutzten staatliche Raffinerien kurzzeitig den Yuan, wurden aber aufgrund der Spannungen mit China von der indischen Regierung dazu aufgefordert, dies einzustellen. Private Raffinerien hingegen nutzten den Yuan scheinbar durchgehend.
Nachdem Indien und China nach fünfjähriger Pause die Direktflüge wieder aufgenommen haben und Modi im vergangenen Monat sogar zu einem regionalen Sicherheitsgipfel nach China reiste, scheint die vibe zwischen Neu-Delhi und Peking weniger angespannt. Zahlungen in Yuan sind daher wieder möglich.
Ein Händler gab angeblich an, dass die Umrechnung von Dollar oder Dirham in Yuan und anschließend in russische Rubel ein teurer Zwischenschritt sei. Durch das Weglassen dieses Zwischenschritts ließen sich höhere Gewinne und schnellere Geschäfte erzielen. Angesichts der westlichen Sanktionen und der EU-Preisobergrenze für russisches Ölbewerten Händler den Ölpreis zwar in Dollar, verlangen aber den entsprechenden Yuan-Betrag, um die Vorschriften einzuhalten und bürokratische Hürden zu umgehen.
Indien hat sich zum Hauptabnehmer von vergünstigtem russischem Öl entwickelt, insbesondere seit der Westen die direkten Importe aus Moskau blockiert hat.
Diese neue Zahlungsmethode könnte indischen staatlichen Raffinerien einen besseren Zugang zu Lieferungen verschaffen, die sonst an Abnehmer in China oder den Vereinigten Arabischen Emiraten gehen würden. Laut Reuters akzeptieren einige russische Verkäufer derzeit nur noch Yuan, weshalb Indiens Umstellung nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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