Franklin Templeton, ein Schwergewicht im Vermögensverwaltungsbereich, hat ein neues Produkt namens „Franklin Ethereum TR Ethereum ETF“ (offiziell EZET) auf den Markt gebracht. Dieser Ethereum Spot-ETF ist nun auf der Website der Depository Trust and Clearing Corporation (DTCC) gelistet, einer zentralen Plattform für Wertpapiertransaktionen in den Vereinigten Staaten.
Die Notierung bei der DTCC zeigt, dass der ETF zur Auflage und Rücknahme bereit ist – ein entscheidendes Merkmal für diese Fonds. Anleger können somit ihre Positionen je nach Marktnachfrage eröffnen oder schließen. Diese Flexibilität trägt dazu bei, dass der ETF-Preis eng an den tatsächlichen Wert des repräsentierten Ethereum gekoppelt bleibt.
Die Rolle der SEC verstehen
Die Börsennotierung des ETFs bedeutet jedoch nicht, dass die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) bereits ihre endgültige Genehmigung erteilt hat. Die DTCC listet zwar zahlreiche handels- und abwicklungsfähige Wertpapiere auf, die Genehmigung durch die SEC ist jedoch ein völlig anderes Unterfangen und unterliegt strengen regulatorischen Kriterien.

Bereits am 12. Februar hatte Franklin Templeton seine Absichten durch die Einreichung eines S-1-Antrags bei der SEC für diesen Spot-Ether-ETF deutlich gemacht. Nach Genehmigung durch die SEC wird der ETF unter dem Namen „Franklin Ethereum ETF“ an der Chicago Board Options Exchange (CBOE) notiert.
Am 23. April verschob die SEC ihre Entscheidung jedoch und verlängerte die Frist bis zum 11. Juni, um den Antrag erneut zu prüfen. Diese Fristverlängerung gibt der SEC zusätzliche Zeit, die vorgeschlagene Regeländerung für den Handel mit diesen Aktien an der Cboe BZX Exchange eingehend zu prüfen.
Erwartungen und Herausforderungen der Branche
Die Aussichten für Ethereum -ETFs sind nicht allzu rosig. Jüngste Treffen zwischen ETF-Emittenten und der US-Börsenaufsicht SEC haben Unternehmen wie VanEck und ARK Investment Management sowie sieben weitere etwas entmutigt. Sie haben bei der SEC Anträge gestellt, Ethereum-Spotpreis direkt traczu können.
Die Rückmeldungen der SEC sind jedoch nicht vielversprechend und deuten auf eine mögliche Ablehnung dieser Anträge hin. Im Gegensatz zu den offeneren Diskussionen, die Anfang Januar zur Zulassung von Bitcoin -ETFs führten, verlaufen die aktuellen Gespräche einseitiger, und die SEC hat keine nennenswerten Details preisgegeben.
Diese veränderte Intensität des Dialogs geht auf Gary Gensler zurück, der für seine kritische Haltung gegenüber Kryptowährungen bekannt ist und Bedenken hinsichtlich Marktmanipulationen äußerte, die zuvor über ein Jahrzehnt lang verhindert hatten, dass Spot- Bitcoin -ETFs auf den Markt kamen.
Die branchenweite Stimmung, die Todd Rosenbluth von VettaFi zusammenfasst, deutet auf eine ungewisse regulatorische Zukunft hin, wobei eine Genehmigung voraussichtlich erst später im Jahr 2024 oder später erfolgen wird. Trotz möglicher Ablehnungen bleiben die Unternehmen engagiert und planen, zusätzliche Unterlagen einzureichen, um den Dialog mit der SEC aufrechtzuerhalten.
Marktauswirkungen und Ausblick
Der Markt reagierte mit einer Mischung aus Hoffnung und Zurückhaltung. Der Ether-Kurs hat in diesem Jahr zwar zugelegt, bleibt aber im Schatten dertronPerformance von Bitcoin. Branchenkenner wie Hong Fang von OKX weisen darauf hin, dass die Erwartung einer regulatorischen Ablehnung das Kurswachstum von Ether dämpft und so eine vorsichtige Stimmung unter den Anlegern erzeugt.
An anderer Stelle verdeutlichen die laufenden Gespräche der SEC, darunter ein bemerkenswertes Gespräch im letzten Monat mit Coinbase über Grayscales Antrag, seinen Ethereum Trust in einen ETF umzuwandeln, die komplexe regulatorische Landschaft. Im Mittelpunkt dieser Gespräche steht die Frage, ob die für Bitcoin -Futures-ETFs geltenden Überwachungsmechanismen, die bereits 2021 genehmigt wurden, auch für die Überwachung von Spot-Ether-ETFs ausreichen.
Während die Diskussionen andauern, vermuten einige Experten, wie beispielsweise Matt Hougan von Bitwise Asset Management, dass die Zurückhaltung der SEC darauf zurückzuführen sein könnte, dass sie mehr Daten zum Marktverhalten von Ether benötigt. Sollte die SEC letztendlich gegen Ether-ETFs entscheiden, drohen rechtliche Auseinandersetzungen, da Branchenvertreter bereit sind, ihre Interessen vor Gericht durchzusetzen.

