Frankreich fordert finanzielle Unterstützung für Eutelsats Herausforderung von Musks Starlink-Projekt

- Frankreich führte eine Investition von 1,5 Milliarden Euro in Eutelsat an und drängte andere EU-Staaten, das Unternehmen als europäische Alternative zu Starlink zu unterstützen.
- Die Aktien von Eutelsat haben sich aufgrund der Hoffnung auf eine größere Rolle in der Ukraine und breiterer politischer Unterstützung erholt.
- Analysten warnen davor, dass die Kapitalspritze eine Rettungsleine, aber keine Lösung sei und dass Deutschlands Beteiligung für Europas Weltraumambitionen von entscheidender Bedeutung sein werde.
Frankreich hat Investitionen in Höhe von 750 Millionen Euro in den hochverschuldeten Satellitenbetreiber Eutelsat zugesagt und damit eine Investition von 1,5 Milliarden Euro durch EU-Mitgliedstaaten angeführt. Europa investiert massiv in den Satellitenmarkt, um seine Abhängigkeit von US-amerikanischer Technologie zu verringern.
Frankreich verstärkt seine Bemühungen, einen europäischen Konkurrenten zu Elon Musks Starlink aufzubauen, und drängt andere EU-Mitgliedstaaten, in den Satellitenbetreiber Eutelsat. Die französische Regierung führt eine Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden Euro an, um die Position des Unternehmens im hart umkämpften Markt für Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn (LEO) zu stärken.
Starlinks europäischer Konkurrent
Die Aktionäre werden dem Finanzierungsplan voraussichtlich am Dienstag zustimmen. Frankreich investiert 750 Millionen Euro für einen Anteil von 29,65 %, während Großbritannien 163 Millionen Euro beisteuert, um einen Anteil von 10,89 % zu halten. An der Kapitalbeschaffung sind außerdem Bharti Space des indischen Milliardärs Sunil Mittal, der Schifffahrtskonzern CMA CGM und der von Versicherern unterstützte Fonds Stratégique de Participations beteiligt.
Der Zusammenbruch der französischen Regierung Anfang des Monats schürte die Befürchtung einer Haushaltsblockade, doch Eutelsat erklärte, die unmittelbare Finanzierung sei nicht gefährdet. Das Unternehmen fügte hinzu, dass sich mögliche Auswirkungen des Zusammenbruchs erst auf das Geschäftsjahr 2026 auswirken würden.
dent Emmanuel Macron bezeichnete die Initiative als eine Frage der europäischen Souveränität und warnte davor, dass Europa es sich in Zeiten zunehmender globaler politischer Unsicherheit nicht leisten könne, sich ausschließlich auf US-Technologie zu verlassen.
„Frankreichs Entscheidung, sein Engagement zu verstärken, ist eintronpolitisches Zeichen. Doch dabei darf es nicht bleiben. Deutschland und andere Mitgliedstaaten sollten ebenfalls nachziehen. Ein Land allein kann diese kontinentale Ambition im Weltraum nicht tragen“, sagte Christophe Grudler, französisches Mitglied des Europäischen Parlaments.
Das Management von Eutelsat bestätigte, dass sich die Gespräche mit Deutschland in einem frühen Stadium befinden. Bislang hat Berlin keine zusätzlichen Mittel zugesagt, obwohl Deutschland bereits für den Zugang der Ukraine zu den Eutelsat-Diensten bezahlt.
Abgesehen von drei chinesischen Satellitenkonstellationen kontrolliert Starlink bis zu 90 % aller Kommunikationssatelliten im Orbit. Starlink betreibt derzeit fast 8.000 Satelliten und übertrifft damit die OneWeb-Flotte von Eutelsat mit rund 650 Satelliten deutlich. Eutelsat will die Lücke durch den Einsatz von 340 weiteren Satelliten im Rahmen eines mehrjährigen Investitionsplans in Höhe von 2 Milliarden Euro verringern.
Die Ukraine bietet Eutelsat eine unerwartete Gelegenheit
Der Krieg in der Ukraine hat die Bedeutung des Satelliteninternets in den Vordergrund gerückt und europäische Gesetzgeber dazu veranlasst, die Europäische Kommission zu drängen, Alternativen zu Starlink für die militärische und zivile Kommunikation der Ukraine zu prüfen.
Eutelsat zufolge wurden bereits Tausende von Endgeräten mit deutscher Unterstützung nach Kiew geliefert. Die Europäische Kommission bestätigte, dass die operative Planung und die Abstimmung mit den Mitgliedstaaten in der Ukraine andauern.
Die Aktien von Eutelsat waren nach der kostspieligen Fusion mit OneWeb im Jahr 2023 auf ein Allzeittief gefallen. Spekulationen über die Rolle des Unternehmens in der Ukraine sowie Investitionen aus Frankreich trugen jedoch dazu bei, dass sich der Aktienkurs von Eutelsat bis 2025 um 47 % erholte.
Eutelsat hat sich unter neuer Führung, mit einem neuen CEO und Vorsitzenden, auch neu positioniert, um das Unternehmen alstronund agileren Wettbewerber zu präsentieren.
Bernstein-Analyst Aleksander Peterc erklärte, die Unterstützung der französischen und britischen Regierung habe bereits „einen bedeutenden Unterschied“ bewirkt. Peterc betonte jedoch, dass die Beteiligung Deutschlands entscheidend sei, damit Eutelsat sich ernsthaft als Europas unabhängiger Anbieter von LEO-Satelliten positionieren könne.
Der Stifel-Analyst Antoine Lebourgeois bezeichnete die Kapitalerhöhung als „kurzfristige Rettungsleine und keine langfristige Lösung“
Eutelsat räumte zwar Starlinks Vorsprung auf dem Markt ein, betonte aber seine Wettbewerbsfähigkeit in Schlüsselmärkten wietracund Firmenkunden.
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