Der Kryptowährungssektor fordert seit langem regulatorische Klarheit, doch die Bedenken hinsichtlich des Inhalts des CLARITY Act haben zugenommen.
Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital (NASDAQ: GLXY), hob Bedenken hinsichtlich Sanktionsdaten und Überwachung hervor und warnte davor, dass der CLARITY Act möglicherweise nicht nur gute Nachrichten bereithält, wie die Community erhofft.
Ist der CLARITY Act ein getarntes Überwachungsgesetz?
Der US-Senat ist aus der Sommerpause zurückgekehrt, und die Debatten über den Digital Asset Market CLARITY Act haben begonnen; Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital (NASDAQ: GLXY), mahnte jedoch zur Vorsicht.
In einer Kundenmitteilung vom Januar 2026 warnte er davor, dass sich die Branche zwar schon lange regulatorische Klarheit wünsche, die aktuelle Fassung des Gesetzentwurfs jedoch „Kleingedrucktes“ enthalte, das die größte Ausweitung der Finanzüberwachung seit dem USA PATRIOT Act .
Laut einer Analyse hat das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums in der Vergangenheit 518 Bitcoin -Adressen sanktioniert. Diese Adressen haben insgesamt 249.814 BTC empfangen, 239.708 BTC gesendet und weisen aktuell einen Nettobestand von etwa 9.306 BTC im Wert von rund 707 Millionen US-Dollar auf.

Thorn merkt an, dass die Liste der Specially Designated Nationals (SDN) des OFAC nur eines der Instrumente ist, die das Finanzministerium derzeit einsetzt. Der CLARITY Act würde diese Befugnisse jedoch erheblich erweitern und dem Ministerium neue Instrumente zur Abfangung illegaler Vermögenswerte an die Hand geben.
Thorn warnte im März, dass die Chancen auf eine Verabschiedung des CLARITY Act in diesem Jahr „extrem gering“ seien, falls dieser nicht bis Ende April 2026 den Ausschuss passieren sollte. Berichten zufolge stehen die Verhandlungsführer kurz vor einer Einigung über die Renditen von Stablecoins, doch es bestehen weiterhin andere Hürden.
Befürworter im Bankenausschuss des Senats argumentieren, der CLARITY Act diene der Bekämpfung illegaler Finanzströme, schütze gleichzeitig Softwareentwickler und fördere Innovationen. Die offizielle Zusammenfassung besagt, das Gesetz gebe den Strafverfolgungsbehörden „neue, zielgerichtete Instrumente zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Sanktionsumgehung“
Neben Thorn argumentiert auch Cardano Gründer Charles Hoskinson, dass die Formulierung zu weit gehe. Hoskinson warnte davor, dass die weitreichenden Bestimmungen des Gesetzes von zukünftigen Regierungen ausgenutzt werden könnten, unabhängig davon, welche Partei an der Macht ist.
Die Tatsache, dass der Gesetzentwurf neue digitale Tokenmaticals Wertpapiere einstuft und praktisch keine Möglichkeit zur Umklassifizierung bietet, ist ebenfalls problematisch, da sie den Wettbewerb behindert.
Einedent Analyse eines früheren Entwurfs stellte fest, dass der Gesetzentwurf zwar ein „Keep Your Coins Act“ enthält, das Verbote der Selbstverwahrung verhindert, aber Schlupflöcher aufweist, die weiterhin staatliche Eingriffe in Bezug auf illegale Finanzgeschäfte ermöglichen.
Die Einführung von „Distributed Ledger Application Layers“ im Entwurf könnte auch Compliance-Verpflichtungen für Softwareanwendungen schaffen, die DeFi Schnittstellen dazu zwingen könnten, Benutzer zu überwachen.
Wer profitiert von den neuen Regeln?
Die Wall-Street-Giganten, darunter JPMorgan Chase & Co. (JPM) und Citadel LLC, betreiben aktiv Lobbyarbeit bei der SEC, um sicherzustellen, dass tokenisierte Wertpapiere keine Sonderbehandlung erfahren.
In einem kürzlich an die SEC gerichteten Schreiben argumentierte Thorn, dass die „erzwungene Entwicklung einer neuen Architektur, die die alte kopiert“, keine Technologieneutralität darstelle. Stattdessen schlägt er vor, einen dezentralen automatisierten Market Maker (AMM) nicht als Börse einzustufen, da es sich um „autonomen Code“ und nicht um eine Organisation von Personen handle, die einen Marktplatz betreiben.
Thorn argumentiert, dass Liquiditätsanbieter (LPs) auf AMMs einfach Händler sind, die ihre eigenen Bilanzen nutzen, und keine Händler, die Kunden bedienen.
Er warnt davor , dass Banken und Brokerhäuser ein zynisches Spiel spielen, indem sie Bitcoin , aber ihre Lobbyisten in Washington einsetzen, um eine echte Integration zu verzögern, die ihre Kontrolle über die Marktstruktur gefährden würde.
Laut Analysten von JPMorgan haben sich die Streitigkeiten um die Gesetzgebung auf zwei oder drei Kernfragen verengt, die sich hauptsächlich um Stablecoin-Belohnungen drehen.
Der vorläufige Kompromiss sieht ein Verbot passiver „Leerlaufrenditen“ bei Stablecoins vor, da Banken befürchten, dies würde die Einlagen verringern. Gleichzeitig sollen aktivitätsbasierte Belohnungen erlaubt bleiben. Kritiker wie Ryan Adams argumentieren jedoch, dass ein Erfolg der Banken bei der Abschaffung der Renditebestimmungen beweisen würde, dass der Senat die Interessen der Banken über die der Öffentlichkeit stellt.

