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Putins Krieg und Sanktionen beschleunigen den Niedergang des russischen Ölpreises

In diesem Beitrag:

  • Russlands Ölproduktion sinkt aufgrund von Kriegsschäden und westlichen Sanktionen.
  • Schwer zugängliches Öl macht heute den größten Teil der verbleibenden Reserven Russlands aus.
  • Sanktionen blockierten den Zugang zu Technologie, Ausrüstung und Fachkräften, die für die Bohrungen benötigt werden.

Russland hat seinen Einmarsch in die Ukraine über dreieinhalb Jahre lang durch die Aufrechterhaltung der Öllieferungen finanziert, doch diese Lebensader versiegt. Der Krieg und die westlichen Sanktionen erschweren die Förderung aus den ohnehin schon schwindenden Ölreserven.

Analysten prognostizieren einen Produktionsrückgang von mindestens 10 % bis 2030, was eine große Bedrohung für die auf Petrodollars basierende Wirtschaft des Kremls darstellt, wie aus öffentlich gemachten Zahlen des russischen Energieministeriums und von Führungskräften der Industrie hervorgeht.

Moskau konnte zu Beginn des Konflikts die Ölproduktion und -exporte stabil halten, indem es alte Ölfelder instand hielt, anstatt in neue zu investieren. Diese Taktik stößt nun an ihre Grenzen. Bis zu einem Drittel des russischen Staatshaushalts stammen aus Energieeinnahmen – eine Zahl, die mit sinkender Produktion voraussichtlich zurückgehen wird.

Schon vor dem Krieg gingen die Ölfelder aus Sowjetzeiten in Westsibirien und der Wolga-Ural-Region zur Neige. Die Unternehmen wandten sich dem schwerer zu fördernden Rohöl in der Arktis und in Sibirien zu, doch diese Option ist nun durch Sanktionen und Versorgungsengpässe blockiert.

Russland verliert Technologie und Talente im Ölsektor

Russische Ölkonzerne planten einst, sibirisches Schieferöl mit in Texas und North Dakota angewandten Techniken zu fördern. Dieser Plan scheiterte jedoch, nachdem Sanktionen den Zugang zu der benötigten Technologie unterbrachen. Der Kreml erhöhte die Steuern für Ölkonzerne, um den Krieg zu finanzieren, was die Branche zusätzlich belastete. Der Mangel an Fachkräften führte dazu, dass junge Männer mit großen Soldatenverbänden an die Front gingen, im Kampf fielen oder das Land verließen.

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dent Donald Trump, der nun im Weißen Haus sitzt, hat den Druck auf Wladimir Putin erhöht, die Invasion zu stoppen. Doch selbst ein plötzliches Ende des Krieges und der Sanktionen würde die Ölindustrie nicht retten. Matthew Sagers von S&P Global Commodity Insights sagte: „Die Ölförderung wird immer schwieriger und teurer, aber die schwindenden Ressourcen bedeuten, dass man jedes Jahr immer mehr fördern muss, nur um den Status quo zu halten. Es ist im Grunde ein langsamer, schleichender Abschied vom russischen Öl.“

Das Energieministerium berichtete, dass der Anteil schwer förderbarer Reserven bis 2030 von derzeit 59 % auf 80 % steigen wird. Vizeminister Pawel Sorokin erklärte letztes Jahr auf einer Konferenz: „Das bedeutet, dass sowohl die Investitions- als auch die Betriebskosten für die Förderung dieser Ressourcen steigen werden.“ Daria Melnik,dent von Rystad Energy, fügte hinzu: „Die goldene Ära der riesigen konventionellen Ölfelder Russlands ist vorbei.“

Russland kämpft mit Ausrüstungsmangel und steigenden Kosten

Die Sanktionen haben Russland die für Bohrung, Transport und Raffination benötigte Spezialausrüstung entzogen. Ölkonzernen fehlt es an moderner Software zur Analyse von Bohrloch- und Gesteinsdaten.

Selbst bestehende Programme werden seit 2022 nicht mehr aktualisiert und sind somit unbrauchbar. Den Unternehmen fehlen außerdem Bohrsensoren, die Echtzeitdaten zu Gesteinsschichten, Flüssigkeiten und der Bohrposition liefern.

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Der Vorstandsvorsitzende von Gazprom Neft, Alexander Dyukow, erklärte letztes Jahr, dem Unternehmen fehlten rund 200 für dietracund -verarbeitung notwendige Komponenten. Er setzte sich zum Ziel, den Mangel bis 2027 zu beheben. Russland verfügt zudem nicht über genügend eisverstärkte Tanker für den Transport von Öl und Gas aus der Arktis.

Exportkontrollen blockierten den Zugang zu im Ausland gebauten Schiffen, Teilen und Technologien. Südkoreanische Werften stornierten russische Aufträge, und einheimische Werften konnten diese nicht zeitnah ersetzen.

Da die Reserven schrumpfen, steigen die Kosten pro Barrel, weil das verbleibende Rohöl schwerer zu gewinnen ist. Kriege haben die Kosten zusätzlich in die Höhe getrieben. Ausrüstung, die über Drittländer transportiert wird, ist teurer. Der Arbeitskräftemangel hat die Löhne der Ölarbeiter erhöht. Selbst grundlegende Materialien wie Sand, der zum Offenhalten von Rissen in Fracking-Bohrungen verwendet wird, sind teurer geworden.

„Alles ist teurer geworden“, sagte Sagers. „All diese innenpolitischen Herausforderungen machen es Russland sehr schwer, die Produktion auch nur kurzfristig zu steigern.“

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