Führende russische Bankmanager streben hinter vorgehaltener Hand eine staatliche Rettungsaktion für faule Kredite an

- Die Spitzenmanager der größten russischen Banken diskutieren hinter verschlossenen Türen über mögliche staatliche Rettungsaktionen angesichts der weiter steigenden Kreditausfälle.
- Interne Bewertungen zeigen, dass die Risiken im Kreditportfolio weitaus größer sind als die offiziellen Zahlen vermuten lassen, was im gesamten Bankensektor Besorgnis auslöst.
- Sberbank und VTB melden einen starken Anstieg der Zahlungsrückstände bei Hypotheken und Konsumkrediten infolge hoher Zinssätze und wirtschaftlicher Belastung.
Führungskräfte einiger der größten russischen Banken haben intern über eine mögliche staatliche Rettungsaktion im Falle anhaltender Kreditausfälle diskutiert. Laut Personen mit direktem Einblick in die Gespräche und Dokumenten, die Bloomberg News vorliegen, haben mindestens drei systemrelevante Banken Szenarien geprüft, in denen eine Rekapitalisierung im Laufe des nächsten Jahres erforderlich sein könnte.
In diesen internen Gesprächen soll es angeblich um den tatsächlichen Zustand der Bankkreditportfolios gegangen sein, der, wie man sagt, weitaus schlechter sei als die offiziellen Zahlen vermuten lassen.
Die Quellen, die in Bloombergs Bericht vom Donnerstag anonym zitiert wurden, weil sie über nicht-öffentliche Informationen sprachen, sagten, dass zwar keine formelle Anfrage gestellt worden sei, die Angelegenheit aber für den gesamten russischen Bankensektor Anlass zur Sorge gebe.
Offizielle Daten verschleiern das wahre Ausmaß der Lage, behaupten Insider
Laut Insidern belegen interne Prüfungen russischer Banken, dass das Volumen notleidender Kredite als öffentlich gemeldet. Höhere Bankmanager prüfen , wie sie die russische Zentralbank um Unterstützung bitten können, falls sich die Lage nicht verbessert.
Aktuell meldet die Zentralbank, dass lediglich 4 % der Unternehmenskredite und 10,5 % der unbesicherten Konsumentenkredite als notleidend oder seit mehr als 90 Tagen überfällig gelten. Insider vermuten jedoch, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher liegen und die Daten absichtlich niedrig angegeben werden, um das wahre Ausmaß der Kreditausfälle zu verschleiern.
Die russische Zentralbank hat Kreditgeber bisher dazu angehalten, Kreditverträge umzustrukturieren, anstatt Kredite als notleidend einzustufen. Laut Zentralbank soll dies die Bilanzen entlasten und den Kreditnehmern in der derzeitigen schwierigen Wirtschaftslage mehr Flexibilität bei der Rückzahlung geben.
Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg am 2. Juli relativierte Zentralbankchefin Elvira Nabiullina die Befürchtungen einer systemischen Bankenkrise. Sie erklärte, das russische Finanzsystem sei „gut kapitalisiert“ und verfüge über Kapitalreserven in Höhe von 8 Billionen Rubel (102 Milliarden US-Dollar).
Die Zentralbank ist bereit, dendentKapitalpuffer für Banken freizugeben, damit diese vorübergehend mit niedrigeren Eigenkapitalquoten operieren können. Dies könnte ihnen helfen, Verluste aufzufangen, ohne Kapitalengpässe zu erleiden. Dennoch sind sich einige Verantwortliche nicht sicher, ob der Puffer ausreicht, falls das Volumen notleidender Kredite die Erwartungen übersteigt.
Sberbank und VTB legen Wert auf Kreditqualität
Führungskräfte der beiden größten russischen Banken, Sberbank und VTB, teilen die Ansicht, dass die Kreditwürdigkeit Russlands massiv gesunken sei. Auf einer Aktionärsversammlung im vergangenen Monat rief Sberbank-Chef Herman Gref die Anwesenden dazu auf, sich auf schwierige Zeiten einzustellen, und verwies auf die sinkende Qualität des Kreditportfolios.
„Es ist schon jetzt klar, dass es nicht einfach wird“, fuhr Gref fort, „Unternehmen müssen zunehmend ihre Schulden umstrukturieren.“
IFRS-Finanzberichten eingesehenen stiegen die notleidenden Hypothekendarlehen der Sberbank zwischen Januar und März um 90 % auf insgesamt 285 Milliarden Rubel (rund 3 Milliarden US-Dollar). Der Anteil dieser notleidenden Hypotheken verdoppelte sich auf 2,6 % und erreichte damit den höchsten Stand seit 2022.
Die unbesicherten Konsumentenkredite und überfälligen Salden der Sberbank stiegen ebenfalls um 22,5 % auf 610 Milliarden Rubel, wobei der Anteil solcher Kredite von 12,4 % auf 16,1 % zunahm. Kredite mit einem Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen erreichten mit einem Anstieg von 9,3 % auf 10,4 % einen Dreijahreshöchststand.
Die Ergebnisse der RBC zeigten, dass der Anteil notleidender Privatkredite bei VTB im ersten Quartal von 3,9 % auf 4,8 % gestiegen ist.
Im Mai gab der Erste Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bank, Dmitrij Pianow, bekannt, dass der Anteil notleidender Kredite von Privatpersonen 5 % bzw. 377 Milliarden Rubel erreicht habe. Er prognostizierte, dass dieser Wert bis 2026 auf 6–7 % steigen könnte, was jedoch immer noch unter dem Höchststand von 8–10 % während der Finanzkrise 2014–2016 läge.
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Florence Muchai
Florence ist Finanzjournalistin mit sechs Jahren Erfahrung in den Bereichen Krypto, Gaming, Technologie und KI. Sie studierte Informatik an der Meru University of Science and Technology sowie Katastrophenmanagement und Internationale Diplomatie an der MMUST. Florence arbeitete für die VAP Group und als Redakteurin für verschiedene Krypto-Medien.
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