Indien steht kurz vor der Unterzeichnung eines wichtigen Handelsabkommens mit US-dent Donald Trump, doch hinter den glänzenden Schlagzeilen verbirgt sich die bittere Realität – dieses Abkommen könnte Indiens lange geschützte wirtschaftliche Rüstung mit voller Wucht durchbrechen.
Das Land, einst stolz auf seinen Ruf als „Zollkönig“, ist bereit, seine Schutzmaßnahmen aufzugeben. Der Preis? Mögliche Einbußen für die Produktionsbasis, die heimische Industrie und möglicherweise sogar die Souveränität über wirtschaftliche Entscheidungen.
Trump, der im letzten Monat zunächst einen 26-prozentigen Zoll auf indische Exporte verhängt, diesen dann aber vorerst ausgesetzt hatte, bezeichnete Indiens Handelsbarrieren mehrfach als unverschämt. Der neue, derzeit diskutierte Abkommensentwurf stellt eine deutliche Kursänderung Indiens dar.
CNBC berichtet, Neu-Delhi habe angeboten, die Einfuhrzölle auf Pharmazeutika, Autoteile und Stahl aus den USA zumindest bis zu einem gewissen Grad abzuschaffen. Oberflächlich betrachtet wirkt das Angebot einvernehmlich. In Wirklichkeit ist es das nicht. Indien hat diese Zölle aus gutem Grund hochgehalten – um seine heimische Industrie zu erhalten. Eine Senkung dieser Zölle, nur um sich die Gunst Washingtons zu sichern, könnte ganze Wirtschaftszweige ruinieren.
Indiens Zollmauer bröckelt schnell
Indiens durchschnittlicher Zollsatz liegt laut Welthandelsorganisation weiterhin bei 17 % – fünfmal so hoch wie der der USA auf Importwaren. Die indischen Zölle schützen eine Vielzahl von Produkten, von Agrarprodukten und IT-Hardware bis hin zu Schuhen, Autoteilen, Gold und Schmuck. Sollten die Grenzen für US-Produkte auf Nulltarif umgestellt werden, würden diese Schutzmechanismen wegfallen.
Trump weiß das und nutzt die Drohung mit ausgesetzten Zöllen, um Indien zur Einhaltung der Vereinbarung zu drängen. Bislang scheint es zu funktionieren. Er sagte kürzlich, das Abkommen laufe „hervorragend“. Und natürlich tut es das – für ihn. Doch es geht hier nicht nur ummatic Ego. Indien braucht das Abkommen. Der Handel mit den USA erreichte 2024 ein Volumen von 129 Milliarden US-Dollar. Indien wies einen Überschuss von 45,7 Milliarden US-Dollar auf, den Trump unbedingt eliminieren wollte.
Da das Wirtschaftswachstum in Indien bei rund 6 % stagniert, ist das Land dringend auf höhere Wachstumsraten angewiesen. Um 8 oder 9 % zu erreichen, muss es mehr ausländisches Kapitaltracund in die globalen Märkte expandieren. Und seien wir ehrlich: Die Zustimmung Washingtons hilft dabei. Doch die Details werden kompliziert sein.
Es besteht die Befürchtung, dass die USA Indien im Rahmen der neuen Struktur mit ihren Produkten überschwemmen könnten. Sicher, zollfreie Einfuhr klingt gut. Doch was bedeutet das für Indiens Initiative „Make in India“? Analysten argumentieren, dass der tatsächliche Schaden branchenspezifisch sein könnte, aber das heißt nicht, dass er harmlos ist.
Trumps Abkommen könnte Indiens Kernindustrien zerstören
Indien muss vielleicht nicht in jedem Sektor in Panik geraten. Beispielsweise ist der Import von Stahl aus den USA für Amerikaner wirtschaftlich völlig unsinnig. Nach Abzug der Frachtkosten ist es ein Verlustgeschäft. Selbst wenn die Zölle fallen, ist nicht damit zu rechnen, dass US-Stahl den indischen Markt überschwemmen wird. Doch das ist nur ein kleiner Lichtblick inmitten vieler Verluste.
Im Pharmabereich exportieren die USA hauptsächlich hochpreisige, patentierte Medikamente, die sich an die Elite richten. Indische Verbraucher würden diese Produkte selbst ohne Zölle nicht in großem Umfang kaufen. Daher besteht hier möglicherweise keine direkte Gefahr.
Der noch größere Albtraum wäre, wenn Indiens Generikahersteller – die ohnehin schon mit minimalen Gewinnmargen arbeiten – gezwungen würden, Fabriken in den USA zu bauen. Das würde ihr Kostenmodell zerstören. Schlimmer noch: Sollte Washington im Rahmen dieses „New Deal“ die Importe indischer Generika drastisch kürzen, könnte dies einen dertronExportmotoren Indiensripple .
Und dann sind da noch die Autos. Amerikanische Autohersteller wie Ford und General Motors haben vergeblich versucht, indische Autofahrer für sich zu gewinnen. Die Nachfragelücke ist einfach zu groß. Die meisten wollen entweder extrem günstige indische Marken oder teure europäische Fahrzeuge. Die Amerikaner befinden sich in einer unangenehmen Zwischenposition.
Es ist also nicht mit einem Ansturm auf US-Autos zu rechnen. Dennoch öffnet die Zollfreiheit die Tür, selbst wenn niemand hindurchgeht. Lokale Anbieter wie Tata oder japanische und koreanische Giganten wie Toyota, Suzuki und Hyundai sind bereits fest im Markt etabliert.
Doch täuschen Sie sich nicht – dieser Deal wird nicht ohne Folgen bleiben. Indiens Wirtschaft basiert auf einem sorgfältigen Protektionismus. Ein Loslassen dieser Struktur birgt das Risiko langfristiger Probleme. Gibt die Regierung zu stark nach, könnte dies eine Kettenreaktion auslösen und inländische Unternehmen zu Kostensenkungen oder gar Betriebsschließungen zwingen.
Und dennoch lächelt die Wall Street. Investoren platzieren bereits ihre Wetten.
An den Aktienmärkten leuchten die Kurse von Banken, Rohstoffunternehmen und dem Gesundheitssektor in Erwartung des Abschlusses grün. Insbesondere Finanzwerte dürften einen Boom erleben.

