Laut offizieller Mitteilung der Zentralbank hat die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer jüngsten Sitzung am Mittwoch in Washington, D.C., die Leitzinsen unverändert bei 4,25 % bis 4,5 % belassen.
Die Entscheidung fiel, nachdem der Ausschuss erklärt hatte, die US-Wirtschaft wachse trotz handelsbedingter Störungen weiterhin solide. Die Inflation sei nach wie vor hoch und die Lage auf dem Arbeitsmarkt stabil tron doch die Fed räumte ein, besorgter als zuvor zu sein.
Der Ausschuss erklärte, die Arbeitslosenquote sei in den letzten Monaten niedrig geblieben und bezeichnete den Arbeitsmarkt als stabil.
Der Ausschuss warnte jedoch auch davor, dass die gesamtwirtschaftliche Lage immer schwerer vorherzusagen sei. „Die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten hat weiter zugenommen“, so der Ausschuss. Er merkte an, dass die Risiken sowohl höherer Arbeitslosigkeit als auch steigender Inflation seit der letzten Sitzung gestiegen seien.
Die US-Notenbank strafft ihre Geldpolitik weiter, verzichtet aber auf eine Zinserhöhung
Die Fed erklärte, sie konzentriere sich weiterhin auf ihre langfristigen Ziele: die Inflation bei etwa 2 % zu halten und die Vollbeschäftigung zu fördern. Da jedoch sowohl die Inflation als auch der Arbeitsmarkt Anzeichen eines Ungleichgewichts aufweisen, entschied der Ausschuss, die Zinsen vorerst nicht anzuheben.
Stattdessen hieß es, künftige Erhöhungen würden ausschließlich von den nächsten Daten abhängen. „Der Ausschuss wird die eingehenden Daten, die sich entwickelnden Aussichten und die Risikoabwägung sorgfältig prüfen“, so die Erklärung.
Sie bestätigten außerdem, dass sie weiterhin Kapital aus dem Finanzsystem abziehen werden, indem sie ihre Bestände an Staatsanleihen, Anleihen staatlicher Institutionen und hypothekenbesicherten Wertpapieren reduzieren. Diese Strategie bleibt auch bei gleichbleibenden Zinsen bestehen. Der Ausschuss stellte klar, dass er seinen Straffungskurs nicht vollständig aufgibt, sondern ihn vorerst lediglich aussetzt.
Die Fed erklärte, sie sei bereit, schnell zu reagieren, falls sich etwas ändert. Sollten sich die Daten negativ entwickeln, werde sie ihre Geldpolitik erneut anpassen. „Der Ausschuss wäre bereit, den geldpolitischen Kurs gegebenenfalls anzupassen, falls Risiken auftreten“, schrieben sie. Dies schließe Anzeichen für eine sich verschärfende Inflation, steigende Arbeitslosigkeit oder andere unerwartete Belastungen der Wirtschaft ein.
Die Fed erklärte, sie werde alle künftigen Entscheidungen auf einer breiten Informationsbasis treffen: Arbeitsmarktzahlen, Preisniveau, Erwartungen, Finanzlage und internationale Entwicklungen. Die Zentralbank werde bei ihren umfassenden Analysen alle Aspekte berücksichtigen und sich nicht nur auf ein oder zwei Diagramme beschränken.
Sie schließen nichts aus – und sie machen auch keine Versprechungen.

